Zwischen Prag, Berlin und Kopenhagen ist erstmals eine durchgehende Bahnverbindung ohne Umstieg in Betrieb gegangen. Das EU-geförderte Pilotprojekt soll den grenzüberschreitenden Schienenverkehr in Europa stärken und neue Verbindungen zwischen drei Hauptstädten schaffen.

Berlin Hauptbahnhof
Prag Hauptbahnhof
Kopenhagen Hauptbahnhof

© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

 

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Seit Mitte Juni verkehren erstmals direkte Züge zwischen Prag, Berlin und Kopenhagen ohne Umstieg. Das Angebot umfasst zwei tägliche Zugpaare sowie eine saisonale Nachtverbindung und wird gemeinsam von der Deutsche Bahn, der České dráhy (ČD) und der Danske Statsbaner (DSB) betrieben.

Mit der neuen Verbindung rücken die drei Hauptstädte auf der Schiene enger zusammen. Die Züge passieren dabei unter anderem Hamburg und Dresden und ermöglichen erstmals eine durchgehende Reise zwischen Mitteleuropa und Skandinavien ohne Umstieg.

EU-Pilotprojekt für grenzüberschreitenden Bahnverkehr

Die Strecke ist Teil eines von der Europäischen Kommission unterstützten Pilotprogramms, das neue internationale Bahnverbindungen erprobt. Ziel ist es, bestehende Hürden im grenzüberschreitenden Schienenverkehr abzubauen und den Fernverkehr innerhalb Europas zu stärken.

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Neben der Verbindung Prag–Berlin–Kopenhagen gehören weitere Strecken zu den Pilotprojekten, mit denen die EU den Ausbau des transeuropäischen Verkehrsnetzes vorantreiben will. Im Mittelpunkt steht dabei die bessere Verzahnung nationaler Bahnsysteme.

Neue Direktverbindung: Reisezeiten und Betrieb im Überblick

Die Fahrzeit zwischen Berlin und Kopenhagen beträgt im Regelfahrplan rund sieben Stunden, die Verbindung zwischen Kopenhagen und Prag etwa elf Stunden. Abfahrt in Berlin ist unter anderem am Berlin Hauptbahnhof um 10:34 Uhr und 14:34 Uhr vorgesehen.

Eingesetzt werden ComfortJet-Züge von ČD mit bis zu 230 km/h, 555 Sitzplätzen, Bordrestaurant, WLAN und Fahrradstellplätzen. Auch barrierefreie Einstiege sind Teil des Angebots, das auf längeren internationalen Strecken eingesetzt wird.

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"ComfortJet" im Bahnhof in Kopenhagen.

Kopenhagen wird mit der neuen Direktverbindung erstmals ohne Umstieg enger an den mitteleuropäischen Schienenraum angebunden und rückt damit als skandinavische Hauptstadt stärker in das transeuropäische Fernverkehrsnetz. / © Foto: České dráhy – Michal Malek

Einordnung für den europäischen Bahnverkehr

Die neue Verbindung gilt als Baustein einer schrittweisen Erweiterung des internationalen Fernverkehrs in Europa. Sie soll zeigen, wie Direktverbindungen zwischen Hauptstädten im Regelbetrieb funktionieren können und welche Nachfrage auf diesen Relationen besteht.

Für Berlin ergibt sich damit eine zusätzliche Funktion als Knotenpunkt im europäischen Schienennetz. Die Verbindung nach Kopenhagen ergänzt bestehende und geplante Strecken in Richtung Skandinavien und Zentraleuropa und ist Teil eines wachsenden grenzüberschreitenden Angebots im Fernverkehr.

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Quellen: Deutsche Bahn AG, GoVolta.nl, European Sleeper

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