Vor 30 Jahren wurden Teile des Leipziger Hauptbahnhofs an private Investoren übertragen, um die Sanierung zu finanzieren. Nun könnte die Deutsche Bahn das Empfangsgebäude samt „Promenaden“ zurückerwerben. Doch noch ist keine endgültige Entscheidung gefallen, der Rückkauf wäre für den Bahnkonzern ein bemerkenswerter Immobiliendeal.

Das Empfangsgebäude des Leipziger Hauptbahnhofs samt Einkaufszentrum „Promenaden“ steht zum Verkauf. Die Deutsche Bahn prüft einen Rückerwerb. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Das Empfangsgebäude des Leipziger Hauptbahnhofs samt Einkaufszentrum „Promenaden“ steht zum Verkauf. Die Deutsche Bahn prüft nach übereinstimmenden Medienberichten offenbar einen Rückerwerb der Immobilie. Ein Sprecher bestätigte gegenüber TAG24, dass bislang aber keine Entscheidung gefallen sei. Damit könnte ein bedeutender Teil des Bahnhofs rund 30 Jahre nach seiner Übertragung an private Investoren wieder in den Besitz des Konzerns gelangen.
- Rückkauf: Deutsche Bahn prüft den Erwerb des Empfangsgebäudes samt „Promenaden“.
- Kaufpreis: Medienberichten zufolge 200 bis 250 Millionen Euro.
- Hintergrund: 1996 wurden Gebäudeteile zur Finanzierung der Sanierung an Investoren übertragen.
- Zeitplan: Die Rückkaufsoption gilt noch bis Ende 2026.
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung liegt der mögliche Kaufpreis zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Die vertragliche Rückkaufsoption könne die Bahn noch bis Ende 2026 nutzen. Verstreiche diese Frist, eröffne sich die nächste Gelegenheit demnach erst in mehreren Jahrzehnten.
Übertragung an Investoren 1996 finanzierte den Bahnhofsumbau
Der Hintergrund liegt in der umfassenden Modernisierung des Hauptbahnhofs nach der Wiedervereinigung. Um die Sanierung zu finanzieren, wurden 1996 Teile des Empfangsgebäudes an private Investoren übertragen.
Diese trugen rund 80 Prozent der Umbaukosten des Empfangsgebäudes. Der Hamburger Projektentwickler ECE pachtete das Gebäude und übernahm dessen Vermarktung.

Historische Architektur und moderne Handelsnutzung prägen die Empfangshalle des Leipziger Hauptbahnhofs. Die Übertragung von Gebäudeteilen an Investoren finanzierte 1996 die umfassende Sanierung mit. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Rund 250 Mio. Euro kostete die Modernisierung und Erweiterung des Leipziger Hauptbahnhofs
Der Umbau veränderte die Nutzung des historischen Bauwerks grundlegend: Unterhalb des Querbahnsteigs entstanden zwei zusätzliche Einkaufsebenen. Am 12. November 1997 wurde das umgestaltete Empfangsgebäude offiziell eröffnet.
Insgesamt flossen rund 250 Millionen Euro in die Modernisierung und den Umbau des Bahnhofs. Eigentümer des Empfangsgebäudes ist heute ein von der DWS verwalteter Immobilienfonds. Wikipedia
Rückkauf würde Bahn und Einzelhandel wieder enger verbinden
Die „Promenaden“ beherbergen heute über 140 Geschäfte sowie gastronomische Angebote auf drei Ebenen. Damit erfüllt das Empfangsgebäude neben seiner Funktion für Reisende auch die Rolle eines Einkaufszentrums am nördlichen Rand der Leipziger Innenstadt.
Für die Bahn stellt sich nun die Frage, ob die langfristigen Erträge und die Verfügung über die Immobilie den finanziellen Aufwand rechtfertigen. Ein Rückkauf würde zugleich die damalige Trennung zwischen Bahnhofsimmobilie und privater Immobilienanlage teilweise rückgängig machen. Ob der Konzern diese Möglichkeit tatsächlich nutzt, bleibt bis zur angekündigten Entscheidung offen.
Leipzig Hauptbahnhof
Quellen: Deutsche Bahn AG, Immobilien Zeitung, Der Tag, Wikipedia, Leipziger Zeitung
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