An der Stralauer Allee in Berlin-Friedrichshain entsteht mit dem Projekt „Forty4“ ein neues Stadtquartier. Geplant sind vier Gebäude, die Wohnen, Hotellerie und Gewerbe kombinieren sollen. Der Entwurf orientiert sich an der architektonischen Vielfalt des Umfelds. Gleichzeitig gibt es im Bezirk Kritik an der fortschreitenden Verdichtung und der wachsenden Zahl großformatiger Hotel- und Büroprojekte.
Die Oberbaubrücke an der Warschauer Straße.

Das neue Hochhaus „Forty4“ entsteht an der Stralauer Allee, in direkter Nachbarschaft zur Warschauer Straße und mit Blick auf die markante Oberbaumbrücke. Es soll sich gestalterisch an der historischen Umgebung und der vielfältigen Struktur des Berliner Szeneviertels Friedrichshain orientieren. / © Foto: Wikimedia Commons, Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0

© Foto: Wikimedia Commons, Dietmar Rabich / CC BY-SA 4.0
© Visualisierung Titelbild: Tchoban Voss Architekten

 

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Mit dem Projekt „Forty4“ wird in Berlin-Friedrichshain ein neues Mixed-Use-Quartier umgesetzt. Auftraggeber ist die L&L Immobilien GmbH, verantwortlich für die Bauausführung ist PORR Hochbau Berlin. Derzeit laufen die Arbeiten zur Herstellung einer rund 4.000 Quadratmeter großen Baugrube. Der Start des Hochbaus ist für Oktober 2025 vorgesehen.

Das neue Stadtquartier wird auf einem Grundstück zwischen Stralauer Allee 44 und 47 errichtet, nur wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Warschauer Straße entfernt. In direkter Nähe zur Oberbaumbrücke. Die Lage zählt zu den dynamischsten Entwicklungsstandorten der Hauptstadt.

Vier Gebäude mit differenzierter Nutzung, individueller Gestaltung und angestrebter klimagerechter Bauweise in Friedrichshain

Geplant ist ein Ensemble aus vier Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Im ersten Bauabschnitt entstehen ein Apartmenthaus mit 93 möblierten Wohnungen sowie ein Hotel mit 344 Zimmern unter dem Label „The Cloud One“. Ergänzt wird das Quartier durch Büroflächen, Gastronomieeinheiten und zwei begrünte Innenhöfe.

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Die Gebäude erhalten jeweils individuelle Fassadengestaltungen. So wird das Hotel mit einer abgekanteten Blechfassade mit 3D-Effekt ausgestattet, während das Apartmenthaus eine strukturierte Oberfläche erhält. Diese Variation soll das Erscheinungsbild von vier eigenständigen Stadthäusern erzeugen. Für den Bau kommt laut PORR CO₂-reduzierter Beton zum Einsatz, außerdem sind zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern vorgesehen. Ein Verdunstungssystem für Regenwasser soll das Mikroklima verbessern.

Zentrale Lage an der Mediaspree trifft auf Kritik an wachsender Verdichtung und Verdrängung in Friedrichshain-Kreuzberg

Das Quartier entsteht in unmittelbarer Nähe zur Oberbaumbrücke, der East Side Gallery und dem neuen „Amazon Tower“. Die Gegend ist bereits durch eine hohe Dichte an Hotels und Gewerbe geprägt. Für das Projekt wurde eine Tiefgarage mit 70 Pkw- und 370 Fahrradstellplätzen genehmigt, ergänzt durch Umkleiden und Duschen, wie der Tagesspiegel berichtet.

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stößt die fortlaufende Verdichtung des Areals auf Kritik. Bezirksverordnete verschiedener Parteien äußerten Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verdrängung der Wohnbevölkerung und kleinteiliger Nutzungen. Die Projektentwickler verweisen laut Tagesspiegel hingegen auf die städtebauliche Bedeutung und die zentrale Lage des Grundstücks.

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Architektur von Tchoban Voss Architekten soll Vielfalt abbilden, trifft jedoch auf bestehende Skepsis im Kiez

Der Entwurf stammt vom Büro Tchoban Voss Architekten. Die Gestaltung soll laut Projektwebsite der urbanen Vielfalt Friedrichshains gerecht werden und das Quartier sowohl architektonisch als auch funktional in das bestehende Umfeld integrieren. Neben begrünten Innenhöfen ist auch eine Dachterrasse mit Blick auf den Alexanderplatz geplant.

Der Abriss des leerstehenden Autohauses auf dem Baugrundstück ist bereits erfolgt. In den kommenden Monaten wird der Baufortschritt an der Stralauer Allee deutlich sichtbar werden. Eine Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist ab 2027 denkbar.

Quellen: PORR, Tagesspiegel, Tchoban Voss Architekten

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3 Kommentare

  1. A.Tirpitz 7. August 2025 at 15:41 - Reply

    Tscho+Voss merkt irgendwie an, dass sie mehr mit Deko an der Fassade arbeiten würden. Mal sehen, ob sie ihre Scheu ablegen und eines Tages ’nen riichtigen Schluck aus der Pulle nehmen… Übrigens die Welle oben auf dem 44 sieht irgendwie leicht disharmonisch oder nicht ganz zu Ende gebastelt aus.

  2. Peter 7. August 2025 at 16:39 - Reply

    und wieder ein Würfelhaus von Tscho+Voss… Ich wohne im benachbarten Viertel und mein Vater an der Mediaspree. Absolut tote Hose. Würde der Standort nicht an der Spree liegen – niemals würde ein Mensch freiwillig einen Fuß dort hinsetzen.

  3. Marcel S. 8. August 2025 at 08:49 - Reply

    Wo ist das Hochhaus? Hochbau und Hochhaus ist nicht dasselbe

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