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Die Suche nach einem neuen Standort für die Europäische Schule in Frankfurt dauert seit fast 15 Jahren an. Wird es noch in diesem Sommer eine Entscheidung über den neuen Standort geben?
Dippemess auf den Frankfurter Festplatz von oben Fotografiert.

Der Festplatz am Ratswegkreisel ist ein bevorzugter Standort für den Neubau der Europäischen Schule. Er liegt nahe der Eissporthalle und bietet eine Fläche von rund 60.000 Quadratmetern. Seit 1968 findet neben anderen Veranstaltungen die Dippemess auf dem Gelände statt. / © Foto: Wikimedia Commons, Dontworry, CC BY-SA 3.0

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, EU explained, CC BY-SA 4.0

Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten sucht die Stadt Frankfurt nach einem geeigneten Standort für den Neubau der Europäischen Schule. Die Einrichtung im Stadtteil Niederursel ist längst zu klein geworden. Die wachsende Schülerzahl und die hohen Anforderungen an das Raumprogramm machen eine Verlagerung dringend notwendig.

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Zahlreiche Flächen prüfte die Stadt in den vergangenen Jahren, doch bislang scheiterte jede Lösung an Platzmangel, logistischen Problemen oder Widerständen aus Politik und Bürgerschaft. Kann ein Vorschlag aus der Nachbarstadt Offenbach nun neue Bewegung in die festgefahrene Debatte bringen?

Bleibt der Festplatz am Ratswegkreisel  Frankfurts Favorit für den Neubau der Europäischen Schule?

Lange Zeit galt der Festplatz am Ratswegkreisel als bevorzugter Standort für den Neubau. Die Stadtregierung signalisierte ihre Bereitschaft, die Fläche für die Europäische Schule bereitzustellen. Voraussetzung ist jedoch, dass für die Dippemess und weitere Veranstaltungen ein Ersatzstandort entsteht. Diese Suche danach gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet.

Bau- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) berichtete gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass insgesamt 16 mögliche Flächen für einen neuen Festplatz untersucht wurden. Viele davon schieden aus verkehrlichen oder städtebaulichen Gründen aus. Unter den wenigen verbliebenen Optionen befindet sich auch der Messeparkplatz am Rebstockgelände, doch sowohl die Messe Frankfurt als auch der Schaustellerverband sehen diesen Standort kritisch. Noch diesen Sommer soll die endgültige Untersuchung abgeschlossen sein. Erst dann wird sich zeigen, ob der Festplatz tatsächlich für den Schulbau genutzt werden kann.

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Neuer „Stadtteil der Quartiere“ im Frankfurter Nordwesten könnte als Alternative dienen

Sollte sich der Festplatz als ungeeignet erweisen, rückt ein weiterer Standort in den Blick: der geplante „Stadtteil der Quartiere“ im Nordwesten Frankfurts. Dort könnten Flächen für die Europäische Schule eingeplant werden. Vorteil wäre die Nähe zum heutigen Schulstandort in Niederursel, sodass bestehende Schulwege erhalten blieben. Allerdings würden die frühestens Ende des Jahrzehnts beginnenden Bauarbeiten im neuen Stadtteil den dringend benötigten Neubau erheblich verzögern.

Grünen-Fraktionschef Dimitrios Bakakis forderte deshalb, den Standort im neuen Stadtteil parallel zu prüfen, um eine schnelle Alternative bereitzuhalten. Auch die CDU betont den Zeitdruck. „Wir brauchen rasch eine Entscheidung“, sagte der planungspolitische Sprecher Albrecht Kochsiek.

Neuer Standortvorschlag am Kaiserlei: Offenbach will mit Frankfurt beim Neubau der Europäischen Schule zusammenarbeiten

Einen neuen Vorschlag brachte nun Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) ein. Er sieht ein bislang ungenutztes Grundstück am Kaiserlei als möglichen Standort für die Europäische Schule. Das Areal war ursprünglich für den Bau einer Multifunktionshalle vorgesehen, die inzwischen jedoch neben dem Frankfurter Waldstadion realisiert wird. Die Fläche liegt nur rund zwei Kilometer Luftlinie vom Ratswegkreisel entfernt und wäre damit sowohl für Frankfurter Schülerinnen und Schüler als auch für Familien aus der gesamten Region gut erreichbar.

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Schwenke betont die Bedeutung einer schnellen Lösung für den internationalen Bildungsstandort. Frankfurt und Offenbach müssten gemeinsam handeln, um die Attraktivität der Metropolregion zu sichern. „Wichtig ist, dass wir eine tragfähige Lösung finden, nicht, auf welcher Seite der Stadtgrenze sie liegt“, erklärte er.

FDP kritisiert Standortsuche, Linke sieht Chance: Debatte um Kaiserlei-Areal nimmt Fahrt auf

In Frankfurt stößt der Vorschlag auf geteilte Meinungen. Die FDP kritisierte, es sei „ein Armutszeugnis“, wenn die Stadt kein geeignetes Areal auf eigenem Gebiet anbieten könne. Die Linke hingegen sieht in dem Offenbacher Standort eine Chance, die jahrelange Blockade zu überwinden, und fordert den Magistrat auf, das Angebot ernsthaft zu prüfen.

Das Planungsdezernat kündigte an, die Fläche am Kaiserlei auf ihre Eignung zu untersuchen. Allerdings gibt es Bedenken wegen möglicher Lärmbelastung durch Verkehr und Flugrouten. Zudem ist unklar, ob das Grundstück die erforderliche Größe von rund 60.000 Quadratmetern tatsächlich bietet.

Politik in Frankfurt unter Druck: Schnelle Lösung für Europäische Schule gefordert

Mit jeder neuen Diskussion steigt der Druck auf die Verantwortlichen. Seit fast 15 Jahren prüft die Stadt verschiedene Flächen, ohne dass eine endgültige Entscheidung gefallen ist. Für die Europäische Schule wird die Zeit knapp, denn die räumlichen Kapazitäten am bisherigen Standort sind längst ausgeschöpft.

Die Stadtpolitik ist sich einig, dass eine schnelle Lösung gefunden werden muss. Ob der Festplatz am Ratsweg, der neue Stadtteil im Nordwesten oder das Offenbacher Areal am Kaiserlei den Zuschlag erhalten, hängt nun von den Ergebnissen der laufenden Prüfungen ab. Erst dann wird sich zeigen, ob die langjährige Suche nach einem neuen Standort endlich zu einem Ende kommt.

Karte vom Offenbacher Kaiserlei.

Das Gelände am Kaiserlei ist ein möglicher Standort für die Europäische Schule in Offenbach. Aktuell liegt die Fläche brach. / © Abbild: Wikimedia Commons, contributors, CC BY-SA 2.0 DE mit eigener Markierung

Grundstück Kaiserlei
Festplatz Frankfurt
Europäische Schule Frankfurt

Quellen: Frankfurter Rundschau, Stadt Frankfurt am Main, Hessenschau

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