An der Sonnenallee in Berlin-Neukölln erreicht der Bau des Estrel-Towers eine entscheidende Phase. Während der Turm bereits seit längerem seine Endhöhe erreicht hat, sorgt nun vor allem die fertiggestellte Fassade des Sockelgebäudes für ein geschlossenes Gesamtbild. Erstmals ist das gesamte Ensemble in seiner finalen Erscheinung erkennbar.

Das Bild zeigt den Sockelbau des Estrel-Komplexes entlang der Sonnenallee mit seiner metallischen Fassade.

Der mehrgeschossige Sockelbau am Estrel-Ensemble ist in weiten Teilen fertiggestellt, seine metallische Fassade prägt zunehmend das Erscheinungsbild des Gesamtprojekts. Hier entstehen unter anderem Veranstaltungsflächen als Erweiterung des bestehenden Hotels. Der Innenausbau läuft, die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

 

An der Sonnenallee entsteht mit dem Estrel-Tower derzeit das höchste Hotelgebäude Deutschlands. Der Neubau erweitert den bestehenden Hotelkomplex an der Sonnenallee um zusätzliche Kapazitäten. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro Barkow Leibinger, das sich bereits 2014 in einem Wettbewerb durchgesetzt hatte.

Ursprünglich sah die Planung mehrere eigenständige Baukörper vor, die zusätzliche Veranstaltungsflächen aufnehmen sollten. Allerdings veränderte die Corona-Pandemie die Rahmenbedingungen deutlich, sodass das Konzept angepasst wurde. Statt eines weitläufigen Ensembles bündeln die Planer nun alle Funktionen im Hochhaus sowie dem angrenzenden Sockelgebäude.

ANZEIGE

Baufortschritt des Estrel-Towers an der Sonnenallee: Fassade, Innenausbau und Struktur

Zu sehen ist der Estrel-Tower in der Nahaufnahme mit seiner vollständig verglasten Fassade, die sich gegen den klaren Himmel abzeichnet. Die vertikalen Fassadenelemente strukturieren die Oberfläche des Hochhauses.

Der Estrel-Tower in Berlin-Neukölln hat bereits seit längerem seine finale Höhe erreicht und prägt mit seiner geschlossenen Glasfassade bereits das Stadtbild an der Sonnenallee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Hochhausturm hat seine Endhöhe bereits vor einiger Zeit erreicht und prägt seitdem die Silhouette des Standorts. Neu ist jedoch, dass nun auch der Sockelbau weitgehend fertiggestellt ist. Dessen Fassade ist inzwischen geschlossen, wodurch das Ensemble erstmals als zusammenhängender Baukörper wahrnehmbar wird. Die metallischen Fassadenelemente verleihen dem Komplex dabei ein einheitliches Erscheinungsbild.

Parallel dazu schreitet der Innenausbau voran, womit das Gebäude die finale Bauphase erreicht. Die Verglasung des Atriums wurde eingesetzt, während der Trockenbau in den oberen Etagen voranschreitet. Zudem wurden erste haustechnische Anlagen installiert und Böden verlegt. Auch das Parkhaus auf der Rückseite ist bereits fertiggestellt, während am Eingangsbereich an der Sonnenallee aktuell der Vorbau entsteht.

ANZEIGE

Weitere Entwicklung und Perspektiven am Estrel: Freiflächen und neue Eventhalle

Das Bild zeigt die rückwärtige Baustellenfläche am Kanal mit Baumaschinen, gelagerten Materialien und dem Estrel-Tower am linken Bildrand.

Auf der rückwärtigen Fläche am Kanal werden aktuell noch Baustoffe und Maschinen gelagert, perspektivisch soll hier eine Wildblumenwiese mit angrenzender Parkfläche entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Mit der Überarbeitung der Planung veränderte sich auch die Gestaltung der Freiflächen. Die ursprünglich vorgesehenen zusätzlichen Baukörper entfallen, stattdessen wird die Fläche neu organisiert. Aktuell dient der Bereich auf der Rückseite noch als Baustellenlager, künftig soll hier jedoch eine Wildblumenwiese entstehen. Ergänzend ist ein Park entlang des Kanals vorgesehen.

Darüber hinaus plant das Estrel bereits die nächste Erweiterung. In unmittelbarer Nachbarschaft soll eine multifunktionale Eventhalle entstehen, die Platz für bis zu 10.000 Besucher bietet. Zusammen mit dem bestehenden Hotel, dem Convention Center und dem Tower würde sich die Gesamtfläche des Ensembles auf mehr als 50.000 Quadratmeter erhöhen. Die Fertigstellung des Estrel-Towers ist weiterhin für Ende 2026 vorgesehen.

ANZEIGE

Zu sehen ist der Eingangsbereich des Neubaus mit Baustellenabsperrungen, Baugeräten.

Am Eingangsbereich des Neubaus an der Sonnenallee wird derzeit der Vorbau fertiggestellt, während parallel der Innenausbau im Hochhaus und im Sockelgebäude weiter voranschreitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Visualisierung der Kongresshalle im Estrel, Innenansicht.

So soll die neue Kongresshalle aussehen, die Platz für bis zu 10.000 Besucher bieten will. / © Visualisierung: Estrel Hotel Betriebs GmbH

Quellen: BauNetz, Estrel Berlin, Architektur Urbanistik Berlin, Barkow Leibinger Architekten

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

3 Kommentare

  1. Franz 22. April 2026 at 11:11 - Reply

    Der geplante Kongressbereich scheint mir ein Zeichen dafür zu sein, dass das Wegbrechen des ICC mit den kleineren Bauten auf drm Messegelände nicht kompensiert war und ist. Für Berlin als Stadt ist die Erweiterung in Neukölln wohl eine Bereicherung. Für das Land Berlin und insbesondere die Messegesellschaft stellt sich die Frage, ob da jemand seinen Job ausreichend und vor allem ausreichend schnell gemacht hat, oder?

    • Löwe 22. April 2026 at 15:29 - Reply

      Ja, beispiel siehe der Chaos Computer Congress ist seit mehreren Jahren wegen diesem Umstand nach Hamburg umgezogen. Da die Estrel Kongreßhalle für 10.000 Besucher ausgelegt wird, schafft man nicht die nötigen Kapazitäten von ungefähr 17.000 Teilnehmer (39C3, Chaos Communication Congress 2025).

    • Druj Mika 22. April 2026 at 23:02 - Reply

      Es ist eine neue Kongresshalle der Messe geplant, die das Marktsegment mit hunderten bis wenigen tausend Teilnehmern abdecken soll.
      https://www.entwicklungsstadt.de/neues-kongresszentrum-fuer-berlin-messe-plant-ausbau-am-funkturm/
      Veranstaltungsstätten für hohe vierstellige oder gar fünfstellige Besucherzahlen werden vielleicht ein paar Mal pro Jahr benötigt. Da lohnt sich ein eigener Bau für nicht. Daran ist auch letztlich das ICC gescheitert. Es wurde höchstens sechsmal im Jahr für Kongresse hoch- und dann wieder runtergefahren. Auf Dauer war das nicht machbar.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.