Der Neubau der Emma-Kann-Grundschule im Europaviertel konnte vergangenes Wochenende rund acht Jahre nach der Gründung der Schule eröffnet werden. Der moderne Bildungsbau soll künftig Kindern aus dem gesamten Quartier einen zeitgemäßen Lernraum bieten.

Oberbürgermeister Mike Josef eröffnet den Neubau am Samstag, den 13. September 2025 gemeinsam mit der Schulgemeinde. Nun hat die Emma-Kann-Grundschule rund acht Jahre nach ihrer Gründung endlich ein eigenes Gebäude. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main, Maik Reuß
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am vergangenen Wochenende übergaben Oberbürgermeister Mike Josef und Bildungsdezernentin Sylvia Weber den Neubau der Emma-Kann-Grundschule im Stadtteil Gallus offiziell an die Schulgemeinde. Damit verfügt das Europaviertel nun über eine eigene Grundschule mit Sporthalle und Kindertagesstätte, die den hohen Bedarf an Bildungseinrichtungen in Frankfurt weiter decken kann.
Rund vier Jahre lang war auf dem Areal am Maastrichter Ring, Ecke Pariser Straße gebaut worden. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 63 Millionen Euro, mehr als ursprünglich geplant. Gründe dafür waren unter anderem steigende Baupreise und schwierige Bodenverhältnisse. Trotz dieser Herausforderungen wurde die Schule nun planmäßig zum Beginn des Schuljahres eröffnet und steht den Schülerinnen und Schülern vollständig zur Verfügung.
Neubau der Emma-Kann-Grundschule eröffnet: Architektur und Ausstattung im Überblick
Der Entwurf für das Gebäude stammt vom Architekturbüro dasch zürn + partner, das bereits 2016 den Wettbewerb gewonnen hatte. Der Baukörper fügt sich in die Parkstruktur des Quartiers ein und öffnet sich mit Freianlagen zum umliegenden Grün. Überdachte Eingänge führen in die Grundschule und die Kita, die Sporthalle ist separat erschlossen.
Das Schulgebäude umfasst Unterrichts- und Betreuungsräume, eine Mensa, eine eigene Turnhalle sowie Rückzugs- und Fachräume. Auch eine Bücherei, ein Musik- und PC-Raum sind Teil des Neubaus. Barrierefreiheit ist durch kurze Wege und eine klare Organisation der Funktionsbereiche gewährleistet. Insgesamt bietet der Bau rund 14.660 Quadratmeter Fläche.
Ende der Containerzeit: Was der Schulneubau für das Europaviertel bedeutet
Seit 2017 fand der Unterricht der Grundschule in provisorischen Containern statt. Ursprünglich nur als Übergangslösung geplant, dauerte dieser Zustand mehr als sieben Jahre. Raum für Fachunterricht, Differenzierung oder Sport war kaum vorhanden, viele Klassen wurden ausgelagert und mussten mit Bussen transportiert werden.
Mit dem neuen Gebäude stehen der Schulgemeinde nun moderne und flexible Lernbedingungen zur Verfügung. Die vierzügige Grundschule ist auf bis zu fünf Klassen pro Jahrgang ausgelegt und verfügt zusätzlich über eine Kindertagesstätte. Damit will die Stadt auf die wachsende Bevölkerung im Europaviertel und die steigende Zahl an Grundschulkindern reagieren.
Umbenennung mit Bedeutung: Aus „Grundschule Europaviertel“ wird „Emma-Kann-Grundschule“
Die Grundschule trägt mittlerweile den Namen der jüdischen Lehrerin Emma Kann, die bis 1933 in Frankfurt unterrichtete. Aufgrund der nationalsozialistischen Repressionen musste sie ihren Beruf aufgeben und wurde später deportiert und ermordet. Mit der Namensgebung erinnert die Stadt an ihr Leben und Wirken sowie an das Schicksal zahlreicher jüdischer Pädagoginnen und Pädagogen in Frankfurt.
Die Erinnerung an Emma Kann soll nicht nur Teil der Außendarstellung sein, sondern auch in den Schulalltag hineinwirken. Geplant ist, dass Schülerinnen und Schüler sich im Unterricht mit ihrer Biografie auseinandersetzen und dadurch ein Bewusstsein für historische Verantwortung entwickeln.
Emma-Kann-Grundschule im Europaviertel: Eine Reaktion auf die wachsende Bevölkerung Frankfurts
Mit der Eröffnung der Emma-Kann-Grundschule steht dem Stadtteil nun ein neues Bildungsgebäude zur Verfügung, das auf die Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung zugeschnitten ist. Das pädagogische Konzept, die barrierefreie Gestaltung und die vielfältigen Räume sollen Rahmenbedingungen schaffen, die eine zeitgemäße Grundschulausbildung ermöglichen.
In den kommenden Jahren wird die Schule nicht nur für die Kinder des Riedbergs ein zentraler Ort sein, sondern auch für das gesamte Quartier Impulse setzen. Die Kombination aus Bildungseinrichtung und Begegnungsort unterstreicht den Anspruch, Schule als festen Bestandteil einer lebendigen Stadtteilentwicklung zu begreifen.

Vor einigen Wochen waren die Bauarbeiten noch in vollem Gange und der Neubau sah noch so aus. Mittlerweile fertiggestellt, umfasst das Gebäude neben den allgemeinen Unterrichtsräumen auch Räume für die ganztägige Betreuung, eine Mensa, Verwaltungs- und Lehrerbereiche sowie eine Zweifeldsporthalle. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Stadt Frankfurt, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Wikipedia, dasch zürn + partner
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