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Der begleitende Radweg entlang der A100 ist fertiggestellt, bleibt jedoch weiterhin gesperrt. Während der Autoverkehr bereits rollt, warten Radfahrende auf die Freigabe. Die Situation soll sich erst im Frühjahr 2026 ändern.

A100-Radweg von Neukölln nach Treptow

Der begleitende Radweg entlang der A100 ist bereits vollständig asphaltiert und abschnittsweise als Radweg markiert, bleibt jedoch weiterhin durch Bauzäune gesperrt. Eine Freigabe für den Rad- und Fußverkehr ist nach aktueller Planung erst für das Frühjahr 2026 vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Mit der Freigabe des 16. Bauabschnittes der A100-Verlängerung ging ein weiterer Abschnitt der Stadtautobahn in Betrieb. Seitdem profitieren vor allem Autofahrende von neuen Verkehrsbeziehungen. Parallel zur Autobahn entstand jedoch auch ein Grünzug mit einem begleitenden Fuß- und Radweg, der bislang nicht genutzt werden darf.

Der Weg ist baulich fertiggestellt und vollständig angelegt. Dennoch sichern Bauzäune den gesamten Abschnitt, sodass Radfahrende weiterhin ausweichen müssen. Diese ungleiche Behandlung der Verkehrsteilnehmer sorgt für Kritik, da der Rad- und Fußverkehr erneut hinter dem Autoverkehr zurücksteht.

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Geplanter Fahrradweg entlang der A100-Verlängerung nach Treptow: Betriebsweg statt Radweg

Auf Anfrage des Tagesspiegel hatte die Senatsverkehrsverwaltung erklärt, dass es sich formal nicht um einen Radweg handele. Stattdessen sei der Weg als Betriebsweg der Autobahn GmbH des Bundes eingestuft, obwohl der Weg bereits mit Radwegmarkierungen ausgestattet ist. Diese Einordnung verhindert bislang eine reguläre Freigabe für den öffentlichen Verkehr.

Gleichzeitig stellte die Verwaltung eine spätere Nutzung als Geh- und Radweg in Aussicht. Diese soll auf eigene Gefahr erfolgen und ist derzeit für das Frühjahr 2026 geplant. Bis dahin bleibt der Weg gesperrt.

Verkehrs-Neuordnung an der Elsenstraße: Weiterer Radweg am Ende der A100 geplant

Am südlichen Ende der A100 steht ein weiteres Projekt an, das den Radverkehr betrifft. Im Zuge der Fertigstellung des Autobahnabschnittes soll der Radverkehr in Richtung Innenstadt ab der Elsenstraße künftig über die Straße Am Treptower Park geführt werden. Dafür wird die bisherige Verkehrsführung angepasst und auf einen Zwei-Richtungs-Verkehr umgestellt.

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Um den Radverkehr in diesem Bereich sicher und sichtbar zu führen, ist ein baulich angelegter Radweg vorgesehen. Zusätzlich soll ein neuer Gehweg entstehen. Der Ausbau betrifft den Abschnitt zwischen Bouchéstraße und Elsenstraße und umfasst eine Länge von rund 337 Metern.

Verzögerungen und Zeitplan in Treptow-Köpenick: Umsetzung des Radwegs ab der Elsenstraße erst ab 2027

Nach Angaben des Bezirksamt Treptow-Köpenick verzögern Baumaßnahmen der Berliner Wasserbetriebe jedoch die Umsetzung. So könne das Projekt voraussichtlich erst im Jahr 2027 starten. Der geplante Bauzeitraum reicht vom dritten bis zum vierten Quartal 2027.

Für Radfahrende bedeutet dies eine weitere Phase des Wartens. Während neue Autobahn-Abschnitte zügig freigegeben werden, ziehen sich begleitende Radverkehrs-Projekte über Jahre. Der fertiggestellte, aber gesperrte A100-Radweg bleibt dafür ein sichtbares Beispiel.

A100-Radweg von Neukölln nach Treptow

Trotz fertiger Oberfläche und klarer Linienführung darf der neue Weg entlang der A100 bislang nicht genutzt werden. Formal gilt er derzeit noch als Betriebsweg der Autobahn, eine spätere Öffnung als Geh- und Radweg wurde jedoch in Aussicht gestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Grün Berlin/ infraVelo, Der Tagesspiegel

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7 Kommentare

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  2. Dipl. Ing. Verkehrswesen 17. Januar 2026 at 17:14 - Reply

    CDU doing CDU things. Und es zeugt nur mal wieder wie faktenfrei und ideologiebasiert die Senatsverwaltung unter Frau Bonde arbeitet, denn: gute Radinfrastruktur sorgt für mehr Radverkehr und weniger Autos auf den Straßen, also weniger Stau. Das gleiche gilt für zuverlässigen, günstigen und gut ausgebauten ÖPNV. Aber auch das scheint sie nicht zu verstehen. Von daher dürfen wir weiter im Stau stehen. Danke, CDU, danke Frau Bonde.

    • Böhme 18. Januar 2026 at 02:05 - Reply

      Selten so einen Nonsens gelesen: Im Artikel stehen die Gründe, weshalb der Weg nicht freigegeben worden ist. Die Entscheidung, den Weg als Betriebsweg der Autobahn GmbH zu nutzen, entscheidet die Autobahn GmbH und nicht der Berliner Senat. Frau Bonde hat damit überhaupt nichts zu tun! Und macht nicht immer so ein Theater: Es ist so etwas von „wurscht“, ob dieser Radweg ein paar Monate oder gar ein Jahr später kommt!

      Es ist immer dasselbe moralisierende, selbstgerechte Gestänker der Radfahrerfraktion! Ach ja, ich habe kein Auto, sondern fahre Fahrrad. Wieviel Steuern, von denen Radwege bezahlt werden, zahlen eigentlich Radfahrer?!?

      • Ewald Karl 18. Januar 2026 at 13:34 - Reply

        Böhme, auf Ihre Frage eine klare Antwort:
        Radfahrer zahlen, wenn sie berufstätig sind oder gar Gewerbe betreiben, Steuern. Von diesen Steuern wird ein relativ kleiner Teil für Fahrradwege ausgegeben.
        Autofahrer zahlen auch Steuern und diverse Steuern für Mineralöl etc. Weil die Ausgaben für Straßen für Autos aber deutlich höher sind, reichen diese Beiträge dafür nicht. Auch Fahrradfahrer, die keine Autobahn und inner städtischen Schnellstraßen nutzen, bezahlen diese extrem teuren Verkehrswege mit ihren Steuern mit. Autofahrer lassen sich also von uns umweltbewussten Verkehrsteilnehmer alimentieren.
        Falls übrigens bis zur Eröffnung des Radweges ein Fahrradfahrer verletzt oder gar getötet wird, ist die Autobahn GmbH zusammen mit Frau Bonde daran schuld.
        Selbstgerecht ist übrigens eine Beleidigung. Anscheinend ist für sie „moralisierend“ auch eine. Inzwischen ist es anscheinend üblich , dass man mit bestimmten Kreisen der Bevölkerung Moral und einen Sinn für die gerechte Behandlung aller als etwas Negatives betrachtet. Traurig.

    • Fred vom Jupiter 18. Januar 2026 at 10:59 - Reply

      Dipl. Ing. Verkehrswesen: 👍
      Böhme: 🖕

  3. Berlin 18. Januar 2026 at 18:31 - Reply

    Radweg neben Autobahn!?Wer macht denn sowss?Mit Beatmungsgeräteverleih?!! 1.April? FAKE NEWS?

  4. Paul H. 19. Januar 2026 at 10:38 - Reply

    Im urbanen Raum bring Radinfrastruktur volkswirtschaftliche Einnahmen. Infrastruktur welche für Kfz-Verkehr ausgelegt ist kostet. … sagen die Wissenschaft…
    Und zahlen wir nicht alle Steuern? Wollen wir nicht alle sicher, zügig und einigermaßen entspannt durch die Stadt kommen?
    Das da ein fertiger Fahrradweg nicht benutzt werden kann, ist schon Banane, oder?
    Und Frau Bonde könnte Druck machen bei der Autobahn AG… z.B. auch, dass alle Betriebswege freigegeben werden und nícht nur ein Teil, und nicht nur für den Fahrrad- sondern auch für den Fußverkehr :) lol.

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