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Auf der Baustelle der Erweiterung des Bundeskanzleramtes ist inzwischen viel zu sehen: Der Neubau hat seine endgültige Höhe erreicht, die Dimension des Komplexes wird greifbar. Auch die neue Brücke liegt bereits vormontiert auf dem Gelände und wartet auf ihren Einbau.

Bereits vormontiert: Die neue Brücke, die die Spree überspannen soll, wird auf der Baustelle in Moabit für den Einbau vorbereitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die raumgreifende Erweiterung des Bundeskanzleramtes im Berliner Spreebogen ist inzwischen deutlich im Stadtbild ablesbar. Auf der Großbaustelle westlich des bestehenden Kanzleramtsgebäudes hat der Neubau seine endgültige Gebäudehöhe erreicht. Damit wird erstmals die räumliche Dimension des künftigen Regierungscampus sichtbar. Auch die Ausdehnung des gesamten Komplexes zwischen Spree, Kanzlerpark und bestehendem Kanzleramt lässt sich nun klar erkennen.

Während noch im Vorjahr letzte Erdarbeiten und der Rohbau dominierten, prägt nun der zumindest strukturell fertige Baukörper das Bild. Die Silhouette des Erweiterungsbaus ordnet sich in das Ensemble des Regierungsviertels ein und ergänzt das bestehende Kanzleramt um einen zweiten, westlich gelegenen Gebäudeteil. Mit dem Erreichen der Endhöhe ist ein zentraler Meilenstein des Projekts abgeschlossen.

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Erweiterung des Bundeskanzleramtes: Neue Büroflächen für wachsende Aufgaben

Mit dem Erweiterungsbau reagiert der Bund nach eigener Aussage auf den stark gestiegenen Raumbedarf des Bundeskanzleramtes. Das ursprüngliche Gebäude war bei seiner Fertigstellung Anfang der 2000er-Jahre für deutlich weniger Beschäftigte ausgelegt. Inzwischen sind die Aufgabenbereiche gewachsen, ebenso die Zahl der Mitarbeitenden.

Der Neubau schafft mehrere hundert zusätzliche Arbeitsplätze. Neben klassischen Büroflächen entstehen Konferenz- und Veranstaltungsbereiche sowie Gemeinschaftseinrichtungen wie eine neue Kantine und eine Kindertagesstätte.

Ergänzt wird das Ensemble durch ein separates Post- und Logistikgebäude, das interne Abläufe bündeln und Sicherheitsprozesse vereinfachen soll. Ziel ist es, bislang ausgelagerte Funktionen wieder näher an den Regierungssitz heranzuführen und die Arbeitsprozesse räumlich zu konzentrieren.

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Nach Abschluss aller Arbeiten soll sich das Bundeskanzleramt nicht mehr als einzelnes Solitärgebäude, sondern als zusammenhängender Regierungscampus im Spreebogen präsentieren. Der bestehende Bau und der westlich gelegene Erweiterungsbau werden durch die neue Brücke über die Spree miteinander verbunden. / © Visualisierung: Schultes Frank Architekten

Regierungsviertel in Berlin-Moabit: Vormontierte Brücke wartet auf ihren Einbau

Das Mammutprojekt hat mehrere bauliche Highlights zu bieten. Ein besonders auffälliges Element auf der Baustelle ist derzeit die neue Brücke, die künftig den Erweiterungsbau mit dem bestehenden Kanzleramt verbinden soll. Sie wurde bereits vormontiert und liegt aktuell auf dem Gelände bereit. In den kommenden Bauphasen soll sie in ihre endgültige Position über der Spree gehoben werden.

Mit der Brücke entsteht eine direkte Verbindung zwischen Alt- und Neubau, die sowohl funktionale als auch sicherheitsrelevante Vorteile bietet. Künftig können Mitarbeitende zwischen beiden Gebäudeteilen wechseln, ohne das Gelände verlassen zu müssen.

Gleichzeitig wird damit das architektonische Konzept des „Bandes des Bundes“ weitergeführt, das Regierungsbauten entlang der Spree miteinander verknüpft. Zudem wird die Brücke auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können, wodurch eine weitere Querungsmöglichkeit über die Spree entsteht, für Fußgänger und Radfahrer.

Erweiterung über die Spree: Architektur knüpft an das bestehende Kanzleramt an

Gestalterisch orientiert sich der Erweiterungsbau eng am ursprünglichen Entwurf des Bundeskanzleramtes. Materialien, Fassadengliederung und Baukörperform greifen den architektonischen Duktus des Bestands auf und entwickeln ihn weiter. Der Neubau tritt nicht als eigenständiges Solitärgebäude auf, sondern als Teil eines zusammenhängenden Ensembles. Verantwortlich für die Erweiterung ist, wie schon beim Bestandsbau, das Büro Schultes Frank Architekten.

Städtebaulich schließt der Erweiterungsbau den Kanzlerpark künftig also nach Westen ab und verdichtet das Regierungsviertel im Spreebogen. Durch seine Länge und den gebogenen Baukörper wird die Dimension des Projekts nun erstmals erfahrbar, von der Stadtbahn aus kann man das bereits sehr gut sehen. Der Regierungssitz entwickelt sich damit zunehmend zu einem geschlossenen Campus, der mehrere Funktionen an einem Ort vereinen soll.

Logistik für das Bundeskanzleramt: Auch unterirdische Strukturen werden geschaffen

Parallel zum Hochbau entstehen unterirdische Verbindungsbauwerke und neue Erschließungsstrukturen. Diese dienen sowohl der internen Logistik als auch den hohen Sicherheitsanforderungen an den Regierungssitz. Auch der Hubschrauberlandeplatz wird im Zuge des Projekts neu organisiert und technisch aufgewertet, die neue Landeplattform ist bereits sehr gut erkennbar und fast fertiggestellt.

Die Erschließung des Neubaus erfolgt künftig über angepasste Wegeführungen, die den Bestand ergänzen. Ziel ist es, interne Abläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Trennung von öffentlichen und nicht öffentlichen Bereichen klar zu regeln, so das verantwortliche Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Über die Spree: Hier soll die neue, öffentlich zugängliche Brücke des Bundeskanzleramtes installiert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Berlin-Mitte: Erweiterung des Kanzleramtes verändert den Spreebogen signifikant

Mit dem Erreichen der endgültigen Gebäudehöhe und der Platzierung der vormontierten Brücke ist die Erweiterung des Bundeskanzleramtes in eine neue Phase eingetreten. Was lange Zeit vor allem auf Plänen und Visualisierungen zu sehen war, ist nun im Stadtraum ablesbar. Der neue Baukörper markiert die westliche Ausdehnung des Regierungssitzes und verändert das Bild des Spreebogens nachhaltig.

Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts vorgesehen. Dann soll der erweiterte Regierungssitz seine Funktion vollständig aufnehmen. Mindestens 777 Millionen Euro wird das Projekt, Stand heute, nach seiner Fertigstellung gekostet haben. Es ist damit eines der größten Bauprojekte der Hauptstadt in den 2020er Jahren.

Der Rohbau steht: Die Erweiterungsbauten des Bundeskanzleramtes haben ihre volle Gebäudehöhe erreicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die neue Helikopter-Landeplattform ist mittlerweile fast fertiggestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Visualisierung: Schultes Frank Architekten

© Visualisierung: Schultes Frank Architekten

Quellen: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Die Bundesregierung, Nordkurier, Schultes Frank Architekten, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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5 Kommentare

  1. Max 30. Januar 2026 at 14:57 - Reply

    Ob der schieren Grösse können würde sie auch als Reichskanzlei taugen.

  2. Böhme 1. Februar 2026 at 05:58 - Reply

    Hallo, Donnerwetter – da würde sich Adolf wohlfühlen. Das „GröKazAmt“ – unendliche Weiten. Endlich zeigen wir es mal den Amis: Das Weiße Haus mit allen Nebengelassen ist ein Witz gegen den „Kanzlerbunker“! Und in den größenwahnsinnigen Bauten, die die Verschuldung des Bundes weiter ins exorbitante treiben, werden dann endlich Entscheidungen getroffen. Der Größenwahn der Bauten muss ja irgendwie inspirieren!

  3. Löwe 2. Februar 2026 at 09:36 - Reply

    Teile der bestehenden Architektur sind gewöhnungsbedürftig, wie die Waschmaschine. die Architektur wirkt durchaus modern – allerdings gefallen mir nicht die unverputzten Fassaden, ich hoffe das wird beim Neubau besser gelöst. Ich finde es völlig okay das alles großzügiger geplant wurde und nun mit der Brücke und unterirdisch weiter zusammen wächst. Was hier leider nicht erwähnt wird, ob die Ankündigung das Kanzleramt mit Öl zu beheizen 2024 eingestellt wurde, und wie die Energie bereit gestellt wird – einmal wegen Klima und um hausgemachte Abhängigkeiten – Limitierungen zu reduzieren.

  4. a.t. 2. Februar 2026 at 16:17 - Reply

    So, Friedrich M. jetzt bitte noch die Befehlsausgabe zur Vollendung des Dachrudimentes vom Hauptbahnhof nebenan! Geld scheint ja im Überfluss vorhanden zu sein…

  5. Marcel S. 4. Februar 2026 at 11:16 - Reply

    Ich wurde während des Studiums für solche Entwürfe regelmäßig kritisiert weil sie angeblich totalitär-autoritäre Ordnungsprinzipien verkörpern und demokratischen Prinzipien wiedersprechen. Hätte ich mal nicht auf meine Dozenten gehört.

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