Mitten in Berlin-Mariendorf entsteht Europas größter Makerspace: MotionLab.Berlin übernimmt den Betrieb auf dem Modell-Campus ringberlin. Der neue Standort soll jungen Unternehmen, Forschenden und Kreativen eine Heimat bieten und die Innovationskraft der Hauptstadt weiter stärken.
Industriegebiet in Mariendorf, Backsteingebäude bei Regen

Der Modell-Campus „ringberlin“ ist Teil einer langfristigen Entwicklung des ehemaligen Schindler-Areals. Das Gelände mit über 100.000 Quadratmetern wird schrittweise zu einem Ort ausgebaut, an dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur eng zusammenwirken. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Süden Berlins erhält derzeit ein neues Zentrum für Erfindergeist und Technologieentwicklung. MotionLab.Berlin hat im Frühling dieses Jahres den Zuschlag erhalten, den mit 17.000 Quadratmetern künftig größten Makerspace Europas auf dem Modell-Campus „ringberlin“ zu betreiben. Der Standort im Ortsteil Mariendorf wird in einer denkmalgeschützten ehemaligen Industriehalle realisiert, die behutsam modernisiert und erweitert wird.

Der Betreiber, MotionLab.Berlin, ist seit 2017 als Anlaufstelle für Hardtech-Startups und kreative Köpfe etabliert. Laut Co-Gründer Fridtjof Gustavs versteht sich das Unternehmen als Plattform, um Innovationen aus den Laboren in den Alltag zu bringen. Mit dem Campus in Mariendorf soll ein offener, CO₂-neutraler Ort entstehen, an dem Fortschritte in Feldern wie Energiegewinnung, Carbon Capture oder nachhaltigem Bauen gefördert werden.

„ringberlin“ in Berlin-Mariendorf: Modell-Campus als Startrampe für Ideen

Für die Projektbeteiligten steht fest, dass der Erfolg eines solchen Ortes von mehr abhängt als nur von der baulichen Infrastruktur. Matthias Menger, Geschäftsführer von „ringberlin“, hebt hervor, wie wichtig ein funktionierender Mix aus Startups, Künstlerinnen, Forschenden und Unternehmen sei. Diese Gemeinschaft soll auf dem Campus nicht nur Räume teilen, sondern Wissen und Ideen vernetzen.

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Auch die Politik sieht Potenzial: Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, betont, dass Berlin als Startup-Metropole weiter ausgebaut werden solle. Mit der Bereitstellung von Flächen zu Konditionen unterhalb der Marktmiete, ermöglicht durch eine GRW-Förderung in Höhe von 36 Millionen Euro, wird ein Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts geleistet.

Umbau mit Respekt vor der Geschichte: So wird der Modell-Campus in Mariendorf gestaltet

Die denkmalgeschützte Halle 2 wird so umgestaltet, dass Altbestand und neue Technik eine zukunftsfähige Einheit bilden. Der Umbau folgt einem zirkulären Ansatz: Intakte Materialien sollen soweit möglich wiederverwendet werden. Zudem sind ein begehbares Dach mit Grünflächen und Photovoltaik-Anlagen geplant. Baustadträtin Eva Majewski betont die Bedeutung für die Denkmallandschaft im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Die Entwicklung des Areals läuft seit mehreren Jahren. Neben Werkstätten und Maschineninfrastruktur werden auch Büroflächen, Maker Garagen und Testareale geschaffen. So sollen Synergien über Branchengrenzen hinweg entstehen. Für Startups ergibt sich ein Umfeld, das von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt alle Stationen abdecken kann.

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Für über 5.000 Mitarbeiter: Synergien von Wissenschaft und Wirtschaft in Tempelhof-Schöneberg

Der Modell-Campus „ringberlin“ ist Teil einer langfristigen Entwicklung des ehemaligen Schindler-Areals. Das Gelände mit über 100.000 Quadratmetern wird schrittweise zu einem Ort ausgebaut, an dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur eng zusammenwirken. Dr. Stefan Franzke von Berlin Partner sieht darin einen wichtigen Baustein, um Berlin als internationalen Industriestandort weiter zu profilieren.

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Sharing-Angebote für Mobilität und das Ziel, den Campus weitgehend autofrei zu gestalten, sollen das Konzept ergänzen. Insgesamt könnten künftig mehr als 5.000 Menschen hier arbeiten. Für den Bezirk ist das nicht nur eine wirtschaftliche Chance, sondern auch ein Schritt zu einer resilienteren Wirtschaftsstruktur.

Industriegebiet in Mariendorf, Backsteingebäude, bei Regen, Bauzaun und Container

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Baustellentafel "Hier entsteht Europas größter Makerspace"

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Industriegebiet in Mariendorf, Schindlerareal

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Industriegebiet in Mariendorf, mit Elektroladesäulen

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Quellen: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin, ringberlin, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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One Comment

  1. M.Hillen 16. Juli 2025 at 02:51 - Reply

    Nirgendwo verkauft sich heiße Luft besser als in Berlin… “ maker space “ .. “ maker garage “ .. “ internationale Industriestadt“…
    “ nachhaltiges Bauen“… “ sharing Angebote für Mobilität „… etc,etc…. Dieser Artikel besteht aus einer Aneinanderreihung hohler Worte bzw hohler Zeitgeistbegriffe: einfach nur noch lachhaft und peinlich!

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