Hamburg hat sein finalisiertes Konzept für eine Olympiabewerbung vorgestellt. Der Plan setzt auf kurze Wege, bestehende Infrastruktur und eine breite Einbindung der Stadtgesellschaft. Dabei rücken auch Themen wie Kosten, Nachnutzung und langfristige Effekte stärker in den Fokus.

Übersicht Sportstätten, Olympia Hamburg

Hamburg stellt sein Konzept für Olympia vor. Zentral ist die Konzentration der Wettkampfstätten in zwei Clustern. Der „Olympic Park City“ rund um das Heiligengeistfeld sowie der „Olympic Park Altona“ im Bereich des Volksparks bündeln den Großteil der Wettbewerbe. / © Übersichtsplan: moka-studio

© Titelbild: moka-studio

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Der Hamburger Senat hat das finale Konzept für eine Olympiabewerbung vorgestellt. Es baut auf einem sportfachlichen Grobkonzept aus dem Mai 2025 sowie einer Bürgerbeteiligung im November 2025 auf. Ziel sei es laut Senat, Spiele zu entwickeln, die sich in die bestehende Stadtstruktur einfügen und gleichzeitig einen langfristigen Nutzen für die Bevölkerung schaffen.

Zentral ist dabei die Konzentration der Wettkampfstätten in zwei Clustern. Der „Olympic Park City“ rund um das Heiligengeistfeld sowie der „Olympic Park Altona“ im Bereich des Volksparks bündeln den Großteil der Wettbewerbe. Insgesamt liegen 20 der 33 Wettkampfstätten im Stadtgebiet, davon 17 innerhalb eines Radius von sieben Kilometern. Auch das Olympische Dorf sowie zentrale Disziplinen wie Leichtathletik, Turnen und Schwimmen sind im Volkspark vorgesehen.

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Geplante Sportstätten in Hamburg: Bürgerbeteiligung führt zu Anpassung der Wettbewerbsstandorte

Das Konzept versteht Hamburg als urbane Bühne für die Spiele. Die Binnenalster soll dabei als zentrales Element dienen. Geplant sind dort unter anderem ein schwimmender Court für 3×3-Basketball sowie Finalwettkämpfe im Bogenschießen und Padel-Tennis. Ergänzt wird das Programm durch Stand-Up-Paddling und Para-Segeln, die aus Vorschlägen der Bürgerbeteiligung hervorgegangen sind.

Bogenschießen Binnenalster

Bogenschießen auf der Binnenalster. / © Visualisierung: Neuland Concerts

Zudem wurden mehrere Standorte angepasst. Wasserball und Moderner Fünfkampf sollen gemeinsam im Wilhelmsburger Inselpark stattfinden, während Sportklettern am südlichen Elbufer gegenüber den Landungsbrücken vorgesehen ist. Der Schießsport wird von einem ursprünglich geplanten Standort in Thüringen nach Hamburg-Wandsbek beziehungsweise in die Metropolregion verlagert.

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Außenstandorte bleiben dennoch Teil des Konzepts, etwa Kiel für Segeln, Rugby und Handball oder mehrere Städte entlang einer Nord-Ost-Achse für den Fußball.

Olympia in Hamburg: Nachnutzung und Freiraumentwicklung als zentraler Punkt im Konzept

Ein zentrales Prinzip des Konzepts ist die Nutzung vorhandener Anlagen. Rund 76 Prozent der Wettkampfstätten bestehen bereits, während temporäre Bauten nach den Spielen weiterverwendet werden sollen. Dazu zählen unter anderem Sportböden für Vereine, Tischtennisanlagen für Schulen sowie Skate- und BMX-Rampen, die an anderen Standorten in der Stadt integriert werden. Auch das Olympische Dorf soll nach den Spielen zum Wohnquartier weiterentwickelt werden.

Parabike Landungsbrücken

Parabike an den Landungsbrücken. / © Visualisierung: moka-studio

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Parallel plant Hamburg ein durchgehendes „Olympisches Band“, das mehrere Grünräume miteinander verbindet. Es soll sich vom Volkspark über verschiedene Parkanlagen bis hin zur Dove-Elbe erstrecken. Durch Entsiegelung, Begrünung und Aufwertung entsteht so ein zusammenhängender Grünzug. Auch die Verlagerung der Mountainbike-Strecke nach Hummelsbüttel wird mit dem Schutz bestehender Landschaftsräume begründet.

Mobilität, Unterbringung und Finanzierung: Olympia als Impuls für Infrastruktur und Quartiersentwicklung

Olympisches DorfOlympisches Dorf Nachnutzung

Olympisches Dorf und Nachnutzung. / © Visualisierungen: Cobe

Im Mobilitätskonzept setzt Hamburg auf den Umweltverbund aus Bahn, Bus, Fuß- und Radverkehr. Ergänzend sind autonome Kleinbusse und digitale Verkehrssteuerung vorgesehen, um Besucherströme effizient zu lenken. Gleichzeitig sollen Investitionen in den Hauptbahnhof, neue U- und S-Bahn-Strecken sowie Park-and-Ride-Anlagen beschleunigt werden, was langfristig auch die Alltagsmobilität verbessern soll.

Das Olympische Dorf ist in der „Science City Bahrenfeld“ geplant und Teil einer größeren Quartiersentwicklung. Während der Spiele sollen dort rund 15.000 Menschen untergebracht werden, anschließend entstehen Wohnungen für bis zu 9.000 Menschen, mehr als die Hälfte davon gefördert. Die Organisationskosten werden auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt, denen Einnahmen von etwa 4,9 Milliarden Euro gegenüberstehen. Über die Bewerbung sollen die Hamburgerinnen und Hamburger am 31. Mai in einem Referendum entscheiden.

Olympisches Dorf Plaza

Zentrum des Olympischen Dorfes. / © Visualisierung: Cobe

Quellen: hamburg.de, Landessportamt

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One Comment

  1. Ingolf urban 23. März 2026 at 12:30 - Reply

    0,1 Milliarden Euro Einnahme?
    Hat Hamburg keine anderen Probleme?
    Radwege kaputt, ÖPNV jetzt schon überfordert, Parkplätze fehlen, Polizei überlastet.

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