In Alt-Moabit entsteht derzeit das neue Ausweichquartier für den Bundespräsidenten. Das Gebäude in Holzhybridbauweise soll bis Herbst 2025 fertiggestellt werden und anschließend fünf Jahre lang vom Bundespräsidialamt genutzt werden. Während die Fassade bereits teilweise fertiggestellt ist, laufen die Abschlussarbeiten auf Hochtouren.

Der Ersatzneubau präsentiert sich mit einer bunten Fassade aus roten, gelben und blauen Elementen. Die Abschlussarbeiten laufen derzeit und sollen in den kommenden Monaten beendet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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© Visualisierung: Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH
In Alt-Moabit, unweit des Berliner Hauptbahnhofs, wächst derzeit ein Neubau, der in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle übernehmen soll. Weil das Schloss Bellevue und das angrenzende Bundespräsidialamt umfassend saniert werden müssen, entsteht hier ein Interimsquartier für den Bundespräsidenten und seine Verwaltung. Das Gebäude hebt sich mit seiner bunten Fassade und der Bauweise aus Holzmodulen deutlich von den repräsentativen Bauten im Tiergarten ab.
Der Neubau wird nach einem Entwurf des Büros Sauerbruch Hutton umgesetzt. Bereits seit April 2023 wächst das Gebäude sichtbar in die Höhe. Ziel ist es, den Neubau bis zum Herbst 2025 fertigzustellen, sodass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Anfang 2026 mit seiner Amtsführung in die neuen Räume umziehen kann. Das Bürogebäude wird auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet und soll etwa 10.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Bauherrin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), verantwortlich für das Projekt ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
Bunte Keramikfassade und Holzhybridbauweise: Neubau in Alt-Moabit hebt sich architektonisch von klassischen Regierungsgebäuden ab
Die Fassade des Gebäudes ist zum Teil bereits fertiggestellt. Auffällig sind die Keramikelemente in den Farben Rot, Blau und Gelb, die einen bewussten Kontrast zu den weißen Fassaden klassischer Regierungsbauten setzen. Andere Gebäudeteile sind weiterhin eingerüstet. Hier laufen die Arbeiten an der Verkleidung noch. Kabel und provisorische Elemente deuten auf die laufenden Installationen im Inneren hin.
In den letzten Monaten konnten die Arbeiten am Neubau deutlich voranschreiten. Die Bauausführung erfolgt in Holzhybridbauweise. Während das Erdgeschoss in Stahlbeton errichtet wird, bestehen die Obergeschosse aus vorgefertigten Holzmodulen. In der sechsten Etage entstehen zwei große Versammlungssäle.
Nachhaltigkeit im Fokus: Energiestandard „Bund 40“ und Holzbauweise sollen Klimabilanz des Neubaus deutlich verbessern
Das Gebäude wird nach dem Standard „Bund 40“ errichtet, der mindestens 60 Prozent weniger Energieverbrauch als gesetzlich vorgeschrieben vorsieht. Vorgesehen ist der Einsatz regenerativer Energien für die Energieversorgung. Damit will die Bundesregierung ein Zeichen für klimafreundliches Bauen setzen.
Zum einen soll Holz als Baustoff nicht nur die Bauzeit verkürzen, sondern auch die CO₂-Bilanz verbessern. Darüber hinaus verweisen Fachleute darauf, dass der Bausektor weltweit für rund 30 Prozent der Emissionen verantwortlich ist. Gleichzeitig könne Holz Kohlendioxid speichern und so den Einsatz von emissionsintensivem Zement verringern.
Übergangsquartier mit Perspektive: Nutzung durch das Bundespräsidialamt ab 2026 im Regierungsviertel
Nach aktueller Planung soll das Bundespräsidialamt das Gebäude ab 2026 für rund fünf Jahre nutzen. Sollte sich die Sanierung von Schloss Bellevue oder des Verwaltungsbaus verzögern, ist eine längere Nutzung möglich. Danach soll eine andere Bundesbehörde in den Neubau einziehen.
Der Neubau reiht sich in eine Serie weiterer Großprojekte im Regierungsviertel ein. In unmittelbarer Nähe entstehen Erweiterungsbauten für das Bundesinnenministerium und das Bundeskanzleramt. Damit wird eine der letzten Freiflächen im Umfeld des Hauptbahnhofs bebaut.
Quellen: Handelsblatt, Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundespräsidialamt, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum
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