In der Europacity an der Heidestraße 18 beginnt ein weiteres Bauprojekt. Auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle wurde das Areal inzwischen abgesperrt, erste Maschinen sind vor Ort. Offiziell bestätigt ist das Vorhaben bislang nicht, doch es deutet sich an, dass eines der letzten freien Grundstücke der Wasserstadt Mitte bebaut wird.

Auf dem Gelände der ehemaligen Total-Tankstelle an der Heidestraße 18 haben die Vorbereitungen begonnen, erste Baumaschinen sind bereits im Einsatz. Der Bebauungsplan erlaubt eine gemischte oder rein gewerbliche Nutzung. Mit der künftigen Bebauung wird die Entwicklung der Wasserstadt Mitte weiter vorangetrieben. / © Foto: Ivans Nikonovs
© Fotos: Ivans Nikonovs
In der Europacity an der Heidestraße 18, unweit des Berliner Hauptbahnhofs, ist Bewegung auf einem der letzten freien Grundstücke zu beobachten. Anwohner berichten, dass die Gehwege um das Areal abgesperrt und neue Bauzäune errichtet wurden. Zudem seien erste Baumaschinen auf das Gelände gebracht worden. Damit deutet sich ein Baustart auf der Fläche an, die zuvor lange ungenutzt blieb.
Die Fläche gehörte bis 2022 einer TotalEnergies-Tankstelle, die im Zuge der städtebaulichen Entwicklung der Europacity aufgegeben wurde. Anschließend übernahm Adler Real Estate AG das Grundstück, verkaufte es jedoch 2023 an die Hilpert Group aus Würzburg. Laut Immobilienkreisen lag der Kaufpreis unter 7.000 Euro pro Quadratmeter, Colliers vermittelte den Verkauf.
Letztes Grundstück in der Wasserstadt Mitte: Unklare Nutzung und Kritik an Quartiersentwicklung
Mit einer Fläche von knapp 2.900 Quadratmetern gilt das Grundstück als einer der letzten Bausteine in der Wasserstadt Mitte. Der Bebauungsplan sieht hier eine gemischte oder rein gewerbliche Nutzung vor. Offiziell bestätigt ist der künftige Gebäudetyp bislang nicht. Nach Informationen aus sozialen Medien könnte ein Hotel entstehen, allerdings liegen dazu keine verbindlichen Angaben vor.
Die Wasserstadt Mitte ist Teil der groß angelegten Europacity-Entwicklung, die sich entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals erstreckt. Bereits 2019 wurden hier 711 Wohnungen fertiggestellt, darunter 213 Co-Living-Einheiten. Hinzu kamen rund 3.000 Quadratmeter Gewerbeflächen für Einzelhandel, Gastronomie und eine Kita. Kritikerinnen und Kritiker bemängelten jedoch früh die soziale Zusammensetzung des Quartiers. Bezahlbarer Wohnraum sei kaum entstanden, die Verkehrsanbindung bleibe unzureichend und öffentliche Grünflächen seien nur begrenzt verfügbar.
Kritik an Architektur: Anwohner fürchten weitere Verdichtung an der Heidestraße
Auch beim neuen Projekt gibt es erste kritische Stimmen. Von Anwohnerseite wird befürchtet, dass die geplante Architektur qualitativ wenig überzeugend ausfallen könnte. In sozialen Medien kursieren Renderings, die nach Ansicht von Beobachtern auf eine schlichte Fassadengestaltung schließen lassen. Offizielle Unterlagen oder eine öffentliche Vorstellung des Projekts stehen jedoch noch aus.
Unklar bleibt zudem, wie sich ein mögliches Hotel oder eine kommerzielle Nutzung auf die ohnehin dichte Bebauung und die Verkehrsstruktur der Heidestraße auswirken würde. Bereits in der Vergangenheit äußerten Initiativen die Sorge, dass die Europacity zu stark auf Investoreninteressen ausgerichtet sei und es an einer ausgewogenen Stadtentwicklung mangele.
Die Europacity wächst: Ehemaliges Tankstellen-Areal wird bebaut, Nutzung bleibt ungewiss
Der Baustart an der Heidestraße 18 markiert den voraussichtlichen Abschluss der großflächigen Quartiersentwicklung in der Europacity. Für den Bezirk Mitte bedeutet dies eine weitere Verdichtung am Rand der Innenstadt.
Ob auf dem Grundstück tatsächlich ein Hotel entsteht oder eine andere Nutzung vorgesehen ist, bleibt derzeit offen. Klar ist jedoch, dass mit der Bebauung des Tankstellen-Areals eine der letzten Lücken im Quartier geschlossen wird.

Die Gehwege rund um das Grundstück an der Heidestraße sind bereits abgesperrt und neue Bauzäune errichtet. Erste Baumaschinen wurden auf die Fläche gebracht, was auf den bevorstehenden Baustart hinweist. / © Foto: Ivans Nikonovs
Quellen: Immobilien Zeitung, Thomas Klingberg
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


