Am Bahnhof Schöneweide in Treptow-Köpenick soll Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus entstehen. Geplant ist ein nachhaltiger Holzbau mit rund 800 Stellplätzen und einer ergänzenden Abstellanlage. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Radverkehrs und der klimafreundlichen Mobilität in der Hauptstadt.

Visualisierung der geplanten überdachten Fahrradabstellanlage am nahegelegenen Ecksteinweg in Schöneweide. Hier entstehen rund 300 zusätzliche Stellplätze, wovon 110 besonders gesichert sind. Auch dieses Gebäude ist als nachhaltiger Holzbau mit Gründach und Photovoltaikanlage konzipiert. / © Visualisierung: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
© Titelbild: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
In Treptow-Köpenick beginnt noch in diesem Jahr der Bau von Berlins erstem öffentlichen Fahrradparkhaus. Der Standort liegt direkt am S- und Regionalbahnhof Schöneweide und soll den wachsenden Bedarf an sicheren Stellplätzen abdecken. Zuständig für Planung und Umsetzung ist die landeseigene GB infraVelo GmbH, die das Projekt nun der Öffentlichkeit vorgestellt hat.
Das Gebäude wird zweigeschossig und bietet rund 800 Stellplätze. Hinzu kommt eine weitere überdachte Abstellanlage am nahegelegenen Ecksteinweg mit Platz für rund 300 Fahrräder. Damit entsteht ein zentraler Knotenpunkt für Radfahrerinnen und Radfahrer, die den Bahnhof täglich nutzen.
Nachhaltiger Holzbau transparent gestaltet: Fahrradparkhaus Schöneweide setzt auf Offenheit und Begrünung
Das Fahrradparkhaus wird als Holzbau realisiert und soll mit einem weit auskragenden Dach auffallen. Schräg gestellte Stützen tragen die Rampe ins Obergeschoss und machen die Funktion des Gebäudes bereits von außen sichtbar. Ein Edelstahlnetz umspannt die Fassade, sorgt für Belüftung und lässt viel Licht ins Innere. An der Südseite entsteht zusätzlich eine Grünfassade, die dem Gebäude eine natürliche Wirkung gibt.
Die Gestaltungselemente des Parkhauses finden sich auch in der ergänzenden Abstellanlage am Ecksteinweg wieder. Beide Bauten erhalten Gründächer sowie Photovoltaikanlagen und stehen damit für eine klimafreundliche Bauweise. Diese Verbindung von Architektur, Funktion und Nachhaltigkeit soll ein sichtbares Zeichen für zeitgemäße Mobilitätskonzepte in Berlin setzen.
Fahrradparkhaus in Treptow-Köpenick: Leitplan Architekten stellen Entwurf vor, Planung und Umsetzung liegen bei infraVelo
Der Entwurf für das Fahrradparkhaus stammt von der Berliner Leitplan GmbH. InfraVelo verantwortet die konkrete Planung, den Bau und den späteren Betrieb. Bei der Vorstellung des Projekts betonte Geschäftsführer Michael Fugel, dass es sich um einen wichtigen Meilenstein handele. Nach seiner Aussage vereine der Holzbau Sicherheit und Attraktivität für Radfahrende, nachhaltige Bauweisen und ein zukunftsorientiertes Verkehrskonzept am Mobilitätsknoten Schöneweide.
Damit wird deutlich, dass es sich nicht nur um ein lokales Bauprojekt handelt. Vielmehr soll das Fahrradparkhaus zeigen, wie moderne Verkehrsinfrastruktur an Bahnhöfen gestaltet werden kann. Mit der Verknüpfung von Bahn- und Radverkehr verfolgt das Projekt das Ziel, den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel weiter zu fördern.
Sichere und attraktive Fahrradstellplätze am S-Bahnhof Schöneweide: Angebote für Radfahrende im Detail
Von den rund 800 Stellplätzen im Parkhaus werden etwa 240 durch das Zugangssystem „ParkYourBike“ besonders gesichert. Dieses System funktioniert herstellerunabhängig und erleichtert eine sichere Nutzung. Zudem sind zehn Stellflächen für Lastenräder oder Fahrräder mit Anhänger vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Servicebereich mit Werkstatt, Vermietung und Reparaturstation.
Die überdachte Abstellanlage am Ecksteinweg bietet weitere 300 Stellplätze, wovon 110 besonders gesichert sind. Durch die Kombination aus Parkhaus und Anlage entstehen insgesamt rund 1.100 neue Stellplätze für Fahrräder. Diese Infrastruktur soll die Attraktivität des Standorts für Radfahrende spürbar erhöhen und gleichzeitig die Bahnverbindungen am Bahnhof Schöneweide besser mit dem Radverkehr verknüpfen.
Finanzierung durch Bund und Land: Fahrradparkhaus in Treptow-Köpenick kostet rund 5,3 Mio. Euro
Die Gesamtkosten für das Fahrradparkhaus und die ergänzende Abstellanlage liegen nach aktueller Berechnung bei rund 5,3 Millionen Euro. Von dieser Summe übernimmt das Bundesministerium für Verkehr etwa 2,6 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“. Der Rest wird durch Landesmittel finanziert.
Mit der finanziellen Unterstützung wird das Projekt auch im bundesweiten Kontext als Modell betrachtet. Es zeigt, wie durch eine enge Zusammenarbeit von Bund, Land und kommunalen Akteuren neue Angebote für eine nachhaltige Mobilität geschaffen werden können.
Bedeutung für den Bezirk Treptow-Köpenick: Neue Infrastruktur für Radfahrende am Bahnhof
Das Fahrradparkhaus soll nicht nur den Bahnhof Schöneweide stärken, sondern auch für den gesamten Bezirk Treptow-Köpenick neue Impulse setzen. Als Teil eines wachsenden Mobilitätsnetzes bietet die Anlage eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrende.
InfraVelo verfolgt mit dem Projekt das Ziel, Berlin fahrradfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Als Tochtergesellschaft der Grün Berlin GmbH arbeitet das Unternehmen daran, den Umweltverbund aus Rad, Bahn, Bus und Fußverkehr zu stärken. Das Fahrradparkhaus in Schöneweide soll damit zu einem sichtbaren Beispiel für den Umbau der Stadt zu einer modernen Verkehrsinfrastruktur werden.

Fahrradparkhaus Schöneweide, Eingangsbereich. / © Visualisierung: xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo
Quellen: infraVelo, Grün Berlin GmbH
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4 Kommentare
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Das sieht super aus – wir brauchen unbedingt mehr solcher Infrastruktur in Berlin, vor allem an den großen S- und U-Bahnhöfen!
Coole Sache. Warum aber nicht an Bahnhöfen wie Hauptbahnhof und Alex?
Fahrradparkhäuser sind absoluter Blödsinn – sie kosten irrwitzig viel Geld, werden aus gutem Grunde von vielen Fahrradfahrern gemieden.
Können Sie sie die Aussage: „aus gutem Grunde von vielen Fahrradfahrern gemieden“ beweisen?
In Münster gibt es sowas such und da werden diese sehr gut angenommen z. B. am Hauptbahnhof. Der Artikel sagt, dass ist Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus, wo genau funktioniert das ihrer Meinung nach in Berlin also nicht?