Drohnen haben den Flugbetrieb am BER in diesem Jahr mehrfach gestört. Nun setzt die Deutsche Flugsicherung auf zusätzliche Technik rund um den Hauptstadtflughafen. Das System soll vor allem ein Problem lösen, das bei bisherigen Sichtungen immer wieder deutlich wurde.

Innenminister Dr. Jan Redmann und BER-Geschäftsführerin Aletta von Massenbach beim Sicherheitsgespräch am Flughafen Berlin Brandenburg. Im Mittelpunkt stand der Schutz des BER vor Drohnen und anderen Gefahren. / © Foto: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg
© Titelbild: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg
Am Flughafen Berlin Brandenburg hat die Deutsche Flugsicherung eine neue Technik zur Drohnenerkennung in Betrieb genommen. Der Schritt folgt auf eine auffällige Häufung von Sichtungen rund um den BER. Erst vor wenigen Tagen musste der Flugbetrieb erneut zeitweise vollständig ruhen.
- Standort: Flughafen Berlin Brandenburg (BER), Schönefeld
- Adresse: Willy-Brandt-Platz 1, 12529 Schönefeld
- Projekt: System zur Drohnenerkennung
- Inbetriebnahme: September 2026
Das neue System soll Drohnen im An- und Abflugbereich des BER früher erfassen. Die gewonnenen Informationen können anschließend an die Stellen weitergegeben werden, die mögliche Gefahren bewerten und über weitere Maßnahmen entscheiden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte bei der Vorstellung, dass der Bund angesichts der zunehmenden Vorfälle die Drohnendetektion an internationalen Verkehrsflughäfen zügig ausbauen wolle.
Drohnen am Flughafen BER: Erst vor wenigen Tagen stand der Betrieb still
Für den BER ist das besonders relevant. Nach Angaben der DFS wurden allein von Januar bis Ende August 2026 insgesamt 37 Drohnensichtungen rund um den Flughafen registriert. Im ersten Halbjahr waren es 28 und damit mehr als an jedem anderen deutschen Flughafen. Sieben dieser 28 Fälle führten zeitweise zu Unterbrechungen des Flugverkehrs. Im gesamten Jahr 2025 hatte die DFS am BER und in dessen Umgebung acht Sichtungen erfasst.
Wie schnell eine einzelne Meldung Auswirkungen haben kann, zeigte sich jüngst am 23. September. Gegen 20 Uhr wurde am BER eine Drohne gemeldet. Zunächst sperrte die Flugsicherung die Nordpiste, ab 20.20 Uhr ruhte der Flugbetrieb vollständig. Erst um 21.05 Uhr konnten Starts und Landungen wieder aufgenommen werden. Mindestens zwei Maschinen wurden nach Angaben des rbb umgeleitet. Die Bundespolizei konnte das gemeldete Flugobjekt bei ihrer Suche allerdings nicht feststellen. Die Brandenburger Polizei übernahm anschließend die Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr.
Drohnenerkennung und Drohnenabwehr sind nicht dasselbe
Gerade dieser Fall zeigt, warum ein belastbares Lagebild wichtig ist. Eine gemeldete Drohne muss nicht zwangsläufig eine konkrete Bedrohung darstellen. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach verwies bei der Inbetriebnahme darauf, dass Drohnenereignisse unterschiedliche Ursachen haben könnten. Aus der Zahl der Sichtungen allein ließen sich daher keine sicheren Schlüsse über deren Hintergrund oder eine konkrete Gefahrenlage ziehen. Entscheidend seien möglichst früh verlässliche Informationen.
Dabei muss zwischen Erkennung und Abwehr unterschieden werden. Das neue DFS-System dient zunächst dazu, Flugobjekte zu entdecken und ein genaueres Lagebild zu schaffen. Es bedeutet nicht, dass eine erkannte Drohne automatisch gestört, übernommen oder vom Himmel geholt wird. Für Maßnahmen der Gefahrenabwehr sind Sicherheitsbehörden zuständig. Der Bund baut parallel die entsprechende Einheit der Bundespolizei aus. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sollen künftig 300 Spezialkräfte an acht Standorten eingesetzt werden.
Drohnenerkennung am BER ist Teil eines größeren Sicherheitskonzepts
Die Entwicklung ist Teil eines größeren Sicherheitskonzepts. Noch im DFS-Geschäftsbericht 2025 hieß es, frühere Arbeiten an einer systematischen Detektion seien zunächst angehalten worden, während Bundesverkehrs- und Bundesinnenministerium an einem Gesamtkonzept arbeiteten. Dabei ging es auch um Zuständigkeiten und die Finanzierung von Detektion und Intervention. Im August 2026 teilte das Verkehrsministerium schließlich mit, die DFS mit dem Aufbau von Detektionsmöglichkeiten an internationalen Verkehrsflughäfen beauftragt zu haben.
Flughafen BER: Neues System zur Drohnenerkennung
Quellen: Bundesministerium für Verkehr, Ministerium des Innern Brandenburg, rbb24, Handelsblatt, ZEIT
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