Der Flughafen Berlin Brandenburg hat im zweiten Quartal 2025 leicht weniger Passagiere gezählt, konnte jedoch beim Frachtaufkommen deutlich zulegen. Im gesamten ersten Halbjahr zeigt sich dennoch eine positive Entwicklung, auch wenn der Vergleich zu 2019 weiterhin eine deutliche Lücke offenbart.

Die Entwicklung des Passagieraufkommens am Flughafen BER seit 2019 zeigt, dass die Werte 2025 trotz leichter Zuwächse im Jahresverlauf weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen. Besonders im Frühjahr und Sommer bleibt der Abstand zu 2019 klar erkennbar, wie auch im Artikel dargestellt. / © Statistik Berlin-Brandenburg
© Titelbild: Statistik Berlin-Brandenburg
Im zweiten Quartal 2025 nutzten rund 6,8 Millionen Passagiere den Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Das entspricht laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg einem Rückgang von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch die Zahl der Starts und Landungen verringerte sich um 2,1 Prozent auf 48.785. Im Vergleich zu 2019 bleibt der Abstand deutlich, da damals 73.200 Flugbewegungen mit 9,6 Millionen Passagieren gezählt wurden. Während die Passagierzahlen also leicht nachgaben, stieg das Frachtaufkommen im gleichen Zeitraum um 9,8 Prozent auf 12.415 Tonnen.
Halbjahresergebnisse 2025: Moderates Wachstum, Passagierzahlen unter Vorkrisenniveau
Von Januar bis Juni wurden am BER 88.519 Starts und Landungen gezählt, was einem Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Passagierzahlen stiegen um 2,0 Prozent auf 12,1 Millionen. Dennoch bleibt das Rekordjahr 2019 mit mehr als 17,4 Millionen Fluggästen im selben Zeitraum in weiter Ferne. Auch die Luftfracht entwickelte sich positiv und legte um 10,5 Prozent auf 23.822 Tonnen zu.
Bilanzen für Juli 2025: Monat bringt stabile Passagierentwicklung, aber kräftigen Zuwachs im Frachtbereich
Im Juli 2025 reisten knapp 2,37 Millionen Passagiere über den BER, was einem leichten Anstieg um 0,25 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres entspricht. Besonders frequentiert war der 11. Juli, an dem 85.539 Reisende gezählt wurden. Die Zahl der Starts und Landungen ging leicht um 0,9 Prozent auf 17.155 zurück. Deutlich stärker entwickelte sich die Luftfracht, die um 18,6 Prozent auf 4.844 Tonnen zunahm.
Kostenstruktur im deutschen Luftverkehr: Einfluss auf Flugangebot und Standortwahl der Airlines
Der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft weist darauf hin, dass das Passagieraufkommen in Deutschland noch 15,8 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegt. Präsident Jens Bischof nannte als Hauptgrund die hohen Standortkosten. In Deutschland betragen Steuern und Gebühren pro Passagier rund 35 Euro, während sie an manchen europäischen Flughäfen nur sechs bis sieben Euro erreichen. Diese Kosten veranlassen Airlines, Maschinen ins Ausland zu verlagern.
Flottenentwicklung bei Billigfluggesellschaften: weniger innerdeutsche Verbindungen
Seit 2019 ist die Zahl der in Deutschland stationierten Flugzeuge von Billigfluggesellschaften von 190 auf 130 gesunken. Besonders am Flughafen BER, aber auch an anderen Standorten, haben Airlines wie Ryanair, Easyjet und Eurowings Maschinen abgezogen. Auch der innerdeutsche Flugverkehr ist von Veränderungen betroffen. Das Angebot auf nationalen Strecken hat sich im Vergleich zu 2019 etwa halbiert, und viele innerdeutsche Routen werden nicht mehr regelmäßig bedient.
Quellen: Statistik Berlin-Brandenburg, BER, Berliner Zeitung, Berlin Live
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