Am Kraftwerksstandort Tiefstack in Hamburg-Billbrook hat ein zentrales Infrastrukturprojekt der Wärmewende eine neue Bauphase erreicht. Mit dem Start der Gründungsarbeiten für einen großvolumigen Wärmespeicher nimmt der Energiepark Tiefstack weiter Gestalt an. Die Anlage soll künftig eine Schlüsselrolle für eine flexible und klimafreundliche Fernwärmeversorgung spielen.

Der Energiepark Tiefstack ist ein Schlüsselprojekt für den Kohleausstieg in Hamburg und ersetzt das bisherige Kohlekraftwerk bis spätestens 2030. / © Hamburger Energiewerke
© Titelbild: Hamburger Energiewerke
Mit einem symbolischen Auftakt Anfang März 2026 haben in Hamburg-Billbrook die Bauarbeiten für einen neuen Wärmespeicher begonnen. Auf dem Gelände des Kraftwerks Tiefstack entsteht damit ein zentraler Baustein für die zukünftige Energieversorgung der Stadt. Die Anlage soll überschüssige Wärme aus industrieller Abwärme, Müllverwertung und Flusswasser-Wärmepumpen aufnehmen und zeitversetzt ins Fernwärmenetz einspeisen.
Der Speicher soll künftig als Puffer im System fungieren: Er gleicht Schwankungen aus, erhöht die Versorgungssicherheit und trägt dazu bei, CO₂-Emissionen zu reduzieren. Eingebettet ist das Projekt in die umfassende Transformation des Standorts, an dem das bestehende Heizkraftwerk schrittweise durch einen klimafreundlichen Energiepark ersetzt wird.
Neuer Wärmespeicher in Hamburg-Billbrook: Anspruchsvolle Gründungsarbeiten
Bevor der eigentliche Hochbau beginnen kann, liegt der Fokus derzeit auf dem Spezialtiefbau. Die Dimensionen des geplanten Speichers stellen hohe Anforderungen: Bis zu 43 Millionen Liter Wasser sollen hier künftig zwischengespeichert werden. Entsprechend massiv fällt die Gründung aus.
Insgesamt werden 59 Großbohrpfähle mit rund 21 Metern Länge und 88 Zentimetern Durchmesser in den Boden eingebracht. Sie reichen bis in etwa 22 Meter Tiefe. Aufgrund des hohen Grundwasserstands erfolgt die Ausführung mit Wasserauflast und Verrohrung, um die Stabilität zu gewährleisten und Risiken im Baugrund zu minimieren.
Technikgebäude entsteht bis 2027, Inbetriebnahme des Wärmespeichers ab 2029
Ab Sommer 2026 ist die Herstellung der Fundamentplatten vorgesehen. Parallel dazu entsteht ein Technikgebäude, dessen Fertigstellung für Anfang 2027 geplant ist. Der eigentliche Wärmespeicher soll Ende 2027 baulich abgeschlossen werden, die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2029 vorgesehen.
Mit einer Höhe von 51 Metern und einem Durchmesser von 35 Metern wird das Bauwerk prägend für den Standort sein. Im Betrieb kann der drucklose Speicher Wasser auf bis zu 98 Grad Celsius erhitzen und rechnerisch an einem Wintertag die Wärmeversorgung von mehr als 27.000 Haushalten sichern.
Energiepark Tiefstack als Schlüsselprojekt für den Kohleausstieg
Der Energiepark Tiefstack gilt als eines der zentralen Vorhaben für die Hamburger Wärmewende. Er ersetzt das bestehende Kohlekraftwerk, das spätestens 2030 stillgelegt werden soll. Bereits heute wird am Standort verstärkt Abwärme aus Industrie und Müllverwertung in das Fernwärmenetz integriert.
Langfristig ist vorgesehen, die Wärmeversorgung vollständig auf klimaneutrale Quellen umzustellen. Neben dem Wärmespeicher spielt dabei auch eine geplante Flusswasser-Wärmepumpe eine wichtige Rolle. Gemeinsam sollen diese Projekte die Grundlage für eine unabhängige und nachhaltige Energieversorgung schaffen.
Energiepark Tiefstack
Quellen: PORR, Hamburger Energiewerke
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