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In der Berliner Europacity schreitet der Bau des Anna-Lindh-Hauses sichtbar voran. Der Büroneubau entsteht direkt am Hauptbahnhof und wird in Holzhybridbauweise errichtet. Bis 2026 soll der Rohbau abgeschlossen sein, ein ambitionierter Zeitplan für ein komplexes Projekt.
Der Rohbau vom Neubau mit den ersten erkennbaren Etagen.

Die ersten Etagen des Rohbaus sind bereits sichtbar, die Arbeiten schreiten zügig voran. Das Tragwerk des Anna-Lindh-Hauses kombiniert Stahlbeton und Holz: Während Untergeschosse und Gebäudekerne in Beton entstehen, werden Stützen und Unterzüge aus Holz gefertigt, um Ressourcen zu schonen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbilld: CA Immo

 

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Unmittelbar am Hauptbahnhof entsteht am Europaplatz derzeit das Anna-Lindh-Haus. Mit dem Neubau setzt die Immobiliengesellschaft CA Immo ein weiteres Projekt innerhalb der groß angelegten Quartiersentwicklung Europacity um, die seit Jahren das Stadtbild nördlich des Bahnhofs prägt. Ziel ist es, das Gebäude als nachhaltiges Vorzeigeprojekt zu realisieren.

Für den Rohbau wurde das Bauunternehmen WOLFF & MÜLLER beauftragt, dessen Arbeiten bis März 2026 abgeschlossen sein sollen. Bereits jetzt sind die Dimensionen des Projekts deutlich erkennbar: Direkt neben dem KPMG-Gebäude wächst der Bau kontinuierlich in die Höhe und der Hochbau befindet sich in vollem Gange.

Holzhybridbauweise reduziert Emissionen: Anna-Lindh-Haus soll im Betrieb vollständig CO₂-neutral funktionieren

Kern der Konstruktion ist eine Holzhybridbauweise. Während die Untergeschosse und Gebäudekerne aus Stahlbeton bestehen, werden Stützen und Unterzüge aus Holz gefertigt. Ergänzend kommen Holzverbunddecken zum Einsatz. Diese Materialkombination soll die CO₂-Emissionen während der Bauphase um rund ein Drittel gegenüber herkömmlichen Bauweisen reduzieren.

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Auch im späteren Betrieb ist Nachhaltigkeit entscheidend. Das Gebäude wird vollständig elektrifiziert, auf fossile Energieträger wird verzichtet. So soll das Anna-Lindh-Haus CO₂-neutral betrieben werden und deutlich weniger Energie verbrauchen als gesetzlich gefordert.

Bauen über Bahntunneln: Präzision und Lean-Construction sichern den Fortschritt auf komplexem Baufeld

Die Lage des Gebäudes bringt für Ingenieure und Bauunternehmen besondere Herausforderungen mit sich. Da unter dem Grundstück mehrere Tunnelröhren von U- und S-Bahn verlaufen, erfordert dies eine exakte Abstimmung aller Bauprozesse. Nur so lassen sich Erschütterungen vermeiden und zugleich die Stabilität der bestehenden Infrastruktur sichern.

Darüber hinaus gilt es, die anspruchsvolle Schnittstelle zwischen Holz und Stahlbeton technisch präzise umzusetzen. Um dabei einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, setzen die Verantwortlichen auf Lean-Construction-Methoden. Diese sollen den Bauprozess effizient strukturieren, mögliche Verzögerungen reduzieren und die komplexen Arbeitsschritte optimal koordinieren.

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Europaplatz Berlin: Anna-Lindh-Haus verbindet moderne Architektur mit Erinnerung an schwedische Politikerin

Entworfen wurde das Gebäude vom dänischen Architekturbüro Dorte Mandrup. Vorgesehen sind rund 15.000 Quadratmeter Bürofläche, ergänzt durch eine repräsentative Lobby mit Café und rund 800 Quadratmeter Dachterrassen. Zudem sollen flexible Grundrisse moderne Arbeitsplatzkonzepte ermöglichen.

Darüber hinaus trägt das Bürogebäude den Namen der schwedischen Politikerin Anna Lindh, die 2003 bei einem Attentat ums Leben kam. Mit dieser Entscheidung soll an ihr Engagement für ein friedliches Europa erinnert werden. In Berlin trägt bereits eine Grundschule ihren Namen.

Mit der Neugestaltung des Europaplatzes schreitet die Entwicklung der Europacity weiter voran

Neben dem Anna-Lindh-Haus verantwortet CA Immo derzeit ein weiteres Großprojekt in der Europacity. Am Nordhafen wächst seit 2021 das Hochhausensemble „Upbeat Berlin“, das in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Kreditbank (DKB) entsteht. Dort sind inzwischen 17 der insgesamt 19 Geschosse errichtet. Mit rund 35.000 Quadratmetern Mietfläche und einer Höhe von 85 Metern wird das Gebäude einen neuen städtebaulichen Akzent im nördlichen Teil des Quartiers setzen.

Zugleich ist das Bauvorhaben Teil einer umfassenden Umgestaltung des Europaplatzes. In den kommenden Jahren soll das Areal stärker mit der Europacity verknüpft werden. Damit entsteht ein neues städtebauliches Bindeglied am Hauptbahnhof, das Arbeiten, Infrastruktur und öffentlichen Raum miteinander verbindet.

An dem Neubau laufen die Bauarbeiten, mehrere Bauarbeiter arbeiten am Rohbau.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Am Europaplatz direkt neben dem KPMG Gebäude wächst der Neubau.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Bauarbeiten am Anna-Lindh-Haus mit zwei großen roten Kränen.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Visualisierung vom Europaplatz mit dem fertigen Neubau des Anna-Lindh Haus.

© Visualisierung: CA Immo

Quellen: CA Immo, Wolff & Müller, Deutsche Baumeister & Architekten, Buro Happold, Dorte Mandrup Architects, Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Aukett & Heese, Berliner Morgenpost, Architektur Urbanistik Berlin

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One Comment

  1. Christoph W. 30. August 2025 at 09:39 - Reply

    Das neue Feigenblatt für die grauen, langweiligen Fassaden heißt offenbar jetzt „Holz-Hybrid-Bauweise“. Schön zwar, dass nach Jahrzehnten der Ignoranz gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit diese nun auch in der Baubranche zaghaft anzukommen scheint, aber das macht öde Architektur nicht unweigerlich interessanter, jedenfalls für die Betrachtung von außen nicht wahrnehmbar. Auf den Bildern der Computeranimationen sieht es immer so verheißungsvoll aus: Menschen lustwandeln entspannt unter Bäumen an hell erleuchteten Fassaden belebter Gebäude vorbei.. die Wirklichkeit kann man in vielen Berliner Quartieren a la „Europacity“ hautnah erleben (soll der Name eigentlich auf die trostlos-finsteren Klötze der EU in Brüssel verweisen, denen man in Berlin in klein nachzueifern versucht?). Wenn das Licht in den Gebäuden ausgejnispst ist, was schon wegen des enormen Leerstands meist der Fall ist und die menschenleeren Betonwüsten dann vor sich hin langweilen, dann bleibt von den vorgetäuschten Visionen meistens so gar nichts mehr übrig. Schlimm nur, dass sich die Verantwortlichen für die städtebauliche Scheusslichkeit nicht verantwortlich fühlen und auch später nie zur Verantwortung gezogen werden, als da sind Architekten, Investoren und die Bezirkspolitiker und Beamten der Genehmigungsbehörden. Schlechte Kunst kann man meiden, monotone Gebäude stehen meist für Jahrzehnte und müssen mehr oder weniger von allen ertragen werden.

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