Die Ausstellung „A Hidden Well“ beleuchtet künstlerisch die kulturellen Schichten rund um die Uferhallen. Zwischen historischer Heilquelle und zeitgenössischem Kunstbetrieb entfaltet sich ein vielstimmiges Bild des Stadtteils Gesundbrunnen.
Das Areal der Uferhallen mit einem 18.900 m² großen Areal

Was macht einen Ort aus? „A Hidden Well“ untersucht die Identität von Berlin-Gesundbrunnen durch ortsspezifische Kunst und lädt zur Reflexion über Stadt, Wandel und Gemeinschaft ein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) realisiert gemeinsam mit dem Uferhallen e.V. ein ortsspezifisches Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt unter dem Titel „A Hidden Well“. Im Zentrum steht die unmittelbare Umgebung der Uferhallen und Uferstudios, einem bedeutenden Standort für künstlerische Produktion in Berlin-Gesundbrunnen.

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Geschichten, Architekturen und visuellen Prägungen auseinander, die diesen Teil Berlins bis heute kennzeichnen.

Vom Kurort zur urbanen Kulturlandschaft: Die vielschichtige Geschichte des Ortsteils Gesundbrunnen

Seinen Namen verdankt der Ortsteil Gesundbrunnen der Entdeckung einer mineralischen Heilquelle im 18. Jahrhundert, im Bereich der heutigen Badstraße. Aus dem ehemaligen Kur- und Badeort entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert ein industriell geprägter Arbeiterbezirk und schließlich ein kulturell vielgestaltiger Stadtraum, in dem heute zahlreiche Communities und kulturelle Institutionen aktiv sind.

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Die Ausstellung „A Hidden Well“ nimmt diese Transformation zum Anlass, um die Spuren des Wandels sichtbar zu machen. Die künstlerischen Arbeiten der Ausstellung werden sowohl im öffentlichen Raum als auch in ortsansässigen soziokulturellen Einrichtungen und Initiativen präsentiert. Dazu zählen unter anderem der ABA Projectspace / uqbar, das Berliner Programm Künstlerische Forschung, die Bibliothek am Luisenbad sowie das Mitte Museum.

Offene Ateliers im September: Einladung zum Dialog in den Uferhallen

Die Beiträge eröffnen vielfältige Zugänge zu Fragen des Zusammenlebens, der Erinnerung und der Veränderung im Stadtraum, wie die Projektverantwortlichen betonen. Ein Höhepunkt des Projekts fand bereits am 13. und 14. September statt: Im Rahmen der Open Studios öffneten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers auf dem Gelände der Uferhallen.

Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, mit den Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen und Einblicke in ihre Arbeitsprozesse und Perspektiven auf den Stadtteil zu erhalten. Die Veranstaltungsreihe läuft noch bis zum 28. September, mehr Informationen dazu gibt es hier.

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Berlin-Mitte: Um die Nutzung der Uferhallen wurde viele Jahre intensiv gerungen

Unweit der Panke befinden sich die denkmalgeschützten Uferhallen. Das einstige Industrieareal wird seit vielen Jahren von einer aktiven Künstlerszene als Atelierraum und Veranstaltungsareal genutzt. Das Gelände umfasst insgesamt 19.000 Quadratmeter und bietet den dort tätigen Künstlern ideale Bedingungen – und vor allem bezahlbare Mietpreise für ihre Gestaltungsräume.

Ob diese Mieten auch zukünftig noch Bestand haben werden, war jedoch lange offen. 95 Prozent der damaligen Uferhallen AG fielen 2017 in die Hände einer Gruppe von Privatinvestoren. Seitdem diese Information durchgedrungen war, ging in den Uferhallen die Angst vor Verdrängung um.

Uferhallen in Berlin-Gesundbrunnen: Generalmietvertrag sicherte die Zukunft des Areals

Anfang Januar 2024 gelang nach jahrelangen Diskussionen auf Initiative des damaligen Kultursenators Joe Chialo (CDU) ein entscheidender Durchbruch. Bereits Klaus Lederer (Die Linke), der Vorgänger von Joe Chialo, hatte sich intensiv um die Rettung der Hallen bemüht, die über lange Zeit für Konflikte sorgten. Doch erst Chialo gelang es, am 29. Dezember einen „wegweisenden Vertrag“ (Chialo) zu unterzeichnen, wie die Berliner Morgenpost es damals beschrieb.

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Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren, mit der Option für das Land Berlin, um weitere zehn Jahre zu verlängern. Der Eigentümer des Grundstücks, die Augustus Management GmbH, hat während dieser Zeit kein Kündigungsrecht.

Quellen: Uferhallen e.V., Uferstudios, ABA Projectspace / Uqbar, Berliner Programm Künstlerische Forschung, Bibliothek am Luisenbad, Mitte Museum, Bezirksamt Mitte

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