Am Kulturforum wird am kommenden Sonntag nicht nur gefeiert, sondern auch ein bislang ungewöhnlicher Einblick in den Neubau „berlin modern“ möglich. Beim Kulturforumsfest „Ein Tag im Grünen“ öffnet das noch nicht fertiggestellte Museum erstmals seine Türen für eine Ausstellung.

Bis zur geplanten Eröffnung 2030 ist es noch ein weiter Weg. Einen ersten Ausstellungsbesuch gibt es im Rohbau schon jetzt. / © Herzog & de Meuron, Katharina Sieverding
© Titelbild: Herzog & de Meuron
Der Museumsneubau „berlin modern“ am Kulturforum ist noch längst nicht fertig – und trotzdem wird dort an diesem Sonntag erstmals eine Ausstellung zu sehen sein. Im Rohbau des von Herzog & de Meuron entworfenen Gebäudes eröffnet die Schau „Gordon Matta-Clark. On Site“. Möglich wird der ungewöhnliche Einblick im Rahmen des Kulturforumsfests am 13. September.
Damit wird der Neubau erstmals selbst zum Ausstellungsort. Besucher können die Ausstellung von 10 bis 18 Uhr in dem Gebäude an der Potsdamer Straße besichtigen. Für den Besuch sind Zeitfenster-Tickets erforderlich, die Ausstellung kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro.
„Berlin Modern“ noch mitten in der Bauphase, Feuchtigkeitsschäden werden beseitigt
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, weil das Museum eigentlich noch mehrere Jahre von seiner regulären Eröffnung entfernt ist. Auf rund 9.000 Quadratmetern soll „berlin modern“ künftig Werke der Nationalgalerie aus dem 20. Jahrhundert zeigen. Hinzu kommen Sammlungen von Pietzsch, Marx und Marzona. Der Neubau soll damit eine Lücke im Museumsensemble am Kulturforum schließen und die Bestände der Nationalgalerie erweitern.
Zuletzt war der Bau allerdings vor allem wegen Verzögerungen in den Schlagzeilen. Anfang des Jahres waren Feuchtigkeitsschäden an mehreren Betonflächen des Rohbaus bekannt geworden. Nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werden die betroffenen Bereiche derzeit von spezialisierten Fachfirmen saniert. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Anfang Oktober abgeschlossen sein, sämtliche Schäden sollen bis zum Jahresende behoben werden.
„Gordon Matta-Clark. On Site“: Ausstellung passt zum unfertigen Gebäude
Die erste Ausstellung im Rohbau setzt sich mit einem Künstler auseinander, dessen Arbeit eng mit Architektur und bestehenden Gebäuden verbunden ist. Gordon Matta-Clark wurde vor allem durch seine spektakulären Eingriffe in Häuser bekannt. „On Site“ nimmt diese Auseinandersetzung mit gebautem Raum auf und erhält durch den noch nicht abgeschlossenen Museumsbau einen besonderen räumlichen Kontext.
Für „berlin modern“ ist die Ausstellung zugleich ein erster Vorgeschmack auf die spätere Nutzung des Gebäudes. Der von Herzog & de Meuron entworfene Bau soll zwischen den architektonischen Ikonen des Kulturforums – darunter die Neue Nationalgalerie und die Philharmonie – einen eigenständigen Akzent setzen. Über die reduzierte, archetypische Form des Neubaus wird am Kulturforum allerdings weiterhin kontrovers diskutiert.
Museumsneubau am Kulturforum eröffnet ab 2030
Die reguläre Eröffnung des Museums wird inzwischen erst ab 2030 erwartet. Bis dahin bleibt „berlin modern“ eine der größeren Baustellen der Berliner Kulturlandschaft. Die Ausstellung am Sonntag bietet nun erstmals die Möglichkeit, den künftigen Museumsbau nicht nur von außen, sondern auch aus der Perspektive eines tatsächlichen Ausstellungsbesuchs zu erleben.
Das Kulturforumsfest liefert dafür den Anlass. Rund um den Neubau stehen an diesem Tag zahlreiche Architekturführungen und weitere Kulturangebote auf dem Programm. Für den Besuch von „Gordon Matta-Clark. On Site“ gelten jedoch eigene Tickets und Zeitfenster.
Quellen: Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin.de
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5 Kommentare
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Das verwendete Anfangsbild zeigt deutlich, wie brutal die Kunst-Scheune in das bisher filigrane Kulturforum geklotzt wird. Schlimmer kann eine Disproportion nicht wirken. Das Preisgericht sollte sich schämen, diesem Entwurf zur Realisierung verholfen zu haben. Berlin von seiner rüdesten Seite!
Dieses perverse Städtebauteil werden die Russen für eine Rüstungsfabrik halten und sich gleich als erstes zur Brust nehmen, wenn es denn dereinst soweit sein sollte.
Danke an “berlin modern” für die Ausstellung „Gordon Matta-Clark. On Site“ und den somit vorzeitigen Besuch des Museums. Vor allen Dingen die grosse Halle wo die Videowerke gezeigt werden ist imposant! Also absolutes Lob an Herzog & Meuron für die beeindruckende und grossartige Architektur des neuen Hauses. Freue mich bereits auf die Fertigstellung!
Wie viel Geld haben Sie denn für diesen Beitrag bekommen?!?
Auch schon wieder ein trauriger Beitrag. Ich habe auf der Homepage „Kulturforum“ versucht, für die Ausstellung Informationen zu erlangen – indes vergeblich. Weshalb verlinkt man hier nicht die maßgebliche Seite???