Der Spreepark im Plänterwald soll 2027 nach jahrzehntelanger Schließung wieder öffnen. Wie sich der künftige Park finanziell trägt, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Der Senat hat dazu innerhalb weniger Wochen unterschiedlich klingende Einschätzungen vorgelegt.

Die künftige Werkhalle im Spreepark soll Raum für Veranstaltungen, Präsentationen und Ausstellungen bieten. Solche Flächen zählen laut Senat zu den geplanten Einnahmequellen des Parks. / © Visualisierung: Nieto Sobejano Arquitectos
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Nach mehr als zwei Jahrzehnten Leerstand soll der Spreepark in Treptow-Köpenick wieder seinen Betrieb aufnehmen. Die Arbeiten an den Attraktionen des Parks, allen voran am Riesenrad, sind bereits weit fortgeschritten. Im Frühjahr 2027 soll der Spreepark dann als Kunst, Kultur und Naturpark eröffnen. Betrieben wird das Gelände künftig von der landeseigenen Grün Berlin GmbH.
Je näher der Eröffnungstermin rückt, desto stärker rückt allerdings eine andere Frage in den Vordergrund. Wie soll der laufende Betrieb finanziert werden, ohne dass der Spreepark dauerhaft zum Zuschussfall für das Land Berlin wird?
Finanzierungsmix im Plänterwald: Eigenmittel treffen auf Landeszuschüsse
Aus dem Bericht der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vom 30. Juni 2026 wird deutlich, woraus sich der Spreepark künftig finanzieren soll. Grundlage sind Eintrittsgelder, Pachteinnahmen aus Gastronomie und Kiosknutzung sowie Erlöse aus Veranstaltungen, die externe Anbieter auf dem Gelände durchführen.
Da diese Eigeneinnahmen die geschätzten jährlichen Betriebskosten jedoch nicht vollständig decken, bleibt der Park zugleich auf Zuschüsse aus dem Landeshaushalt angewiesen. Der Spreepark finanziert sich damit künftig aus einer Mischung von Eigeneinnahmen und öffentlichen Mitteln und nicht, wie zunächst in Aussicht gestellt, weitgehend eigenwirtschaftlich.
Kalkulation im Plänterwald: Weshalb die Ausgaben die Einnahmen übersteigen

Das denkmalgeschützte Eierhäuschen am Spreepark soll gastronomisch genutzt werden. Die Verpachtung an Dritte gilt als einer der Bausteine für die Finanzierung des Parks. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Grün Berlin rechnet mit rund 600.000 Besuchern pro Jahr. Daraus ergeben sich laut aktueller Schätzung Einnahmen zwischen drei und 3,6 Millionen Euro. Für das erste volle Betriebsjahr 2028 veranschlagt der Landesbetrieb dagegen Kosten von 5,6 Millionen Euro.
Damit bleibt eine Lücke von mindestens zwei Millionen Euro pro Jahr, die aus dem Landeshaushalt gedeckt werden müsste. Wie viel Eintritt und Riesenradfahrten künftig kosten sollen, steht bislang noch nicht fest.
Förderrecht in Berlin: Warum Gewinne den Fördermitteln schaden könnten
Ein Rechtsgutachten kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass Gewinne aus dem Spreepark-Betrieb die eingesetzten Fördermittel gefährden würden, darunter Programme der EU und des Bundes. Ein rein gewinnorientierter Betrieb wäre demnach ohnehin nicht im Sinne der Förderbedingungen, unter denen der Umbau des Geländes finanziert wird.
Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) und Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) räumten dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses gegenüber inzwischen ein, dass ein dauerhaft kostendeckender Betrieb unter den bestehenden rechtlichen, vertraglichen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen nicht realistisch umsetzbar sei. Der Spreepark werde somit auf absehbare Zeit auf Zuschüsse des Landes angewiesen bleiben.
Wirtschaftliche Effekte für Treptow-Köpenick: Arbeitsplätze und Wertschöpfung
Trotz der Deckungslücke verweist der Senat auf positive Effekte für die Region. Direkt und indirekt sollen rund 90 Arbeitsplätze entstehen, zudem rechnet die Verwaltung mit einer zusätzlichen regionalen Wertschöpfung von zehn Millionen Euro pro Jahr sowie rund 500.000 Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen.
Ob sich diese Prognosen nach der Eröffnung im Frühjahr 2027 bestätigen, bleibt offen. Bis dahin will der Senat die Erlösmöglichkeiten aus Veranstaltungen und Verpachtungen weiter ausarbeiten, um den Zuschussbedarf perspektivisch zu senken.
Quellen:Berliner Morgenpost, Senatskanzlei Berlin, Spreepark Berlin
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4 Kommentare
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Das Gebiet würde erst so richtig abgehen, wenn es mit dem gerade sich neu entwickelnden Funkhausquartier auf der gegenüberliegenden Spreeseite mit einer Fußgänger-und Radbrücke verbunden wäre.
Oder mit einer Fährverbindung. Aber eine Verbindung muss her.
Warum, hat man es nicht wieder als Vergnügungspark gemacht? Das würde mehr Besucher anziehen und es müsste vom Senat nicht mit mehreren Millionen Euro bezuschusst werden. Es würden sicherlich auch mehr Arbeitsplätze als die 90 entstehen.
Absolut anachronistisch! Mitten im Naturschutzgebiet Menschen zu entertainen. Klar ist Kunst nicht kostendeckend, wird es glaube ich nie sein. Mich würde mal interessieren was das alles bisher schon gekostet hat. Transparenz?