In Berlin-Friedrichshain entsteht mit dem Projekt „Forty4“ nahe der Warschauer Brücke ein neues Quartier. Im ersten Bauabschnitt werden ein Apartmenthaus und ein Hotel gebaut.

Ein Blick in die Baugrube des „Forty4“-Projekts in Friedrichshain zeigt aktive Bauarbeiten und Kräne. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Stralauer Allee in Friedrichshain-Kreuzberg zeigt sich derzeit eine großflächige Baustelle direkt hinter einem leerstehenden Autohaus. Die Arbeiten für das Projekt „Forty4“ schreiten voran. Baukräne dominieren das Bild, während Arbeiter an der Baugrube arbeiten. Die Fläche ist vollständig erschlossen, Bauzäune sichern das Gelände und erste massive Betonstrukturen sind sichtbar.
- Standort: Stralauer Allee 44–47, Berlin
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Nutzung: Wohnen, Hotel, Büro, Einzelhandel
- Fertigstellung: Oktober, 2027
Die Baustelle liegt nur wenige Gehminuten von der Warschauer Brücke entfernt, wo derzeit mehrere Bauprojekte parallel laufen. Damit befindet sich das Projekt in einem der am stärksten entwickelten Gebiete Berlins. In direkter Umgebung stehen bereits moderne Bürogebäude und Hotels. Gleichzeitig prägen ältere Bestandsbauten das Straßenbild.

Das abgesperrte Baufeld des Projekts „Forty4“ nahe der Warschauer Brücke zeigt vorbereitende Arbeiten für den Hochbau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„Forty4“ in Friedrichshain: Nutzungsmix und kurze Wege
Mit dem Projekt „Forty4“ entsteht ein neues Quartier mit vier Gebäuden. Insgesamt sind rund 40.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche geplant. Der erste Bauabschnitt umfasst ein Apartmenthaus mit möblierten Wohnungen sowie ein Hotel mit 344 Zimmern unter dem Label „The Cloud One“.
Das Projekt „Forty4“ ist in erster Linie als Arbeitsquartier ausgelegt. Es richtet sich vor allem an größere Unternehmen, die zusammenhängende Flächen benötigen. Gleichzeitig ergänzt ein Nutzungsmix das Konzept. Geplant sind auch Gastronomie sowie möblierte Wohnungen auf Zeit.
Die Kombination verschiedener Nutzungen soll kurze Wege ermöglichen. Arbeiten, Wohnen und Aufenthalt werden räumlich verbunden. Dadurch entsteht ein Standort, der über klassische Bürostrukturen hinausgeht und mehrere Funktionen an einem Ort vereint.
Verschiedene Fassaden beim „Forty4“ in Friedrichshain
Die Architektur stammt von Tchoban Voss Architekten. Das Konzept sieht unterschiedliche Fassaden für die Gebäude vor, um sie eigenständig wirken zu lassen. Sie sollen dem Baukörper eine vielschichtige Erscheinung geben. Ziel ist ein städtebaulicher Zusammenhang, der sich zugleich in einzelne Gebäudeteile gliedert.
Auch die Außenbereiche sind Teil des Nutzungskonzepts. Zwei Innenhöfe mit etwa 550 und 500 Quadratmetern bieten zusätzliche Aufenthaltsflächen. Ergänzt wird das Angebot durch eine rund 650 Quadratmeter große Dachterrasse.
Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Baugrube. Diese umfasst etwa 4.000 Quadratmeter. Dafür wurde bereits tief in den Boden gegraben. Schalungen und Bewehrungen zeigen, dass die nächsten Schritte vorbereitet werden.

Auf der Baustelle des Projekts „Forty4“ in Friedrichshain laufen die Arbeiten hinter einer Mauer aus Holz. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nachhaltige Bauweise beim „Forty4“ nahe Warschauer Brücke
Das Projekt will auf eine klimagerechte Bauweise setzen. Geplant ist der Einsatz von CO2-reduziertem Beton. Zusätzlich sollen Photovoltaikanlagen auf den Dächern installiert werden. Ein Verdunstungssystem für Regenwasser soll das Mikroklima im Quartier verbessern.
Ein Teilprojekt innerhalb des Ensembles nutzt Infraleichtbeton für Außenwände. Diese Bauweise kommt ohne zusätzliche Dämmung aus und ermöglicht eine langlebige Konstruktion. In den Wohnbereichen sind Holz-Hybriddecken vorgesehen, die für ein stabiles und gleichzeitig ressourcenschonendes Tragwerk sorgen.

Die Visualisierung vom neuen Hochhaus des Projektes Forty4 an der Stralauer Allee zeigt offene Balkone. / © Visualisierung: Tchoban Voss Architekten
Verdichtung an der Warschauer Brücke: Kritik am „Forty4“ aus der lokalen Politik
Kritik gibt es trotzdem an dem Neubau: Im Bezirk wächst die Sorge, dass die zunehmende Verdichtung zu einer Verdrängung bestehender Strukturen führen könnte. Vertreter aus der lokalen Politik äußerten die Befürchtung, dass Wohnraum, Kleingewerbe und die Clubkultur unter Druck geraten könnten. Auch Stimmen aus SPD und CDU im Bezirk bewerten die steigende Zahl an Hotelprojekten kritisch.
Die Projektentwickler des „Forty4“ verweisen hingegen auf die zentrale Lage nahe der Warschauer Brücke und sehen darin einen geeigneten Standort für ein gemischt genutztes Quartier. Sie betonen, dass das Ensemble aus vier Gebäuden mit unterschiedlichen Fassaden bewusst als städtebauliche Einheit geplant wurde.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen ist das Gebäude bereits zu rund 50 Prozent vermietet. Für die Entwickler ist das ein Erfolg. Sie sehen darin eine stabile Grundlage für die weitere Realisierung des Projekts.
Hochhaus-Projekt Forty4 (Friedrichshain)
Quellen: rbb24, Tchoban Voss Architekten, sbp se, PORR
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


