Der Umbau des ehemaligen Flughafens Tegel zum Hochschulcampus verzögert sich erneut. Statt 2030 könnte das Projekt nun erst 2035 fertiggestellt werden, mit deutlich höheren Kosten als ursprünglich geplant. Für die Berliner Hochschule für Technik (BHT) bedeutet dies weitere Jahre der Unsicherheit.

Die Visualisierung zeigt den zukünftigen Standort der „Urban Tech Republic“, auf dessen Gelände Forschung und Innovation gebündelt werden sollen. Im ehemaligen Terminal A des Flughafens ist zudem der neue Campus der Berliner Hochschule für Technik vorgesehen. / © Visualisierung: Gerkan, Marg and Partner (gmp)
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Die Transformation des stillgelegten Flughafens Tegel in einen Hochschulcampus für die Berliner Hochschule für Technik (BHT) verzögert sich erneut. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat angekündigt, dass die Sanierung des ikonischen Terminals A wegen knapper Haushaltsmittel aufgeschoben wird. Statt einer Fertigstellung im Jahr 2030 wird nun ein Abschluss erst 2035 in Aussicht gestellt.
Ursprünglich sollte die BHT bereits 2027 in das historische Gebäude umziehen. Aus baulicher Sicht sei ein schnellerer Fortschritt möglich, erklärte eine Sprecherin der Bauverwaltung dem Tagesspiegel. Doch die Haushaltslage erlaube nur, dass größere Summen erst nach 2030 abgerufen werden. Zunächst sollen bis 2026 Rückbauarbeiten und die Beseitigung von Schadstoffen erfolgen.
Steigende Kosten und begrenzte Mittel bremsen den Umbau des Campus Tegel
Die Kosten für das Projekt steigen mit jeder Verzögerung. Ursprünglich waren rund 450 Millionen Euro veranschlagt, später kalkulierte die Verwaltung bereits mit 650 Millionen. Mit der Verschiebung auf 2035 könnten sich die Ausgaben auf bis zu 833 Millionen Euro erhöhen, wie der Tagesspiegel beichtet. Die Senatsverwaltung betont, es handele sich um eine Hochrechnung, die auch niedriger ausfallen könne, sollten zusätzliche Gelder früher bereitgestellt werden.
Die Finanzierung sieht derzeit nur kleine Beträge vor. Für 2027 sind lediglich 15 Millionen Euro eingeplant, 2028 sollen es 20 Millionen sein und 2029 rund 40 Millionen Euro. Der Großteil der Kosten wird erst nach 2030 erwartet, was den Baufortschritt stark ausbremst.
BHT und Wissenschaftssenatorin kritisieren Verzögerungen beim Campus Tegel in Reinickendorf
Die Berliner Hochschule für Technik reagierte enttäuscht auf die erneuten Verschiebungen. Vizepräsident Hans Gerber kritisierte gegenüber dem Tagesspiegel, dass es an strategischer Verlässlichkeit fehle. Unter diesen Bedingungen sei es kaum möglich, die eigene Zukunft zu planen. Besonders problematisch sei, dass die Hochschule wegen der Tegel-Pläne keine Neubauten an ihrem bisherigen Standort in Wedding genehmigt bekomme. Gerber sprach von einem strategischen Nachteil gegenüber anderen Hochschulen.
Auch Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) zeigte sich überrascht. Sie erfuhr von den neuen Prognosen erst durch eine Medienanfrage. Sie betonte gegenüber dem Tagesspiegel, gemeinsam mit Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler sei man sich einig, dass eine frühere Fertigstellung des Campus Tegel nötig und möglich sei.
Campus Tegel in Reinickendorf soll langfristig Zentrum für urbane Technologien und Start-ups werden
Trotz der Verzögerungen sieht die BHT langfristig einen großen Mehrwert in Tegel. Geplant ist, dort urbane Technologien wie Architektur, Energie- und Gebäudetechnik zu bündeln. Außerdem soll ein Start-up-Hub entstehen, das Wissenschaft und Wirtschaft enger verzahnt.
Die Pläne reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, zunächst wegen der verspäteten BER-Eröffnung, später durch die Nutzung als Ankunftszentrum für Geflüchtete. Nun sind es vor allem finanzielle Probleme, die das Vorhaben ausbremsen. Gerber betonte dennoch, dass Tegel langfristig das bessere Projekt sei: Je früher es realisiert werde, desto stärker könne Berlin profitieren.
Quellen: Gerkan, Marg and Partner (gmp), Henn GmbH, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel kleyer.koblitz.letzel.freivogel, KUULA, Berliner Feuerwehr, Tegel Projekt GmbH, Berliner Feuerwehr, Berliner Woche, GMP Architekten, kleyer.koblitz.letzel.freivogel gesellschaft von architekten mbh, Berlin mit KUULA Landschaftsarchitekten, Till Budde, Tegel Projekt GmbH, Berliner Bodenfonds GmbH, Berliner Immobilienmanagement GmbH
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3 Kommentare
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Wenn sie schon so anfangen dann wird es wahrscheinlich erst 2040 fertig. Am besten lässt man es einfach sein, in diesem Land kriegt man eh nichts mehr auf die Reihe. Ein zu großer Wasserkopf mit viel zu vielen Köchen. Der Staat verliert so langsam aber sicher seine Legitimation.
Das gute Stück wird dann fertig, wenn Siemens seinen Cluster schon wieder renoviert und bei der Siemensbahn der Schotter unter den Schienen wiederholt nachgestopft wird… Egal, halt wie immer…(Die Renderings sind vom Bauteil B).
Es gibt eine Lösung.