Seit Jahren wartet die Fichtenberg-Oberschule in Steglitz auf ihre neue Sporthalle. Ursprünglich sollte das Gebäude längst genutzt werden. Nun nennt der Berliner Senat einen neuen Zeitplan – doch vor dem Baustart müssen noch mehrere Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Fichtenberg-Oberschule in Steglitz wartet weiterhin auf ihre neue Sporthalle. Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Neubau im dritten Quartal 2027 beginnen. / © Foto: Wikimedia Commons, A. Savin, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Sparc2k22, CC BY-SA 4.0
An der Fichtenberg-Oberschule in der Rothenburgstraße läuft seit Jahren eine umfassende Erneuerung des Schulstandorts. Dazu gehört auch eine neue Dreifeld-Sporthalle. Das Vorhaben hat sich jedoch deutlich verzögert. Eine aktuelle Antwort des Berliner Senats zeigt nun, wie es weitergehen soll, und weshalb selbst der neue Termin noch nicht als endgültig gelten kann.
- Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
- Adresse: Rothenburgstraße 18, 12165 Berlin
- Projekt: Neubau einer Typensporthalle Kompakt
- Projektstatus: Planung und Vergabeverfahren
- Geplanter Baubeginn: Quartal 2027
- Geplante Fertigstellung/Nutzungsübergabe: Quartal 2028
- Gesamtkosten: 14,9 Millionen Euro
Die Sporthalle gehört zu einer weit größeren Baustelle. Die 1911 errichtete Fichtenberg-Oberschule wird seit Jahren saniert. 2018 kam bereits ein Modularer Ergänzungsbau hinzu, 2019 ging der erneuerte Sportplatz in Betrieb. Der Bezirk führt für die Gesamtsanierung derzeit einen Zeitraum von 2018 bis 2027. Parallel soll der Neubau der Sporthalle folgen.
Fichtenberg-Oberschule: Sporthalle sollte ursprünglich 2023 fertig sein
Dabei stammt die Planung keineswegs aus jüngster Zeit. Das Bedarfsprogramm für die Sporthalle lag bereits im November 2016 geprüft vor, der Amtsentwurf folgte 2018. Im März 2020 wurde die erweiterte Vorplanungsunterlage für den Hallentyp geprüft. Nach dem damaligen Terminplan sollte der Bau im ersten Quartal 2022 beginnen und bereits im ersten Quartal 2023 fertig sein.
Dazu kam es nicht. Nach Angaben des Senats fehlte dem Grundstück die notwendige Baureife. Bevor die neue Halle entstehen kann, müssen mobile Unterrichtsräume und die bestehende Turnhalle verschwinden. Die mobilen Räume wiederum können erst weichen, wenn die Sanierung des Nordflügels abgeschlossen ist. Dessen Inbetriebnahme plant das Land derzeit für das vierte Quartal 2026. Die Verzögerungen beim Schulgebäude haben damit unmittelbar den Neubau der Sporthalle verschoben.
Fünf Angebote für Typensporthalle an Fichtenberg-Oberschule liegen vor
Inzwischen ist die Planung weiter. Die standortspezifische Einpassplanung wurde nach Angaben des Senats im April 2026 bestätigt. Die weiteren standortspezifischen Planungs- und Zustimmungsunterlagen sollen bis zum zweiten Quartal 2027 vorliegen. Gleichzeitig läuft das Vergabeverfahren für die Bauleistungen an einen Generalunternehmer. Fünf Angebote lagen Anfang September zur Prüfung vor; die verlängerte Bindefrist endet am 30. Oktober 2026.
Nach dem derzeitigen Ablauf soll die bestehende Sporthalle Ende 2026 außer Betrieb gehen. Anschließend müssen die mobilen Unterrichtsräume und die alte Halle abgerissen werden. Für das dritte Quartal 2027 ist die Baufreiheit vorgesehen. Dann soll auch der eigentliche Neubau starten. Die Nutzungsübergabe der neuen Halle ist für das vierte Quartal 2028 geplant. Der Senat veranschlagt für den eigentlichen Bau 14 Monate.
Sportunterricht an Fichtenberg-Oberschule bleibt eingeschränkt
Für die Schule hat die Verzögerung konkrete Folgen. Die Fichtenberg-Oberschule muss weiterhin bestehende Sporthallen mit anderen Schulen teilen und zusätzliche Sportangebote außerhalb des Schulgeländes organisieren. Dadurch wird die Organisation des Schulalltags erschwert.
Ob die neue Halle tatsächlich Ende 2028 öffnet, bleibt dennoch offen. Der Senat schließt eine weitere Verschiebung ausdrücklich nicht aus. Als mögliche Risiken nennt er verspätete Abrissarbeiten, einen höheren Aufwand bei schadstoffbelastetem Bauschutt oder Boden, Verzögerungen bei der Vergabe sowie noch ausstehende Genehmigungen für Baumfällungen und die Baufeldfreimachung im Bereich der früheren Kleingartenanlage. Erkenntnisse über Altlasten, Kampfmittel oder andere Bodenprobleme liegen bislang nicht vor; belastbare Untersuchungen sind laut Senat allerdings erst nach den Abrissarbeiten möglich.
Damit hängt auch der Abschluss der gesamten Schulsanierung an der neuen Halle. Erst nach deren Fertigstellung kann der Schulhof hergestellt werden. Der derzeitige Fahrplan sieht also eine klare Reihenfolge vor: Nordflügel fertigstellen, Interimsräume und alte Sporthalle abbrechen, Neubau errichten und anschließend den Schulhof vollenden.
Fichtenberg-Oberschule: Neubau der Sporthalle
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/27022, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Berliner Schulbauoffensive
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Damit werden mehrere Schüler-Generationen ihre Gymnasialzeit ausschließlich auf Baustellen, in Provisorien und mit improvisiertem (Sport-)Unterricht verbracht haben. Aber das ist ja nicht schlimm, es sind ja nur Schüler. Danke, liebe Verwaltung!