Frankfurt hat im vergangenen Jahr neue Unterkünfte für 600 wohnungslose und geflüchtete Menschen geschaffen und zugleich provisorische Lösungen zurückgebaut. Die Stadt will damit auf steigende Wohnungslosigkeit und einen weiterhin angespannten Wohnungsmarkt reagieren.

Frankfurt zieht sich schrittweise aus der Unterbringung in Containeranlagen zurück und ersetzt diese durch feste Übergangsunterkünfte. Bestehende Containerstandorte werden aufgegeben, sobald neue Gebäude bezugsfertig sind. / © Foto: depositphotos.com / majorosl66
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Frankfurt hat im vergangenen Jahr Unterkünfte für rund 600 wohnungslose Frankfurterinnen und Frankfurter sowie geflüchtete Menschen geschaffen. Möglich wurde dies durch die Eröffnung zweier neuer Übergangsunterkünfte und die Erweiterung einer bestehenden Einrichtung. Im Gegenzug gab die Stadt vier angemietete Hotels sowie eine Containeranlage auf, in denen Menschen bislang provisorisch untergebracht waren.
Damit setzt die Kommune ihren Kurs fort, teure und für den Alltag wenig geeignete Notlösungen schrittweise zu ersetzen. Sozialdezernentin Elke Voitl erklärte, die Stadt müsse sich von Hotels und Hallen verabschieden, in denen Bewohnerinnen und Bewohner teilweise nicht einmal die Möglichkeit hätten, selbst zu kochen oder ihren Tagesablauf eigenständig zu gestalten. Auch wenn die Zahl der Geflüchteten derzeit leicht zurückgehe, bleibe der Bedarf an zusätzlichen Unterkünften hoch.
„Akute Krise“: Immer mehr Menschen in Frankfurt ohne Wohnung
Aktuell bringt Frankfurt rund 5.000 geflüchtete Menschen sowie etwa 4.100 Wohnungslose in Gemeinschaftsunterkünften unter. Vor einem Jahr waren es noch rund 5.500 Geflüchtete und 4.000 Wohnungslose. Nach Angaben des Sozialdezernats verlieren zunehmend auch Menschen aus der Stadt selbst ihre Wohnung und landen in den Einrichtungen.
Viele von ihnen verblieben dort deutlich länger als vorgesehen, da sie auf dem Frankfurter Immobilienmarkt keine bezahlbaren Wohnungen fänden. Voitl spricht von einer akuten Krise der Wohnungsnot, die sich nur durch einen deutlichen Ausbau günstigen Wohnraums entschärfen lasse. Übergangsunterkünfte könnten lediglich ein Zwischenschritt sein, nicht jedoch eine dauerhafte Lösung.
Neue Übergangswohnanlage in Rödelheim eröffnet, weitere Projekte in Planung
Bereits vor einigen Wochen wurde eine neue Übergangswohnanlage in Rödelheim eröffnet, die Platz für 340 Menschen bietet. Solche Projekte sollen die Unterbringung entzerren und gleichzeitig Standards verbessern.
Als nächstes Vorhaben plant die Stadt im Stadtteil Unterliederbach den Umbau eines leerstehenden Gebäudes zu einer weiteren Übergangsunterkunft für rund 150 Menschen. Die Eröffnung ist für den kommenden Sommer vorgesehen. Damit würde das Netz an Einrichtungen weiter wachsen.
Stadt baut Unterkünfte aus, der Mangel an Wohnungen bleibt
Die aktuellen Maßnahmen zeigen, dass Frankfurt bemüht ist, kurzfristig bessere Bedingungen in der Unterbringung zu schaffen. Inwieweit dies ausreicht, um den Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen, dürfte jedoch maßgeblich davon abhängen, wie schnell neuer bezahlbarer Wohnraum entsteht.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt STATISTIK.AKTUELL
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