Für das Lutherdenkmal in Berlin-Mitte wurde ein Entwurf ausgewählt. Die Planung sieht eine Restaurierung der Lutherfigur, einen Natursteinsockel, eine Sitzbank und eine Informationsstele vor.

Das Lutherdenkmal vor der Marienkirche und Fernsehturm in Berlin. / © Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann, CC BY 4.0
© Titelbild / Visualisierung: BASD / Vill
Das Lutherdenkmal vor der St.-Marien-Kirche in Berlin-Mitte soll neu gefasst werden. Nach einem europaweiten Verfahren steht nun fest, welcher Entwurf umgesetzt werden soll.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Standort: vor der St.-Marien-Kirche
- Projektstatus: Entwurf ausgewählt
Den Zuschlag erhielt der Entwurf des Planungsbüros BASD – Gerhard Schlotter und Claudia Kruschel-Bücker Architekten. Beteiligt sind auch die Künstler Maria Vill und David Mannstein.
Entwurf für das Lutherdenkmal in Mitte setzt auf Bestand und Kontext
Der ausgewählte Entwurf verzichtet auf eine vollständige Rekonstruktion des früheren Ensembles. Stattdessen stellt er die erhaltene Lutherfigur in den Mittelpunkt. Geplant sind die Restaurierung der Figur, ein neuer Natursteinsockel, eine umlaufende Sitzbank und eine Informationsstele. Damit soll das Denkmal stärker sichtbar werden und zugleich eine bessere Einbindung in den Stadtraum erhalten.
Die Entscheidung betrifft einen Ort mit langer Geschichte. Das Lutherdenkmal entstand 1895 nach einem Entwurf von Paul Otto. Nach seinem Tod vollendete Robert Toberentz die Anlage. Ursprünglich bestand das Denkmal aus der zentralen Lutherfigur, mehreren Begleitfiguren bedeutender Reformatoren und einer architektonisch gefassten Platzanlage auf erhöhtem Sockel. Bronze und Granit prägten die repräsentative Wirkung auf dem früheren Neuen Markt.
Lutherdenkmal in Berlin-Mitte bleibt historisches Fragment
Im 20. Jahrhundert verlor das Denkmal große Teile seiner ursprünglichen Form. Die Platzanlage und die meisten Begleitfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die zentrale Lutherfigur blieb erhalten und wurde 1989 nahe der St.-Marien-Kirche wieder aufgestellt. Der neue Entwurf nimmt diesen fragmentierten Zustand auf und stellt ihn in einen heutigen städtischen Zusammenhang.
Die Maßnahme gehört zur Städtebauförderkulisse „Berliner Mitte“. Der Senat nahm das Gebiet im August 2025 in das Programm „Lebendige Zentren und Quartiere“ auf. Für das Lutherdenkmal stehen bis zu 1,5 Millionen Euro bereit. Weitere 2,4 Millionen Euro sind für die Gestaltung des Umfelds vorgesehen, inklusive Baumpflanzungen.
Die Grün Berlin GmbH soll das Lutherdenkmal im Rahmen der laufenden Neugestaltung von Rathausforum und Marx-Engels-Forum realisieren. Damit rückt das Denkmal nicht isoliert in den Fokus, sondern als Teil eines größeren Stadtraums zwischen Fernsehturm, Rotem Rathaus, Spree und St.-Marien-Kirche.
Lutherdenkmal
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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7 Kommentare
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Also bitte…. Das kann dich ja jeder Dreijährige mit Bausteinen zusammenstellen. Das ist wirklich nichts anderes als eine Enttäuschung
Was für ein gestalterisches Armutszeugnis. So sieht künstlerisches Elend aus!
Und was für ein gesellschaftliches Armutszeugnis für unser Land, sollte dieser Entwurf tatsächlich Realität werden.
Ich empfehle jedem Leser, sich das historische Lutherdenkmal auf Wikipedia anzuschauen. Dann gewinnt man sowohl eine Vorstellung von Können und Geist der damaligen Zeit als auch von Nichtkönnen und Elend und Dürftigkeit unserer heutigen Zeit:
Stolz, Größe und Schönheit damals. Gestalterische Blutleere, ängstliche Verschämtheit, Verzagtheit und identitäre Selbstverleugnung heute.
Wäre ich protestantisch, ich würde aus der evangelischen Kirche austreten, sollte sie sich diese billige Karikatur von LutherDenkmal in der Hauptstadt Deutschlands (!) widerspruchslos gefallen lassen.
Vielen Dank meinen Vorkommentatoren. Ich kann mich hier nur anschließen. Mir fehlen nahezu die Worte angesichts dieses Deletantismus. Dann lasst Luther doch lieber gleich weiter auf die Straßenbahnen schauen und setzt das Geld sinnvoller ein, wenn eine Rekonstruktion der Begleitfiguren und angemessener Umsetzung des Denkmals mal wieder zu historisch anmutend ist.
Enttäuschende Peinlichkeit.
Ich schließe mich den Worten meiner Vorkommentator*innen vollumfänglich an.
Eine bedauerlicherweise erwartete zutiefst niederschmetternde Enttäuschung.
Eine Bankrotterklärung!
Gibt es denn die übrigen Figuren des alten Denkmals noch (im Artikel heißt es, dass die „meisten“ Begleitfiguren in Verlust geraten seien)?
Ah, Luther in a litter box – ingenious!