Das Exilmuseum in Berlin und die internationale Hilfsorganisation IRC Deutschland entwickeln künftig gemeinsam Bildungsangebote für Schulen. Die Kooperation verbindet dabei zwei Perspektiven: die Geschichte des NS-Exils mit aktuellen Fragen von Flucht und Krisenprävention.

Das geplante Bildungsprogramm von Exilmuseum und IRC soll bundesweit Schulen mit Bildungsangeboten für Schulklassen, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und neuen Materialien versorgen. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Nach dem Aus für den Museumsneubau am Anhalter Bahnhof setzt das Exilmuseum seine Neuausrichtung am künftigen Standort in der Fasanenstraße fort: Gemeinsam mit International Rescue Committee (IRC) Deutschland entwickelt die Stiftung künftig Bildungsangebote zu Exil, Flucht und Krisenprävention.
Geplant sind Lernprogramme für Schulklassen, Fortbildungen für Lehrkräfte und didaktische Materialien. Die Partnerschaft soll historische und aktuelle Perspektiven auf Exil und Flucht stärker in der Schulbildung verankern und Schulen bundesweit Angebote ermöglichen, die Geschichte mit dem Verständnis heutiger Herausforderungen verbinden.
Die Organisationen verstehen Bildung als Schlüssel für eine offene Gesellschaft. Einzelheiten zu Startzeitpunkt, Finanzierung oder dem genauen Umfang der Angebote sind noch nicht bekannt. Damit bleibt offen, wie schnell die ersten Projekte umgesetzt werden und welche Mittel dafür zur Verfügung stehen.

Der Wettbewerbsentwurf von Dorte Mandrup sah einen eigenständigen Museumsbau zwischen Portalruine und heutiger Freifläche vor. Nach dem Stopp des mindestens 130 Millionen Euro teuren Projekts richtet die Stiftung das Museum nun in der denkmalgeschützten Villa Fasanenstraße 24 ein. / © Stiftung Exilmuseum Berlin, René Arnold
Berliner Museum und internationale Hilfsorganisation: Die Partnerschaft im Detail
Das Exilmuseum arbeitet an seiner Realisierung in der Berliner Fasanenstraße und gilt als bürgerschaftliche Initiative unter Schirmherrschaft von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Altbundespräsident Joachim Gauck. Museumsdirektorin Ruth Ur betonte, dass Exil international geprägt sei und dass Bildung im künftigen Museum eine Schlüsselrolle spielen werde. Sie sieht IRC als etablierte und international renommierte Partnerin für diese Aufgabe.
Das International Rescue Committee wurde 1933 auf Anregung von Albert Einstein gegründet und arbeitet heute in Dutzenden Ländern mit Geflüchteten und Menschen in Krisensituationen. In Deutschland beschäftigt die Organisation etwa 200 Mitarbeitende, die Programme in allen Bundesländern umsetzen.
Landesvertreterin Lena Görgen verweist auf das Projekt Healing Classrooms, das Lehrkräfte darin unterstützt, Kindern in schwierigen Zeiten Stabilität und Lernfähigkeit zurückzugeben. Sie sieht in dieser Zusammenarbeit die Chance, mehr Räume zu schaffen, in denen Lernen unter schwierigen Bedingungen wieder möglich wird.
Quellen: Stiftung Exilmuseum Berlin, International Rescue Committee
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Da fällt mir umgehend der Tiger- und Bettvorlegerspruch ein, aber ohne Häme sondern eher mit einem starken Bedauern, dass es so gelaufen ist.
Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, das wird noch…