Zwischen Sonnenallee und Kiefholzstraße ist ein neuer Rad- und Gehweg entlang der A100 inzwischen zugänglich. Vorausgegangen waren Diskussionen und sogar eine eigenmächtige Öffnung durch Aktivisten.

Radweg an der A100 in Neukölln

Neuer Radweg entlang der A100-Verlängerung: die vorhandenen Markierungen deuten darauf hin, dass der Weg baulich weitgehend fertiggestellt ist und für eine Nutzung vorbereitet wirkt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der östliche Abschnitt zwischen Sonnenallee und Kiefholzstraße wird bereits rege genutzt. Radfahrende und Joggende sind dort unterwegs, als wäre die Strecke längst freigegeben.

Dabei ist diese Entwicklung wenig überraschend. Die Infrastruktur war schon seit geraumer Zeit vollständig hergestellt. Entlang des neuen Autobahnabschnitts zieht sich ein begrünter Korridor, in dem ein durchgehend asphaltierter und klar markierter Weg verläuft. Die Oberfläche ist eben, die Trasse großzügig dimensioniert – alles deutet auf eine reguläre Nutzung hin.

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Fertiger Weg, lange gesperrt: Radweg zwischen Sonnenallee und Kiefholzstraße wird inzwischen genutzt

Und dennoch: Über Monate blieb der Zugang verwehrt. Während der Autoverkehr mit der Freigabe des 16. Bauabschnitts zügig aufgenommen wurde, war der begleitende Rad- und Fußweg weiterhin durch Bauzäune abgesperrt. Das sorgte zunehmend für Unverständnis, denn Ausbauzustand und Markierungen ließen keinen Zweifel an der Nutzbarkeit.

Radweg an der A100 in Neukölln

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Offiziell wurde die Sperrung mit der Einstufung als Betriebsweg der Autobahn GmbH begründet. Eine Öffnung für die Öffentlichkeit sei zunächst nicht vorgesehen gewesen. Zwar stellte die Senatsverkehrsverwaltung perspektivisch eine Nutzung für den Fuß- und Radverkehr in Aussicht, allerdings mit dem Hinweis, dass diese auf eigene Gefahr erfolgen solle.

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Entlang der A100: Aktivistengruppe hatte Radweg im Februar eigenmächtig geöffnet

Im Februar rückte der Abschnitt erneut in den Fokus, als eine Aktivistengruppe Absperrungen entfernte und den Weg kurzerhand zugänglich machte. Die Aktion machte sichtbar, was längst Realität war: ein fertiggestellter, aber nicht freigegebener Verkehrsraum.

Heute wirkt die Nutzung fast selbstverständlich. Vor Ort sind Absperrungen nur noch vereinzelt vorhanden, Hinweise auf Einschränkungen fehlen weitgehend. Gleichzeitig bleibt unklar, ob inzwischen eine offizielle Freigabe erfolgt ist – entsprechende Informationen oder eine formale Einweihung stehen bislang aus.

Radweg an der A100 in Neukölln

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Radweg an der A100 in Neukölln

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Radweg an der A100 in Neukölln

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Quellen: Grün Berlin/ infraVelo, Der Tagesspiegel

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11 Kommentare

  1. Ewald Karl 25. März 2026 at 10:36 - Reply

    Immer wieder lässt das Handeln der Verkehrsverwaltung vermuten, dass es ihr mit Frau Bonde um einen ideologischen Kulturkampf gegen Fahrradfahrer geht.

  2. Ulli 25. März 2026 at 21:38 - Reply

    Hey Kalle, sei dir sicher dass fast nur gegen den Melkesel der Nation, den enorme Steuern zahlenden Autofahrer gekämpft wird.
    Soviel sinnlose Radwege, welche von Steuergeldern finanziert werden in Berlin…
    Bis zu Punkt wo alle nur noch Rad fahren und sich wundern, dass kein Geld mehr für die Luft im Reifen da ist.

    • Mitte-Mitte-Anwohnerin 26. März 2026 at 08:34 - Reply

      Das ist Sarkasmus, oder?

    • Rad-Bahn-Auto-Fahrer 26. März 2026 at 12:42 - Reply

      Ich erkenne das Problem. Es sollte dringend gespart werden. Allerdings keines Falls an sicherer Radinfrastruktur. Natürlich sollten auch Straßen in gutem Zustand und sicher sein. Allerdings ist das Defizit bei Radwegen so groß, dass für definitiv zuerst gehandelt werden muss. Und dann bleibt für alle auch Luft zum Atmen, wenn’s mit dem Rad sicherer läuft.

    • 41er 26. März 2026 at 22:17 - Reply

      Melkesel der Nation?
      Jeder Autofahrer wird durch die Gesellschaft mit 5.000 bis 10.000€ Steuergeld pro Jahr bezuschusst. Parkplätze, Autobahnen, Brücken, Tunnel, Verschleiß, das kostet alles ein Heidengeld. Wirtschaftlich ist Autofahren viel zu billig und alle finanzieren den bequemen Autofahrluxus mit ihren Steuergelder mit – es wird Zeit für eine Autobahn und eine City – Maut. Beim ÖPNV wird ja auch immer verlangt, dass der kostendeckend ist

  3. Helmut Große Inkrott 26. März 2026 at 11:29 - Reply

    Helmut NFN

    Es fehlen noch Teilstücke (Grenzalle- Neuköllnische Alle ; Neuköllnische Alle-Sonnenalle) beide vom Fahrbahnbelag fertiggestellt.
    Weiterhin fehlen Fahrbahnmarkierungen und die versprochenen Kreuzungsgestaltungen. Gemäß Mobilitätsgesetzt könnte die Querung der Dieselstraße dem Fuß+Radverkehr Vorrang einräumen…
    Alles in allem nicht zufriedenstellend. Von der fehlenden klaren Kommunikation der Autobahn GmbH mal ganz abgesehen.
    „Nutzung auf eigene Gefahr“ ist bemerkenswert, denke die Betreibsweg derzeit die sichersten Rad+Fußwege in Neukölln wenn nicht Berlinweit sind.

    • Anwohnerin Leipziger 27. März 2026 at 20:00 - Reply

      Immerhin ein Anfang und das trotz der aktuellen Regierung.

      Das bestehende und von Ihnen bereits aufgeführte Verbesserungspotential eindeutig dann hoffentlich von der nächsten Regierung umgesetzt.

      …September ist noch viel zu lange…

  4. R. Schulz 27. März 2026 at 17:27 - Reply

    ..ja diese „Autobahnidylle“ mit (Rad)Asphaltpiste wahlweise neben Bretterwand oder Brückengeländer und „(Ersatz)Alibi-Grün“ daneben verführt einen diesen „Wunderschönen Radweg“ unbedingt zu benutzen.

    Die Bretterwand daneben ist natürlich zuverlässig geeignet jegliche Lärm-und Schadstoffemisionen von der Autobahn auf den „Radweg“ fernzuhalten.

    Dort wo der „Radweg“ nur durch eine Brückengeländer von der Autobahn getrennt ist kann man so wunderbar entspannt am Geländer lehnen und das Geschehen auf der Autobahn betrachten. Gasmaske und Ohrenschützer aber nicht dabei vergessen.

    Zur „Erholung“ vermisse ich aber noch Sitzbänke speziell im Bereich wo nur noch Brückengeländer den „Radweg“ von der Autobahn trennen.
    Lärm und Abgase von der Autobahn daneben garantieren schnellste „Erholung“

    Schon schlau, einen ohnehin vorhandenen Betriebsweg zum „Radweg“ zu erklären. Eine umstrittene Autobahn bekommt so, wie schon bei der A113neu
    ein“Fahrradfreundliches Deckmäntelchen“ umgehangen.

    Also: „so eine Autobahn mitten durch die Stadt ist schon Mist. Aaaber dafür dürft ihr dann auch ganz toll neben der Autobahn fahrradfahren. Na das ist doch was oder?“

    In der ADFC-„Radzeit schrieb man übrigens damals über den „Radweg“ neben der A113neu, das es dort „idyllisch“ sei und man nur ein „leises Rauschen“ von der A113neu hört.
    Ich frage mich heute noch, unter welchen berauschenden Substanzen die Redakteurin stand als sie das in der „Radzeit“ geschrieben hatte.

  5. Helmut Große Inkrott 30. März 2026 at 12:33 - Reply

    Helmut NFN na ja…
    „Schon schlau, einen ohnehin vorhandenen Betriebsweg zum „Radweg“ zu erklären. Eine umstrittene Autobahn bekommt so, wie schon bei der A113neu ein“Fahrradfreundliches Deckmäntelchen“ umgehangen.“
    Das hier Radinfrastruktur als „Abfallprodukt der BAB“ entstanden ist ist erstmal gut für die Radfahrenden.
    Von den Radfahrenden wird kaum jemand das “Fahrradfreundliche Deckmäntelchen“ dem Senat/der Bundesregierung/der Autobahn GmbH umhängen. Denke auch beim ADFC wurde mitlerweile dazugelernt (ich bin eine Optimist)
    Jeder Meter Fuß/Radinfrastuktur wird gebraucht!
    Jetzt ist es an der Zeit Senat/Bezirke/Infravelo zu fordern das die Anschluß Infrastuktur endlich angegangen wird. Hier ist gerade großes Schweigen aller Orten zu vernehmen.
    Irre Kosten, stark verspätete Fertigstellung (die noch nicht erreicht ist), nicht Einhalten von Senatszusagen, Missachtung des Mobilitäts und Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG).
    DER KAMPF MUSS WEITERGEHEN…

  6. R.Schulz 1. April 2026 at 11:38 - Reply

    Helmut NFN

    „Das hier Radinfrastruktur als „Abfallprodukt der BAB“ entstanden ist ist erstmal gut für die Radfahrenden.“?

    Eine Asphaltpiste direkt neben der Autobahn, teilweise nur durch ein Brückengeländer von der Autobahn getrennt mit entsprechendem
    Lärm und Abgasen bezeichnen sie also als zum radfahren einladend, bzw. ..“erstmal gut für die Radfahrenden.“ ?

    „Jeder Meter Fuß/Radinfrastuktur wird gebraucht!“

    Was ich als radfahrender brauche ist ein dichtes und angenehm zu befahrendes Radverkehrsnetz in der Stadt und ausreichend gute Abstellanlagen für mein Fahrrad.

    Was ich garantiert nicht brauche ist einen isolierten, verlärmten und Abgasbelasteten „Alibi-Radweg“ direkt neben der Autobahn. Hier zum Teil nur durch ein Brückengeländer von der Autobahn getrennt.
    Lärm und Abgase von der direkt daneben befindlichen Autobahn laden nicht zum verweilen ein, sondern bringen einen eher dazu diesen „Alibi-Radweg“ möglichst schnell hinter sich zu lassen.

    „DER KAMPF MUSS WEITERGEHEN…“

    Ja für tatsächliche Verbesserungen der Radinfrastruktur. Aber nicht für solche fragwürdigen „Alibi-Radwege/Massnahmen“

  7. Helmut Große Inkrott 8. April 2026 at 09:23 - Reply

    Helmut NFN

    Hallo R.Schulz,
    ich denke hier liegt eine Missverständnis vor.
    Niemand wird gezungen diese Betriebsweg der BAB 100 als Rad-Fußweg zu benutzen.
    Wer in der Stadt ohne Emmissionsbelastung Radfahren möchte kann das tun (schränkt aber die Möglichkeiten erheblich ein).
    Die starke Nutzung des Betriebsweges von der Chris Gueffroy Allee nach Adlershof zeigt das dies Angebote angenommen werden.
    Ich hab den Eindruck hier soll nur Kritik geäussert werden, eine vernüftige Disskussion wird nicht angestrebt.
    Ich verabschiede mich hiermit aus der Diskussion und wünsche einen Schönen Tag.

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