Beim Neubau des ZOB Harburg hat die zweite große Bauphase begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten im Untergrund startet nun der Stahlbau für die neue Dachkonstruktion.

Beim ZOB Harburg werden als nächstes die Stahlträger für die neue Dachkonstruktion installiert. / © Foto: Hamburger Hochbahn AG
© Fotos: Hamburger Hochbahn AG
Rund ein Jahr nach dem Abbruch der alten Busanlage hat der Neubau des ZOB Harburg einen sichtbaren Baufortschritt erreicht. Die aufwendigen Arbeiten im Untergrund, zu denen die Gründungen für das neue Bauwerk gehörten, sind weitgehend abgeschlossen. Damit kann die Installation der Stahlträger für die neue Dachkonstruktion beginnen, die künftig die gesamte Anlage überspannen soll.
Der Bau schreitet nun in die Phase voran, in der die neue Struktur erstmals über das Gelände hinauswächst. Seit Juni 2024 ist die alte Anlage vollständig zurückgebaut. Schritt für Schritt entsteht ein deutlich leistungsfähigerer Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr im Hamburger Süden.
Tragwerk aus 23 Stahlstützen prägt den neuen ZOB Harburg
Die neue Anlage basiert auf einem tragenden Stahlgerüst. Die ausführenden Stellen betonen, dass bewusst sogenannter grüner Stahl eingesetzt wird, dessen Produktion den CO₂-Ausstoß deutlich reduziert. Laut Projektangaben sinken die Emissionen pro Tonne von zuvor rund 688 Kilogramm auf etwa 299 Kilogramm.
Die 23 Stahlstützen, die jeweils rund drei Tonnen wiegen und eine Höhe von bis zu 6,5 Metern erreichen, bilden künftig das skelettartige Grundgerüst des Daches. Dieses wird nach Fertigstellung eine Fläche von ungefähr 5.200 Quadratmetern überspannen. Die Konstruktion soll sowohl die bestehende Busanlage als auch den neuen Bussteig in der Hannoverschen Straße unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen.
ZOB Harburg: Begrünung und Photovoltaik auf dem Dach
Geplant ist außerdem eine extensive Begrünung des Daches. Ergänzend dazu soll eine Photovoltaikanlage installiert werden, die zur Energieversorgung beitragen wird. Die stählerne Tragkonstruktion soll voraussichtlich bis Mai 2026 fertiggestellt sein. Danach folgen der Dachaufbau, die technische Ausstattung sowie die Verkleidung der Gesamtanlage.
Die Inbetriebnahme des neuen ZOB Harburg ist für Ende 2026 vorgesehen. Die Betreiber verweisen darauf, dass die neue Infrastruktur künftig deutlich größere Kapazitäten bereitstellen wird.
Harburg: Neuer ZOB bietet 73 Prozent mehr Kapazität für täglich rund 40.000 Fahrgäste
Der künftige ZOB Harburg soll mit insgesamt 283 Metern Abfahrtslänge rund 73 Prozent mehr Kapazität bieten als die alte Anlage. Bis zu 150 Busse pro Stunde und 25 Linien im Tages- und Nachtbetrieb werden erwartet. Der Standort bleibt damit ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Bezirk, den täglich etwa 40.000 Fahrgäste nutzen.
Die Leistungssteigerung ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die Verantwortlichen heben hervor, dass die neue Anlage sowohl wartungsfreundlicher als auch übersichtlicher gestaltet wird und die Betriebsabläufe damit effizienter ablaufen sollen.
Parallelmaßnahmen am Harburger Doppelknoten
Parallel zu den Arbeiten am ZOB modernisiert der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer die Straßenräume im näheren Umfeld. Besonders im Bereich des Harburger Doppelknotens werden Fahrbahnen und Verkehrsflächen umfassend erneuert. Die Arbeiten sollen in drei bis vier Hauptbauphasen bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.
Die ursprünglich zeitgleich geplante Sanierung der Bremer Straße wurde auf Mitte 2027 verschoben. Der Landesbetrieb begründet dies mit der Priorisierung des Doppelknotens und betont zugleich, dass alle Baumaßnahmen eng miteinander abgestimmt werden, um die Verkehrsbelastung möglichst gering zu halten.
Quellen: HOCHBAHN, Hamburger Abendblatt
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