Ryanair reduziert am BER im Winterflugplan die Flüge um 50 Prozent. Der Billigflieger nennt steigende Kosten und Gebühren als Grund.

Der BER gehört zu den kostenintensiven Flughäfen im europäischen Vergleich. / © Foto: Flughafen Berlin Brandenburg
© Titelbild: Flughafen Berlin Brandenburg
Der Billigflieger Ryanair zieht sich am Flughafen BER deutlich zurück. Die Airline will ihr Angebot von und nach Berlin im Winterflugplan um 50 Prozent senken. Als Grund nennt das Unternehmen hohe Standortkosten und angekündigte Gebührenerhöhungen am Flughafen.
Airline-Manager Eddie Wilson erklärte am Freitag, die Zahl der Flüge von und nach Berlin solle im Winterflugplan um 50 Prozent sinken. Zudem will Ryanair alle sieben in Berlin stationierten Flugzeuge abziehen und in Länder mit niedrigeren Kosten verlagern. Genannt wurden unter anderem Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien.
Ryanair zieht sich zurück: BER-Kosten als Hauptgrund
Nach Angaben der Airline steht die Entscheidung im direkten Zusammenhang mit den Kosten am Standort Berlin. Ryanair verweist besonders auf die Ankündigung des BER, die Gebühren von 2027 bis 2029 erneut um weitere zehn Prozent zu erhöhen.
Am 24. Oktober soll die Ryanair-Basis am BER schließen. Piloten und Kabinenmitarbeiter verlieren ihre Beschäftigung aber nicht automatisch, sondern sollen innerhalb des Unternehmens versetzt werden können. Ryanair betreibt weiterhin ein umfangreiches Streckennetz in Europa und plant laut eigener Darstellung, in anderen Regionen zu expandieren.
Deutschland gilt im europäischen Vergleich seit der Corona-Pandemie als kostenintensiver Luftverkehrsstandort. Diese Einschätzung teilen mehrere Airlines, die ihre Investitionen stärker auf andere Märkte konzentrieren.
Staatliche Maßnahmen sollen Kosten senken
Die Bundesregierung hat auf diese Entwicklung reagiert und eine Anpassung der Luftverkehrsteuer beschlossen. Zum 1. Juli 2026 soll die Abgabe wieder auf das Niveau vor der Erhöhung im Mai 2024 sinken. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu verbessern und die Belastung für Airlines zu reduzieren.
Ob diese Maßnahme ausreicht, um Billigflieger wie Ryanair langfristig am BER zu halten, bleibt offen. Kurzfristig steht fest, dass das Angebot am Berliner Flughafen im Winter deutlich kleiner ausfallen wird.
Flughafen BER
Quellen: Reuters; Tagesspiegel; Ryanair, RTL
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4 Kommentare
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Naja, das ist wirklich kein Verlust. In der Vergangenheit hat Eurowings dann aufgestockt. Eine wesentlich angenehmere Fluggesellschaft (auch mit Business-Class).
ja, zum doppelten Preis und manche Destinationen fallen komplett weg, bspw Zypern.
Fliegen ist leider sehr schädlich für das Klima, billig Angebote sollte es daher nicht geben. Wer Treibhausabgase verursacht sollte zur Kasse gebeten werden, anstatt die Gesellschaft über einen schlechteren Zustand des Klima.
KI: Flugverkehr erwärmt das Klima durch CO2‑Emissionen und mehrere nicht‑CO2‑Wirkungen (vor allem Kondensstreifen/contrail‑Zirrus, NOx‑Effekte, Ruß und Wasserdampf). Insgesamt verursacht die Luftfahrt rund 3–4 % der globalen anthropogenen Strahlungsantriebsleistung; etwa zwei Drittel der Erwärmung stammen von nicht‑CO2‑Effekten.
Hauptwirkungen
CO2: Langlebiges Treibhausgas — trägt dauerhaft zur Erhöhung der atmosphärischen CO2‑Konzentration bei; Anteil der Luftfahrt an CO2‑Emissionen wächst mit Flugverkehr.
Kondensstreifen / contrail‑Zirrus: Bilden sich in feuchter, kalter Luft; reflektieren Wärmestrahlung nach unten und erhöhen die Wolkenbedeckung → starker kurzfristiger Erwärmungseffekt, verantwortlich für einen großen Teil des Gesamteffekts.
NOx → Ozon & Methan: NOx erhöht bodennahes O3 (warmes Treibhausgas) und reduziert Methan (kühlend); netto meist erwärmend in den betroffenen Regionen/Zeithorizonten.
Aerosole / Ruß: Können sowohl kühlen (z. B. Sulfat) als auch erwärmen (schwarzer Kohlenstoff); beeinflussen Wolkenbildung und Strahlungsbilanz.
Wasserdampf in der Stratosphäre: Bei sehr hohen/überraschenden Flugprofilen kleiner zusätzlicher Erwärmungseffekt.
Charakteristika und Unsicherheiten
Nicht‑CO2‑Effekte treten vor allem in mittleren Breiten und in der oberen Troposphäre auf; sie sind räumlich und zeitlich variabel und wissenschaftlich unschärfer quantifizierbar als CO2.
Auf kurzen Zeitskalen (Jahrzehnte) sind kontrails und NOx‑Effekte oft dominierend; auf langen Zeitskalen bleibt CO2 zentral wegen seiner Langlebigkeit.
Mögliche Minderungsoptionen
Verringerung des Flugverkehrs / Substitution durch Zugverkehr, optimierte Routen und Flughöhen (contrail‑Vermeidung), Sustainable Aviation Fuels (begrenzte Wirkung auf non‑CO2), effizientere Triebwerke, elektrische/Hybridflugzeuge für Kurzstrecken.
Soll der Pöbel doch Zug fahren?