Der Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg soll künftig klimaangepasst, fußgängerfreundlich und deutlich grüner werden. Aktuell prägt jedoch der Ausbau der Fernwärme den Platz; eine notwendige Voraussetzung für die spätere Umgestaltung der Oberfläche.

Die Neugestaltung des Barbarossaplatzes soll den Platz nachhaltiger, klimafreundlicher und lebenswerter machen. Der Wettbewerb prämierte einen Entwurf, der den historischen Standort in einen modernen, fußgängerfreundlichen Freiraum verwandeln soll. / © Visualisierung: r+b landschaft s architektur, RenderAtelier

© Visualisierungen: r+b landschaft s architektur, RenderAtelier
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg ist derzeit kaum wiederzuerkennen. Wo sich mehrere Straßen kreuzen und der Platz bislang vor allem als Verkehrsraum diente, bestimmen nun Bauzäune, offene Gräben und schwere Maschinen das Bild.

Hintergrund ist der Ausbau der Fernwärmeversorgung, der als grundlegende Infrastrukturmaßnahme Voraussetzung für die spätere Umgestaltung des Platzes ist. Für Anwohnende und Passanten bedeutet das zunächst erhebliche Einschränkungen, Umwege und eine deutlich reduzierte Aufenthaltsqualität. Zudem ist das Ensemble derzeit fest in der Hand der arktischen Wintertemperaturen.

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Umbau des Barbarossaplatzes in Schöneberg: Infrastruktur vor Stadtraum

Dass zuerst unter der Oberfläche gearbeitet wird, folgt einer klaren Logik. Leitungen für Fernwärme lassen sich nur mit großflächigen Eingriffen verlegen. Würden diese Arbeiten erst nach der Platzneugestaltung erfolgen, müssten frisch gestaltete Flächen erneut geöffnet werden. Der aktuelle Zustand des Platzes ist daher bewusst als Übergangsphase angelegt, auch wenn er den Alltag im Kiez spürbar belastet.

Langfristig soll der Barbarossaplatz jedoch ein völlig anderes Gesicht bekommen. Geplant ist eine klimaangepasste Umgestaltung mit mehr Grün, weniger versiegelten Flächen und einer klaren Priorisierung von Fußgängerinnen und Fußgängern. Der Platz soll nicht länger in erster Linie Durchgangsraum sein, sondern Aufenthaltsort für das Quartier. Bäume, schattenspendende Strukturen und entsiegelte Flächen sollen helfen, Hitze zu reduzieren und Regenwasser besser aufzunehmen. So stellt es sich jedenfalls das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg vor.

Barbarossaplatz: Mehr Aufenthaltsqualität statt Verkehrsdominanz

Ein zentraler Bestandteil der Planung ist die Neuordnung der Verkehrsflächen. Breitere Gehwege, übersichtlichere Querungen und eine Reduzierung der Dominanz des Autoverkehrs sollen den Platz sicherer und nutzbarer machen. Ziel ist ein Stadtraum, der zum Verweilen einlädt und unterschiedliche Nutzungen zulässt; vom kurzen Aufenthalt bis zur alltäglichen Begegnung im Kiez.

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Der Kontrast zwischen aktuellem Zustand und langfristiger Vision könnte allerdings kaum größer sein. Während der Platz heute als Baustelle kaum Aufenthaltsqualitäten bietet, verspricht die geplante Umgestaltung aber einen deutlichen Mehrwert für das Quartier.

Ein moderner Stadtplatz mit mehr Aufenthaltsqualität und weniger Verkehrslärm ist das Ziel

Entscheidend wird sein, dass die Bauphasen klar kommuniziert und zeitlich koordiniert werden, damit die Geduld der Anwohnenden nicht überstrapaziert wird. Der Barbarossaplatz steht durchaus exemplarisch für viele Berliner Stadträume, in denen Klimaanpassung, Verkehrswende und Infrastruktur aufeinandertreffen.

Die derzeitige Großbaustelle ist dabei kein Selbstzweck, sondern Teil eines längeren Transformationsprozesses. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, könnte hier ein moderner Stadtplatz entstehen, der dem Kiez mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität und eine deutlich höhere Lebensqualität bietet.

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So soll der neu gestaltete Barbarossaplatz in Berlin-Schöneberg einmal aussehen. / © Visualisierung: r+b landschaft s architektur, RenderAtelier

Quellen: BEW Berliner Energie und Wärme GmbH , Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, r+b landschaft s architektur, RenderAtelier

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