Der Flughafen Tempelhof soll schrittweise saniert und stärker genutzt werden. Ein neuer Fortschrittsbericht zeigt, wo das Land Berlin derzeit ansetzt, und warum die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes weiterhin eine langfristige Aufgabe bleibt.

Am Flughafen Tempelhof besteht weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf, unter anderem an Technik, Dach und Tragwerk. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Berlin will den Flughafen Tempelhof weiterentwickeln – doch der Sanierungsbedarf bleibt enorm. Der Senat hat am Dienstag den aktuellen Fortschrittsbericht zur Entwicklung des ehemaligen Flughafengebäudes zur Kenntnis genommen. Er umfasst den Zeitraum von Juni 2025 bis Mai 2026 und beschreibt sowohl den baulichen Zustand als auch die laufenden Nutzungen und die weiteren Planungen.
Das Flughafengebäude umfasst rund 300.000 Quadratmeter Geschossfläche auf einem 55 Hektar großen Grundstück. Wegen seiner Größe, seiner historischen Bausubstanz und der komplexen technischen Anlagen gilt der ehemalige Flughafen als außergewöhnliches Baudenkmal. Gleichzeitig besteht ein erheblicher Investitionsstau: Betroffen sind unter anderem die technische Infrastruktur, der Brandschutz, die Statik sowie Dach- und Betonkonstruktionen.
Ehemaliger Flughafen Tempelhof: Technische Sanierung als Grundlage
Eine umfassende Sanierung des Gebäudes hat bislang nicht stattgefunden. Das Land Berlin setzt deshalb angesichts begrenzter finanzieller Mittel zunächst auf eine Priorisierung der dringendsten Maßnahmen. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der technischen und statischen Grundstrukturen sowie der laufende Betrieb des Gebäudes.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Projekt „Technische Infrastruktur 2030“. Die Erneuerung der technischen Anlagen soll die Voraussetzung dafür schaffen, dass weitere Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt werden können. Parallel werden Dächer und Betondecken saniert, das Stahltragwerk schrittweise ertüchtigt und Brandschutzmaßnahmen umgesetzt.

Die technische Infrastruktur des Flughafengebäudes soll bis 2030 schrittweise erneuert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Seit 2025 arbeitet die Tempelhof Projekt GmbH zudem an einem übergeordneten Entwicklungskonzept, einem Profil für den Standort und daraus abgeleiteten Nutzungsleitlinien. Ziel ist es, die künftige Entwicklung des Areals zu strukturieren und gleichzeitig weitere Finanzierungs- und Kooperationsmodelle zu prüfen.
Mehr Nutzungen, Veranstaltungen und Führungen im ehemaligen Flughafen
Trotz des hohen Sanierungsbedarfs wird das Flughafengebäude bereits intensiv genutzt. Im vergangenen Jahr kamen bei verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen mehr als 125.000 Besucherinnen und Besucher – so viele wie bislang noch nie. Dazu gehörten unter anderem „Sommer am THF“, „THF leuchtet“ und „Winter am THF“. Auch die neue Ausstellung zur Geschichte der Lufthansa in Berlin Tempelhof wurde eröffnet.
Daneben wird das Gebäude für Großveranstaltungen wie Formula E, die Fahrradmesse Velo und den Fitness-Wettkampf Hyrox genutzt. Auch Kunst- und Kulturveranstaltungen, darunter die Positions Art Fair und eine Inszenierung der Komischen Oper Berlin, finden in den Hangars statt. Mehr als 2.200 Gebäudeführungen wurden durchgeführt.

Die Alte Feuerwache auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof wird 2026 unter anderem zum temporären Veranstaltungsort für Berliner Clubkultur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zusätzliche Einnahmen sollen künftig durch die Aktivierung bislang ungenutzter Flächen entstehen. Vorgesehen sind vor allem temporäre Nutzungen, die mit möglichst wenig baulichem Aufwand umgesetzt werden können.
Eine besondere Rolle spielt weiterhin die Unterbringung von Geflüchteten. Seit 2015 wird das Flughafengebäude dafür genutzt. Bis 2028 stehen am Standort rund 2.700 Plätze zur Verfügung. Die weitere Entwicklung des denkmalgeschützten Gebäudes muss damit unterschiedliche öffentliche, kulturelle und wirtschaftliche Anforderungen miteinander verbinden.
Flughafen Tempelhof
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, THF Projekt
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