Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 nimmt die modernisierte Dresdner Bahn ihren Betrieb auf. Sie verkürzt Fahrzeiten zum Flughafen BER deutlich, stärkt den Fern- und Regionalverkehr und schließt eine zentrale Lücke im Berliner Schienennetz. Für Berlin und Brandenburg ist das Projekt ein infrastruktureller Meilenstein mit Wirkung weit über die Region hinaus.

Die Dresdner Bahn verläuft vom Berliner Hauptbahnhof über Südkreuz durch die Stadtteile Schöneberg, Marienfelde und Lichtenrade bis nach Blankenfelde-Mahlow an der Landesgrenze zu Brandenburg. Von dort führt die Strecke weiter in Richtung Dresden und bindet zugleich den Flughafen BER über die Abzweige bei Mahlow und Blankenfelde an. / © Foto: Deutsche Bahn AG
© Titelbild: Deutsche Bahn AG
Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 nimmt die Deutsche Bahn den Abschnitt der Dresdner Bahn zwischen Berlin Südkreuz und Blankenfelde in Betrieb. Erstmals seit Jahrzehnten fahren Regional- und Fernzüge wieder direkt über diese Strecke Richtung Süden. Möglich wird das durch zwei neu gebaute Fernbahngleise mit Oberleitung.
Die direkte Linienführung ersetzt Umwege über andere Streckenabschnitte und bringt spürbare Zeitgewinne. Für viele Fahrgäste bedeutet das eine einfachere und schnellere Verbindung innerhalb der Hauptstadtregion und darüber hinaus.
23 Minuten zum BER: Flughafen-Express FEX fährt künftig bis zu fünfmal pro Stunde
Besonders stark profitieren Reisende zum Flughafen BER. Der Flughafen-Express FEX benötigt künftig vom Berliner Hauptbahnhof nur noch rund 23 Minuten, vom Südkreuz sogar lediglich 14 Minuten. Zuvor lag die Fahrzeit bei knapp 40 Minuten. Bis zu fünf Zugverbindungen pro Stunde bedienen künftig die Strecke zwischen Hauptbahnhof, Potsdamer Platz, Südkreuz und dem Flughafen. Damit entfällt die bisherige Umleitung, und die Taktung wird deutlich dichter.
Auch im Fernverkehr verkürzen sich die Reisezeiten. Züge Richtung Dresden und Prag sind künftig rund zehn Minuten schneller unterwegs. Gleichzeitig verbessern sich die Anbindungen aus Nord- und Mitteldeutschland an den Flughafen BER deutlich. Ergänzt wird das Angebot durch neue und erweiterte Regionalverbindungen. Die Linien RB24 und RB32 binden unter anderem Lichtenberg, Ostkreuz und Schöneweide direkt an den Flughafen an. Auch neue S-Bahn-Verbindungen, etwa die Linie S85, erweitern das Netz.
16 Kilometer Neubau: Zwei neue Fernbahngleise entlasten den Bahnknoten Berlin
Auf rund 16 Kilometern entstanden östlich der bestehenden S-Bahn-Trasse zwei neue, elektrifizierte Fernbahngleise. Zudem ersetzte die Deutsche Bahn alle neun Bahnübergänge durch Straßen- oder Eisenbahnüberführungen. Die Strecke wurde vollständig mit elektronischer Stellwerkstechnik ausgerüstet. Im Berliner Stadtgebiet fahren Züge nun mit bis zu 160 km/h, südlich der Landesgrenze sogar mit bis zu 200 km/h. Die zusätzlichen Gleise entlasten den stark beanspruchten Bahnknoten Berlin und verbessern die Betriebsstabilität.
Die Dresdner Bahn ist nicht nur für den Personenverkehr relevant. Sie bildet einen Abschnitt des europäischen Güterverkehrskorridors 7, der Nord- und Ostseehäfen mit Südosteuropa verbindet. Der Ausbau stärkt damit auch den klimafreundlichen Gütertransport auf der Schiene. Bund, Länder und Deutsche Bahn investierten insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro in das Projekt. Die Strecke selbst existiert bereits seit 1875 und verbindet Berlin über Mahlow und Blankenfelde mit Dresden.
Anhalter Bahn modernisiert: Wieder freie Fahrt zwischen Berlin, Leipzig und Halle
Parallel zur Dresdner Bahn modernisierte die DB InfraGO die Anhalter Bahn zwischen Berlin Südkreuz und Bitterfeld. Dabei wurden 33 neue Weichen eingebaut, weitere 59 instandgesetzt und fast 100 Kilometer Gleise erneuert oder saniert. Ab dem 14. Dezember 2025 ist die Strecke Richtung Leipzig und Halle wieder vollständig befahrbar. Zusammen mit der Dresdner Bahn entsteht so ein leistungsfähigerer Südzugang zum Berliner Schienennetz.
Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Ländern betonten zur Inbetriebnahme die Bedeutung des Projekts für Mobilität, Wirtschaft und Klimaschutz. Die Dresdner Bahn verbessere nicht nur die Anbindung des Flughafens, sondern stärke auch den europäischen Schienenverkehr. Nach mehr als einem Jahrhundert wechselvoller Geschichte ist damit eine zentrale Verbindung zurück im Regelbetrieb. Für Berlin, Brandenburg und darüber hinaus markiert die Dresdner Bahn einen wichtigen Schritt hin zu einem leistungsfähigeren Bahnnetz.
Quellen: Deutsche Bahn AG, Flughafen BER, rbb24, Berliner Morgenpost, Bürgerinitiative „Lichtenrade Dresdner Bahn“, Stadtrandnachrichten,
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.




Sâmtliche Regionalbahnen über die Stadtbahn zum Flughafen werden ab dem 14. Dezember eingestellt.
Dadurch verlängern sich z.B. die Fahrten ab oder über Zoo, Friedrichstraße oderAlexanderplatz deutlich.
Jedes zusätzliche Umsteigen führt nicht nur zu zusätzlichen Umstieg- sondern auch weiteren Wartezeiten. Auch die Leute mit Koffern werden sich über den erschwerten Zugang zum BER kaum freuen.
Die Inbetriebnahme des FEX wird ziemlich überhöht dargestellt; denn es handelt sich um nur eine einseitige und begrenzte Verbindung. Große Teile der Stadt sind weiterhin bzw. sogar mehr als zuvor abgeschnitten von einer direkten Verbindung in den BER, z.B. der gesamte Süden/Südwesten, gerade Stadtteile un unmittelbarer Nähe des Flughafens wie Lichtenrade haben nur den Fluglärm, aber keine direkte Verbindung. Ähnlich der Nordwesten und Nordosten; mit Inbetriebnahme der „S-21“ würde es eine ähnliche Schnellverbindung in direkter südöstlicher Richtung geben können – aber ohne ebenso gezielte und schnelle direkte Zubringer zu jetzigen und künftigen Knotenpunkten von FEX und S-21 bringt das Ganze für weite Teile Berlins nichts, insbesondere die Anbindungen aus Südwesten/Süden (Steglitz/ Zehlendorf/ Lankwitz/ Marienfelde etc.) und Nordosten (Wartenberg, Lichtenberg, Mahlsdorf etc.) sind praktisch nicht vorhanden – da ist noch sehr viel zu tun. Es fahren z.B. Buslinien aus Zehlendorf über Steglitz, Lichterfelde etc. bis nach Lichtenrade/ ca. 3 – 4 km vor dem BER: weshalb kann da nicht mal ein Bus DURCHfahren bis in den BER ? Speziell die BVG hätte hier noch so Einiges stark zu optimieren. Euphorische Berichterstattungen von BER-/RE-Seite helfen hier nicht.