Die „Floating Wave“ soll Surfen auf der Elbe ermöglichen. In Hamburg-Altona ist ein schwimmender Ponton mit Welle, Gastronomie und Terrassen geplant.
Floating Wave Hamburg
© Titelbild: Floating Wave Beteiligungsgesellschaft mbH
Mitten im Hamburger Hafen könnte ein neuer Freizeitort entstehen. Vor dem Dockland in Altona soll die „Floating Wave“ auf der Elbe schwimmen. Das Projekt verbindet eine künstliche Surfwelle mit Gastronomie und Aufenthaltsflächen. Inzwischen geht es vor allem um eine entscheidende Frage: Wann erhält die Anlage ihre Genehmigung?
- Bezirk: Altona
- Standort: Fischereihafen an der Elbe, gegenüber dem Dockland
- Projektstatus: Bauantrag wird geprüft
- Fertigstellung: Eröffnung nach aktuellem Stand 2027 vorgesehen
Die „Floating Wave“ soll nicht am Ufer gebaut werden, sondern auf einem schwimmenden Ponton im Fischereihafen liegen. Der geplante Standort befindet sich gegenüber dem markanten Dockland und damit an einem der auffälligsten Abschnitte der Elbe in Hamburg. Nach Angaben des NDR soll die Plattform etwa 20 mal 40 Meter messen. Im Becken soll eine stehende Welle von rund 1,5 Metern Höhe entstehen. Pumpen erzeugen die Welle mit gefiltertem Wasser aus der Elbe.
Für das Projekt liegt bereits ein positiver Bauvorbescheid vor. Zudem hatte die Hamburg Port Authority schon eine Liegegenehmigung für den geplanten Ponton erteilt. Die Bezirksversammlung Altona unterstützte die Grundzüge des Vorhabens bereits 2024. Damals standen neben dem Bauverfahren noch weitere Genehmigungen im Raum.
„Floating Wave“ auf der Elbe: Bauantrag musste erneut eingereicht werden
Allerdings verzögerte sich das Verfahren. Die Projektgesellschaft hatte ihre Unterlagen zunächst am 23. Dezember 2025 eingereicht. Wegen einer Änderung der Hamburgischen Bauordnung musste der Bauantrag anschließend neu gestellt und an das Bezirksamt Altona gerichtet werden. Nach Angaben des Bezirksamts ging der neue Antrag im Juni 2026 ein und wird derzeit geprüft. Damit ist eine Baugenehmigung weiterhin nicht erteilt.
Die Projektgesellschaft nennt auf ihrer aktuellen Internetseite 2027 als geplantes Eröffnungsjahr. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Auch die Kosten des Hamburger Projekts sind nach aktuellem Stand nicht öffentlich bekannt.
Surfen in Altona: Ponton bietet Platz für bis zu 200 Menschen
Die Anlage soll deutlich mehr als eine reine Sportstätte werden. Nach den jüngsten Angaben sind auf dem Ponton eine Tapas-Bar und zwei Terrassen vorgesehen. Insgesamt soll die Plattform Platz für rund 200 Menschen bieten. Wer lediglich zuschauen oder sich dort aufhalten möchte, soll keinen Eintritt zahlen. Für das Surfen selbst plant der Betreiber jeweils zehn Plätze auf der Welle.
Für eine halbe Stunde Surfen nennt die Projektgesellschaft derzeit einen Preis von 25 Euro, für eine Stunde entsprechend 50 Euro. Gleichzeitig soll die Welle Anfängerinnen und Anfängern ebenso offenstehen wie erfahrenen Surfern. Coaches und ein Schulungsprogramm gehören zum Konzept. Darüber hinaus plant das Unternehmen eine Akustikanlage, die blinden Menschen das Surfen erleichtern soll. Gemeinsam mit dem Social Surf Club sind außerdem spezielle Angebote für Kinder vorgesehen.
„Floating Wave“ setzt auf gefiltertes Wasser aus der Elbe
Auch technisch unterscheidet sich das Konzept von klassischen Surfparks an Land. Die Welle soll zwölf Meter breit sein. Statt Trinkwasser nutzt die Anlage gefiltertes Elbwasser, auf Chlor soll sie verzichten. Nach Angaben des Projektentwicklers benötigt die eingesetzte Wellentechnik rund 50 Prozent weniger Energie als andere künstliche Wellensysteme hierzulande.
Den Ponton soll MEYER Floating Solutions bauen, ein finnisches Unternehmen aus der Unternehmensgruppe der Papenburger Meyer Werft. Der Bauauftrag wurde bereits 2025 vergeben. Die Plattform soll außerhalb des Hamburger Standorts unter kontrollierten Werftbedingungen gefertigt werden. Damit verlagert sich ein großer Teil der eigentlichen Bauarbeiten weg vom Fischereihafen.
Die „Floating Wave“ würde damit einen weiteren Freizeitbaustein am nördlichen Elbufer schaffen. In Altona verändern derzeit mehrere Projekte das Umfeld, darunter auch die Neuordnung rund um den Bahnhof Altona. Ob die künstliche Welle tatsächlich 2027 eröffnet, hängt nun vor allem vom laufenden Genehmigungsverfahren ab.
Quellen: NDR Hamburg, Bezirksversammlung Altona, Floating Wave Beteiligungsgesellschaft mbH, MEYER Floating Solutions, SZENE HAMBURG
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