Die Sanierung der Finanzbehörde am Gänsemarkt in Hamburg liegt im Zeit- und Kostenplan. Was am denkmalgeschützten Fritz-Schumacher-Bau passiert, welche Arbeiten laufen und wann die Fertigstellung geplant ist.
© Titelbild: Sprinkenhof GmbH
Am Gänsemarkt in Hamburg verändert sich nicht nur das Umfeld. Auch eines der bekanntesten Verwaltungsgebäude Hamburgs wird grundlegend erneuert: die Finanzbehörde am Gänsemarkt 36. Aber was passiert da genau? Was kostet das? Und wie ist der Zeitplan? ENTWICKLUNGSSTADT beantwortet die wichtigsten Fragen.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Adresse: Gänsemarkt 36
- Baubeginn: Frühjahr 2025
- Geplante Fertigstellung: erstes Halbjahr 2028
- Kosten: rund 95,7 Millionen Euro
Was passiert gerade am Gänsemarkt 36?
Die Finanzbehörde in Hamburg wird seit Frühjahr 2025 umfassend saniert. Nach Angaben der Stadt kommen die Arbeiten planmäßig voran. Die besonders anspruchsvolle Kellersohlensanierung ist bereits weit fortgeschritten und soll im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Die weiteren Grundinstandsetzungen sollen im ersten Halbjahr 2028 beendet werden.
Warum braucht die Finanzbehörde am Gänsemarkt diese Sanierung?
Das Dienstgebäude am Gänsemarkt 36 ist ein denkmalgeschützter Bau von Fritz Schumacher. Es wurde 1926 fertiggestellt und wird im Dezember 2026 100 Jahre alt. Hamburg hatte das rund 21.000 Quadratmeter große Gebäude im September 2023 zurückgekauft. Die Stadt begründet die Sanierung damit, dass sie die Bausubstanz sichern und das Haus langfristig weiter als Dienstgebäude der „Behörde für Finanzen und Bezirke“ nutzen will.

Im Keller der Finanzbehörde am Gänsemarkt laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten. Die Kellersohlensanierung zählt zu den technisch anspruchsvollsten Maßnahmen des Projekts. / © Foto: Sprinkenhof GmbH
Welche Arbeiten gehören zur Sanierung?
Die Maßnahmen gehen weit über Schönheitsreparaturen hinaus. Die Sprinkenhof erneuert unter anderem Brandschutz, Dach, Stromversorgung, Elektroverkabelung, IT-Infrastruktur und Haustechnik. Dazu kommen neue Bodenbeläge und Innenanstriche.
Auch die unteren Geschosse werden trockengelegt und abgedichtet. Die Glasdächer im Innenhof sollen ebenfalls abgedichtet werden.
Was ändert sich im Inneren der Finanzbehörde am Gänsemarkt?
Mehrere Bereiche werden neu geordnet. Nichttragende Wände an der Gebäudeecke Valentinskamp/Neue ABC-Straße werden auf allen Etagen zurückgebaut. Die ehemalige Hausmeisterwohnung verschwindet.
Frühere Küchenflächen werden zu Büro- und Konferenzflächen umgebaut. Ein Teil der ehemaligen Kantine soll künftig als denkmalgerechter Konferenzbereich dienen und auch extern nutzbar sein.
Was bleibt historisch?
Die Sanierung soll zentrale Bereiche wieder näher an ihr ursprüngliches Erscheinungsbild heranführen. Dazu zählen alle Flure, die drei Treppenhäuser, der Leo-Lippmann-Saal und der Eingangsbereich am Gänsemarkt.
Diese Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit der Behörde für Kultur und Medien.
Was passiert an Fassade und Dach der Finanzbehörde am Gänsemarkt?
Neben den Innenarbeiten starten auch Arbeiten an Fassade und Dach. Dafür wird das Gebäude eingerüstet.
Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage geplant. Sie soll rund 330 Quadratmeter groß werden und laut Stadt einen erwarteten Gesamtertrag von etwa 62.000 Kilowattstunden erreichen.
Was kostet die Sanierung am Gänsemarkt in Hamburg?
Die Stadt nennt Gesamtkosten von rund 95,7 Millionen Euro. Die Arbeiten liegen nach offizieller Darstellung im Kostenplan.
Ein großer Teil der Kosten entfällt auf die Grundinstandsetzung. Dazu gehören Kellersohle, Brandschutz, Stromversorgung, IT, Heizung und Dach.
Wo arbeitet die Behörde währenddessen?
Die Sanierungsarbeiten begannen im April 2025. Während der Bauzeit befinden sich die bisher am Gänsemarkt ansässigen Behörden in der ehemaligen HASPA-Zentrale am Adolphsplatz. Der Rechnungshof nutzt währenddessen Räume in der Dammtorstraße.

Die geplanten „Gänsemarkt Höfe“ sollen das ehemalige Areal der Gänsemarkt-Passage in Hamburg mit neuen Büroflächen, Einzelhandel und Gastronomie neu beleben. / © Visualisierung: bloomimages BIWERMAU
Wie passt das Projekt in die Entwicklung am Gänsemarkt?
Rund um den Gänsemarkt laufen mehrere Veränderungen. Neben der Sanierung der Finanzbehörde entwickelt die HanseMerkur Grundvermögen auf dem Areal der früheren Gänsemarktpassage die „Gänsemarkt Höfe“.
Der Neubau soll Büroflächen, Gastronomie und Einzelhandel verbinden. Beide Projekte verändern den Platz, ohne dass sie dasselbe Vorhaben sind.
„Behörde für Finanzen und Bezirke“
Quellen: Sprinkenhof GmbH, Behörde für Finanzen und Bezirke Hamburg, pasd.architekten
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


