Berlin plant und baut Tausende Wohnungen in neuen Hochhäusern. Doch hinter der großen Zahl verbergen sich sehr unterschiedliche Konzepte: von geförderten Mietwohnungen bis zu Eigentum und Serviced Apartments. Ein genauer Blick auf die Projekte zeigt, wie unterschiedlich ihr Beitrag zum bezahlbaren Wohnen ausfällt.

Brooks on East
Bei Brooks on East entstehen mehr als 350 Eigentumswohnungen sowie 222 Serviced Apartments. Geförderte Wohnungen sind nach dem veröffentlichten Projektstand nicht vorgesehen.
Viktoriaspeicher-Areal
Auf dem Viktoriaspeicher-Areal sind rund 1.000 Wohnungen vorgesehen. Nach aktuellem Planungsstand soll etwa die Hälfte preisgebunden entstehen.
Rudolfstraße 17–18
An der Rudolfstraße sind nach aktuellem Planungsstand rund 800 bis 1.000 Wohnungen vorgesehen. 30 Prozent sollen als geförderter Wohnraum entstehen.
030BLN
Beim Projekt 030BLN sind mehr als 300 Apartments vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Moaville
Im Quartier Moaville sind mehrere hundert Wohnungen vorgesehen. Für einen Teil des Wohnungsbaus ist eine Förderung vorgesehen; eine abschließend gesicherte absolute Zahl geförderter Wohnungen liegt bislang nicht vor.
KF62
Beim Projekt KF62 ist ein gemischt genutztes Quartier mit rund 200 Wohnungen vorgesehen. Rund ein Drittel des Wohnungsbaus soll gefördert entstehen.
ULAP-Quartier
Im ULAP-Quartier sind nach dem bisherigen Planungsstand rund 250 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
BRING / Ringbahnhöfe Neukölln
Für das Projekt BRING werden im Zuge der Neuplanung bis zu rund 1.000 Wohnungen diskutiert. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht festgelegt.
Wilhelmsruher Damm 150
Am Wilhelmsruher Damm 150 entstehen 176 Wohnungen. Rund 90 Prozent und damit etwa 158 Wohnungen werden als geförderter Wohnraum angeboten.
Märkisches Quartier
Im Märkischen Quartier sind 690 Wohnungen in fünf Wohn- und Geschäftshäusern geplant. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist in der aktuellen amtlichen Projektbeschreibung nicht genannt.
Blockdammweg
Am Blockdammweg sind rund 200 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Am Tierpark 82
Am Tierpark 82 sind nach aktuellem Planungsstand 77 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Hohenschönhauser Straße / Weißenseer Weg
Die HOWOGE plant hier 517 Mietwohnungen einschließlich studentischem Wohnen. 50 Prozent und damit rechnerisch rund 259 Wohnungen sollen gefördert entstehen.
Ehemaliges DDR-Sporthotel
Auf dem Gelände des früheren DDR-Sporthotels sind nach aktuellem Planungsstand rund 570 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Vincent-van-Gogh-Straße
An der Vincent-van-Gogh-Straße plant die HOWOGE rund 140 Mietwohnungen. Die Hälfte und damit rund 70 Wohnungen soll gefördert entstehen.
Märkische Allee 160a
An der Märkischen Allee 160a ist ein Wohnhochhausprojekt mit mehreren hundert Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche aktuelle Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Hohensaatener Straße 18
An der Hohensaatener Straße entstehen 375 Wohnungen. Rund 80 Prozent und damit etwa 300 Wohnungen sollen mietpreis- und belegungsgebunden angeboten werden.
Jan-Petersen-Straße 14
An der Jan-Petersen-Straße entstehen nach aktuellem Projektstand 428 freifinanzierte Mietwohnungen. Geförderte Wohnungen sind nach den veröffentlichten Angaben nicht vorgesehen.
Lea-Grundig-Straße
An der Lea-Grundig-Straße sind nach aktuellem Planungsstand 96 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Konnekt
Im Quartier Konnekt sind rund 1.600 Wohnungen vorgesehen. Mindestens 50 Prozent sollen sozial gefördert oder für andere gemeinwohlorientierte Wohnangebote vorgesehen werden.
Hines-Hochhaus Alexanderplatz
Im geplanten Hines-Hochhaus am Alexanderplatz sind nach dem aktuellen Konzept bis zu rund 380 Mietwohnungen möglich. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
RAW West
Auf dem westlichen RAW-Gelände sind nach dem aktuellen Kompromiss rund 300 Wohnungen vorgesehen. Rund ein Drittel beziehungsweise etwa 100 Wohnungen soll gefördert entstehen.
Güterbahnhof Greifswalder Straße
Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße sind nach aktuellem Planungsstand rund 400 Wohnungen vorgesehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Cecilienplatz / arrive hellersdorf
Am Cecilienplatz sollen nach der aktuellen Projektplanung mehr als 200 Mietwohnungen entstehen. Eine verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist bislang nicht veröffentlicht.
Mollstraße 22
Die WBM errichtet an der Mollstraße 22 ein Wohnhochhaus mit 84 Wohnungen. Eine gesonderte verbindliche Zahl geförderter Wohnungen ist in den bislang veröffentlichten Projektangaben nicht ausgewiesen.

© Titelbild / Visualisierung: Henning Larsen Architekten

Berlin entdeckt das Wohnen in der Höhe neu. In geplanten und bereits im Bau befindlichen Hochhäusern könnten mehr als 12.000 Wohnungen entstehen. Doch hinter dieser großen Zahl steht eine entscheidende Frage: Wie viele davon werden tatsächlich zu geförderten oder anderweitig gebundenen Mieten angeboten?

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Rund 25 Hochhaus-Projekte sehen in den kommenden Jahren neue Wohnungen in Berlin vor. Die daraus errechneten fast 12.000 Einheiten sind allerdings keine 12.000 klassischen Mietwohnungen. Bei „Brooks on East“ entstehen rund 350 Eigentumswohnungen und zusätzlich 222 Serviced Apartments. Im „030BLN“ sind mehr als 300 Einheiten für möbliertes und serviceorientiertes Wohnen vorgesehen. Auch beim Hines-Hochhaus sind die bis zu 380 Mietwohnungen bislang nur eine mögliche Variante. 

Wo an der Hohensaatener Straße zuvor ein Flachbau mit Ladenpassage stand, entsteht künftig ein 17-geschossiger Neubau der Gewobag. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Geförderte Wohnungen in Hochhäusern: Die Spannweite reicht von null bis rund 90 Prozent

Besonders deutlich werden die Unterschiede im Berliner Osten mit seinen zahlreichen neuen Wohnhochhäusern. An der Hohensaatener Straße sollen rund 80 Prozent der 375 Wohnungen mietpreis- und belegungsgebunden sein. Die HOWOGE plant an der Hohenschönhauser Straße und an der Vincent-van-Gogh-Straße jeweils etwa die Hälfte öffentlich gefördert. Beim privaten Projekt an der Jan-Petersen-Straße sind dagegen bislang keine öffentlichen Fördermittel vorgesehen. 

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Noch höher liegt die Quote am Wilhelmsruher Damm 150: Rund 90 Prozent der 176 Wohnungen sollen gefördert entstehen. Beim benachbarten Märkischen Quartier mit 690 Wohnungen sind nach Angaben der Planer rund 88 Prozent nach den Förderrichtlinien des Landes geplant. Beim bereits im Bau befindlichen „Konnekt“ in Marzahn sind mindestens 50 Prozent der rund 1.600 Wohnungen für mietpreis- und belegungsgebundene oder andere gemeinwohlorientierte Angebote vorgesehen. 

Fortschreitende Bauarbeiten auf dem Grundstück des Wohnhochhauses am Wilhelmsruher Damm.

Auf der Baustelle am Wilhelmsruher Damm haben die Bauarbeiten für das Hochhaus begonnen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Rudolfstraße, RAW West und Moaville: Private Hochhäuser mit Sozialquote

Auch private Hochhausprojekte können einen erheblichen gebundenen Anteil enthalten. An der Rudolfstraße sind nach aktuellem Stand rund 1.060 Wohnungen vorgesehen, davon etwa 366 gefördert. Für RAW West sind rund 300 Mietwohnungen geplant; etwa ein Drittel soll gefördert werden. Bei „Moaville“ nennt der Projektentwickler für 30 Prozent der 500 Wohnungen geförderten Wohnungsbau. 

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Beim Viktoriaspeicher-Areal mit rund 1.000 Wohnungen sollen 50 Prozent preisgebunden entstehen. Bei „KF62“ ist rund ein Drittel der etwa 200 Wohnungen als gefördert vorgesehen. Für BRING wären bei Anwendung des Berliner Modells mindestens 30 Prozent erforderlich. Gerade hier zeigt sich aber die Grenze jeder aktuellen Rechnung: Wohnungszahlen, Baurecht und teilweise auch die Sozialquote sind noch nicht endgültig gesichert. 

Visualisierung des Siegerentwurfs im städtebaulichen Werkstattverfahren „KF62“: Der Entwurf von kister scheithauer gross sieht auf der Fläche hinter dem „Hotel Berlin, Berlin“ ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnen und Gewerbe vor.

Visualisierung des Siegerentwurfs im städtebaulichen Werkstattverfahren „KF62“: Der Entwurf von kister scheithauer gross sieht auf der Fläche hinter dem „Hotel Berlin, Berlin“ ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnen und Gewerbe vor. / © Visualisierung: ksg architekten und stadtplaner

Hochhäuser bekommen rund ein Viertel bezahlbare Wohnungen

Für einen belastbaren Vergleich reicht es damit nicht aus, alle angekündigten Wohnungen zusammenzuzählen. Entscheidend ist, für wie viele davon tatsächlich eine Förderung oder eine Mietpreis- und Belegungsbindung vorgesehen ist. Nur solche Wohnungen fließen deshalb in die Bilanz als bezahlbarer Wohnraum ein. 

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Bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gilt für Neubauprojekte grundsätzlich ein Anteil von mindestens 50 Prozent geförderter Wohnfläche. Bei privaten Vorhaben kann über das Berliner Modell ebenfalls ein Anteil geförderter Wohnungen vereinbart werden.

Über alle untersuchten Hochhausprojekte hinweg kommen nach dem derzeit veröffentlichten Planungsstand mehr als 3.400 geförderte, preisgebundene oder konkret für gemeinwohlorientiertes Wohnen vorgesehene Wohnungen zusammen. Gemessen an insgesamt mehr als 12.000 geplanten Wohnungen und wohnähnlichen Einheiten entspricht das grob etwas mehr als einem Viertel. 

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Mitte, Neukölln, Pankow und Reinickendorf, HOWOGE, GESOBAU AG, WBM, Gewobag, ioo Planungsgesellschaft, BAUWERT, Primus, Hines Immobilien GmbH

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3 Kommentare

  1. Mario 25. September 2026 at 17:11 - Reply

    Ich habe Bekannte, die in Hellersdorf sich auf eine Wohnung beworben haben, die neu gebaut wurde.
    1800€ warm war da leider Standard. Kein großer Luxus, sondern 3 Zimmer mit kleinem Balkon.
    Es ist völlig illusorisch zu glauben, dass die neuen Wohnungen deutlich darunter liegen.
    Bauen ist teuer und in Berlin wird man sich an 4-stellige Miete langfristig gewöhnen müssen.
    Mein Bruder bezahlt für 2 Zimmer 45m² knapp über 1000€ warm.
    Das ist die Realität, wenn man nicht im Ghetto wohnen möchte.
    Das Thema wohnen werden auch die Linken nicht günstiger bekommen. Berlin ist eine Stadt die wächst und das macht zwangsläufig alles teuer.

  2. Nathan 25. September 2026 at 18:58 - Reply

    der Begriff „erschwinglich“ ist subjektiv. Erschwinglich für wen? Niemand hat ein Recht darauf, irgendwo zu leben, nur weil er es möchte. Vielleicht sollten die Deutschen beginnen, den „Versorgerstaat“ als den Grund dafür zu sehen, dass sie sich überhaupt etwas leisten können – denn ihnen wird ihr gesamtes Geld weggenommen.

  3. Thomas Nies 26. September 2026 at 11:40 - Reply

    Wer baut denn noch nach der Enteignungsankündigung?

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