Im Frankfurter Europaviertel ist mit dem „Timber Pioneer“ eines der ambitioniertesten Büroprojekte der vergangenen Jahre entstanden. Nun steht die langfristige Finanzierung: 89 Millionen Euro fließen in das erste Holz-Hybrid-Bürohaus der Stadt. Gleichzeitig nähert sich das Gebäude der Vollvermietung.

Für den „Timber Pioneer“ im Frankfurter Europaviertel stellten die Deutsche Pfandbriefbank und die HanseMerkur Grundvermögen insgesamt 89 Millionen Euro bereit. Die Finanzierung setzt sich aus einem Green Loan über 69 Millionen Euro sowie 20 Millionen Euro aus einem nachrangigen Fonds zusammen und unterstreicht die ESG-konforme Ausrichtung des Holz-Hybrid-Bürohauses. / © Foto: Sven Haselbacher
© Foto: Sven Haselbacher
Mit dem „Timber Pioneer“ wächst das Büroangebot im Europaviertel in Frankfurt am Main weiter. Das ehemalige Güterbahnhofsgelände hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gemischt genutzten Stadtquartier entwickelt. Neben Wohnungen und Einzelhandel entstehen hier moderne Arbeitswelten, die auf flexible Grundrisse und nachhaltige Standards setzen.
Das Bürogebäude umfasst rund 17.600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Von insgesamt 15.800 Quadratmetern Mietfläche sind bereits etwa 12.100 Quadratmeter vergeben. Entwickelt haben das Projekt UBM Development und die Paulus Gruppe. Die Planung übernahm das Berliner Architekturbüro Eike Becker. Hauptmieterin ist Universal Investment, die das Haus langfristig als Unternehmenssitz nutzt. Zudem wird die Baufirma PORR ab Mitte 2026 rund 1.000 Quadratmeter beziehen.
Finanzierung und Eigentümerstruktur des „Timber Pioneer“: 89 Millionen Euro über Green Loan und Fondsbeteiligung
Für die langfristige Finanzierung stellt die Deutsche Pfandbriefbank nun einen Green Loan in Höhe von 69 Millionen Euro bereit. Ergänzend beteiligt sich die HanseMerkur Grundvermögen über ihren neuen Finanzierungsfonds mit weiteren 20 Millionen Euro in nachrangiger Position. Damit sichern beide Partner gemeinsam ein Gesamtvolumen von 89 Millionen Euro.
Eigentümerin ist die PGE Grundstücksgesellschaft Europaviertel mbH, an der UBM 74,9 Prozent und die Paulus Gruppe 25,1 Prozent halten. Das Unternehmen stellte das Gebäude 2024 planmäßig fertig und tritt nun als Darlehensnehmer auf. Die Struktur als Green Loan ordnet die Finanzierung klar im nachhaltigen Segment ein und knüpft an die ESG-Strategien der beteiligten Institute an.
Bauweise und Nachhaltigkeitskonzept in Frankfurt: Holz-Hybrid-Konstruktion und energieeffiziente Technik
Der „Timber Pioneer“ gilt als erstes Bürohaus Frankfurts in Holz-Hybrid-Bauweise. Tragende Holzelemente kombinierte das Projektteam mit Stahlbeton. Viele Bauteile fertigte man industriell vor und montierte sie anschließend vor Ort. Dadurch verkürzte sich die Bauzeit, während zugleich Lärm und Materialabfälle sanken.
Auch im Betrieb setzt das Gebäude auf Effizienz. Sensoren steuern Heizung, Kühlung und Sonnenschutz bedarfsgerecht. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert den Energieverbrauch und verbessert die Luftqualität. Begrünte Dachflächen und ein Regenwassermanagement unterstützen das Mikroklima im Quartier. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zeichnete das Projekt bereits mit einem Gold-Vorzertifikat aus.
Quellen: UBM Development, Timber Pioneer, Digitalwerk, Skyline Atlas
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