Frankfurt am Main hat eine neue Gesellschaft für den Bildungsbau gegründet. Die Bildungsbaugesellschaft Frankfurt soll das städtische Amt für Bau und Immobilien entlasten und Sanierungen sowie Neubauten an Schulen schneller voranbringen. 

Eingangsbereich eines Schulgebäudes mit überdachtem Vorplatz, gestreiften Stützpfeilern und einem Bücherschrank im Vordergrund.

Die Georg-Büchner-Schule zählt zu den ersten sieben Liegenschaften, die im ersten Schritt an die neue Bildungsbaugesellschaft übergehen. Geplant sind unter anderem eine Brandschutzsanierung, die Instandsetzung des Dienstwohngebäudes mit drei Wohnungen sowie Hitzeschutzmaßnahmen. / © Foto: Wikimedia Commons, GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Felix Wachendörfer

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Der Bedarf an Schulplätzen wächst in vielen deutschen Großstädten seit Jahren. Steigende Schülerzahlen und ein spürbarer Sanierungsstau an Bestandsgebäuden setzen die Kommunen unter Druck, denn viele Schulen benötigen dringend neue Dächer, moderne Brandschutzkonzepte oder zusätzliche Räume für den Ganztag.

Frankfurt reagiert darauf nun mit einer neuen Struktur. Zusätzlich zur bestehenden Schulbauoffensive und zum Rahmenvertrag mit der ABG Frankfurt Holding erhält die Stadt mit der Bildungsbaugesellschaft ein drittes Standbein, das gezielt einzelne Liegenschaften betreut und so die vorhandenen Kapazitäten erweitert.

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Bildungsbaugesellschaft in Frankfurt: Start mit vierzehn Schulen

Die Bildungsbaugesellschaft Frankfurt mbH nahm am 1. Juli offiziell ihre Arbeit auf. Die Stadtverordneten hatten die Gründung bereits im Dezember 2025 beschlossen, als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt kümmert sich das Unternehmen künftig um Planung, Sanierung, Neubau und Bewirtschaftung ausgewählter Bildungseinrichtungen. Zunächst übernimmt sie vierzehn Liegenschaften unterschiedlicher Schulformen, darunter die Georg-Büchner-Schule, die Liebigschule und die Astrid-Lindgren-Schule.

Geschäftsführerin Michaela Grell, die zuvor im Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen sowie im Amt für Bau und Immobilien tätig war, kündigte an, dass ein Team von rund einem Dutzend Mitarbeitenden ab sofort die unterschiedlichen Einzelmaßnahmen bearbeite. Kleinere Vorhaben ohne größeren Planungsaufwand sollen demnach noch bis Jahresende umgesetzt werden, während für umfangreichere Projekte bereits erste Abstimmungen liefen.

Schulbau in Frankfurt: Die Offensive im Überblick

Schulhof mit Basketballkorb und Blick auf ein langgestrecktes Gebäude mit Glasbausteinfenstern und Backsteinelementen.

Auch die Astrid-Lindgren-Schule gehört zu den Schulen, die zunächst in die Zuständigkeit der Bildungsbaugesellschaft übergehen. Vorgesehen sind eine Dach- und Fassadensanierung sowie die Beseitigung von Putz- und Feuchtigkeitsschäden. / © Foto: Wikimedia Commons, Peng (talk) 09:54, 27 September 2011 (UTC), CC BY-SA 3.0

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Parallel zur neuen Gesellschaft läuft in Frankfurt bereits seit einiger Zeit die städtische Schulbauoffensive. Bis 2029 will die Stadt rund 53.200 zusätzliche Schulplätze schaffen, unter anderem durch Neubauten im Rahmen der integrierten Schulentwicklungspläne sowie durch Sanierungen und Interimslösungen.

Die erste Staffel des Programms umfasst 30 Projekte und deckt bereits 62 Prozent des ermittelten Gesamtbedarfs ab. Insgesamt sind für die kommenden Jahre 228 Einzelmaßnahmen an Schulen, Mensen und Sportstätten vorgesehen, gebündelt in neun Baupaketen, mit denen die Stadt einheitliche Standards und schnellere Abläufe erreichen möchte.

Deutsche Großstädte investieren in Schulbau

In Marzahn entstanden neue Schulgebäude im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive unter anderem in der Bruno-Baum-Straße.

In Berlin-Marzahn entstanden neue Schulgebäude im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive in der Bruno-Baum-Straße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Auch andere deutsche Großstädte bauen ihre Bildungsinfrastruktur derzeit spürbar aus. Berlin hat seit dem Start seiner Schulbauoffensive im Jahr 2016 rund 160 neue Schulgebäude errichtet und rund sieben Milliarden Euro investiert, dennoch bleibt laut aktuellen Zahlen ein strukturelles Defizit von gut 26.000 Schulplätzen bestehen.

Hamburg wiederum bündelt aktuell 496,4 Millionen Euro für zwölf Bildungsbauprojekte, darunter acht große Schulbauvorhaben sowie mehrere Pilotprojekte für Azubi-Wohnen. Bevor die Mittel fließen können, muss allerdings noch die Hamburgische Bürgerschaft entsprechende Nachbewilligungen beschließen. Während Berlin im bundesweiten Vergleich die meisten Schulbauprojekte aufweist, zeigen die Beispiele aus Hamburg und Frankfurt, dass auch andere Städte zunehmend eigene Wege gehen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

Georg-Büchner-Schule
Liebigschule
Boehleschule
Heinrich-Seliger-Schule
Astrid-Lindgren-Schule
Viktor-Frankl-Schule
Albert-Schweitzer-Schule

Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, Berliner Schulbauoffensive (BSO), Hamburg.de, Hamburger Investitionsbooster

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