Das beschädigte SEZ-Modell aus Berlin-Friedrichshain soll restauriert und für das Stadtmuseum Berlin erhalten werden. Es ist eine Rettungsaktion, die für viele Berliner mit Erinnerungen verbunden ist.

Der Eingangsbereich des SEZ-Modells trägt noch immer die historische Aufschrift „Sport und Erholungszentrum“. / © Foto: Verein der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin e.V.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-Z0318-025, Hubert, CC-BY-SA 3.0
Das beschädigte Architekturmodell des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Friedrichshain-Kreuzberg soll restauriert und für das Stadtmuseum Berlin erhalten werden. Der Förderverein des Stadtmuseums sammelt dafür Spenden.
Die Rettungsaktion betrifft ein Objekt, das eng mit der Geschichte des umstrittenen Berliner Gebäudekomplexes verbunden ist. Das SEZ polarisiert bis heute. Während der Abriss des Gebäudes gestartet ist, kämpfen Initiativen, Fachleute und ehemalige Besucher seit Jahren für den Erhalt des Ortes und seiner Geschichte.
- Objekt: Architekturmodell des Sport- und Erholungszentrums SEZ
- Standort des Originals: Landsberger Allee / Danziger Straße, Berlin-Friedrichshain
- Entstehung Modell: 1980
- Eröffnung SEZ: 1981
- Geplante Nutzung des Modells: Ausstellung im Stadtmuseum Berlin
- Benötigte Spendensumme: rund 20.000 Euro
Das Modell entstand 1980 in der Modellbauwerkstatt des Ingenieurhochbau Berlin. Es diente ursprünglich Präsentationszwecken und zeigte das spätere Sport- und Erholungszentrum im Zustand seiner Fertigstellung.
SEZ-Modell als Visualisierung des SEZ an der Landsberger Allee
Nach Angaben des Stadtmuseums verwendeten die Modellbauer exakt jene Farbtöne, die damals auch im Gebäude genutzt wurden. Dadurch dokumentiert das Modell nicht nur die Architektur des SEZ, sondern auch die gestalterische Atmosphäre der frühen 1980er Jahre.
Das SEZ selbst galt bei seiner Eröffnung 1981 als weltweit einzigartiger Freizeit- und Sportkomplex. Die Anlage verfügte über Wellenbad, Eisbahn, Sporthallen, Bowlingbahnen, Saunen und Veranstaltungsräume.
In den ersten Jahren besuchten Millionen Menschen die Einrichtung. Viele Berliner verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Gebäude. Das SEZ entwickelte sich dadurch weit über seine Funktion als Sportstätte hinaus zu einem identitätsstiftenden Ort der DDR-Alltagskultur.

Das stark beschädigte SEZ-Modell zeigt sichtbare Zerstörungen an Dachkonstruktionen und Fassadenelementen. / © Foto: Verein der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin e.V.
Rettungsaktion für den Trümmerhaufen des SEZ-Modells
Heute befindet sich das SEZ in Vorbereitung auf den Abriss – und das Architekturmodell in einem sehr schlechten Zustand. Fotos des Fördervereins zeigen lose Bauteile, beschädigte Konstruktionen und zerstörte Bereiche der Anlage.
Besonders deutlich werden die Schäden an den filigranen Dach- und Fassadenelementen. Dennoch sind zentrale Bereiche des Komplexes weiterhin erkennbar, darunter das markante Schwimmbad und der Eingangsbereich mit der Aufschrift „Sport und Erholungszentrum“.
Der Förderverein des Stadtmuseums Berlin konnte das Modell im September 2025 bergen. Nun soll eine fachgerechte Restaurierung folgen. Erst danach übernimmt das Stadtmuseum Berlin das Objekt dauerhaft in seine Sammlung. Zusätzlich plant der Förderverein eine neue Schutzhaube, damit das Modell künftig öffentlich gezeigt werden kann. Für Restaurierung und Herrichtung kalkuliert der Verein Kosten von rund 20.000 Euro.
SEZ in Berlin bleibt umkämpfter Erinnerungsort

Die Visualisierung zeigt die geplante Wohnbebauung auf dem früheren SEZ-Gelände in Friedrichshain. / © Visualisierung: Stefan Forster GmbH
Parallel zur Rettungsaktion des Modellbaus läuft die Debatte um das eigentliche SEZ-Gebäude weiter. Auf dem Gelände in Friedrichshain könnten mehrere hundert Wohnungen, eine Schule und weitere Neubauten entstehen.
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM plant dafür den Abriss großer Teile des Komplexes. Gleichzeitig fordern Initiativen, Wissenschaftler und Architekten seit Jahren einen Erhalt oder eine Teilumnutzung des Gebäudes. Auch der Bezirk brachte kürzlich ein alternatives Konzept für das SEZ ins Spiel.
Der Konflikt zeigt, wie stark das SEZ bis heute emotional besetzt ist. Für viele Berliner steht das Gebäude für Freizeit, Jugend und Alltagserinnerungen aus Ost-Berlin. Andere sehen vor allem das Potenzial des Grundstücks für dringend benötigten Wohnungsbau.

Das ehemalige SEZ in Berlin-Friedrichshain stand vor dem geplanten Abriss über Jahre weitgehend leer. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Stadtmuseum Berlin, Welt, WBM, Landesdenkmalamt Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Stefan Forster GmbH
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