Der Berliner Senat konkretisiert den Stand zum umstrittenen Bauvorhaben im Emmauswald in Neukölln. Einen fixen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

Emmauswald in Neukölln mit Aufschrift am Zaun "Emmauswald bleibt!"

Das Bauprojekt im Emmauswald in Neukölln ist hochumstritten. Seit Jahren setzt sich die Bürgerinitiative „Emmauswald bleibt!“ für den Erhalt ein. / © Foto: IMAGO / Funke Foto Services

© Titelbild: Wikimedia Commons, Miwa, CC BY 3.0

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Das umstrittene Bauvorhaben im Emmauswald in Neukölln befindet sich weiterhin in einer frühen Phase. Der Berliner Senat bestätigt, dass seit 2018 kein neuer formeller Schritt im Bebauungsplanverfahren erfolgt ist. Aktuell bereitet die Verwaltung die nächsten Schritte vor. Dazu zählen eine erneute Beteiligung der Behörden sowie die öffentliche Auslegung.

  • Lage: Neukölln, nahe Mariendorfer Weg
  • Geplante Bebauung: ca. 600 Wohnungen
  • Fläche: ca. 3,95 Hektar
  • Waldumwandlung: ca. 2,05 Hektar

Konkrete Termine nennt der Senat nicht. Die Planung orientiert sich weiterhin am Bebauungsplan XIV-286a. Damit bleibt das Verfahren hinter früheren Erwartungen zurück. Eine aktive Beteiligung der Öffentlichkeit steht noch aus.

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Neukölln: Flächenaufteilung und Umfang der Bebauung im Emmauswald

Nach aktuellem Stand plant der Senat rund 600 Wohneinheiten. Etwa 200 Wohnungen sollen auf einer bestehenden Brachfläche entstehen. Rund 400 Einheiten sind im Bereich des heutigen Waldes vorgesehen. Eine genaue Verteilung innerhalb des Areals legt der Bebauungsplan nicht fest.

Die Planung sieht vor, mindestens 30 Prozent der Wohnfläche als geförderten Wohnraum zu sichern. Diese Regelung erfolgt über einen städtebaulichen Vertrag. Eigentumsverhältnisse lassen sich im Bebauungsplan selbst nicht festlegen.

Emmauswald: Waldfläche und Baumbestand im Fokus

Die Kritik an dem umstrittenen Bauvorhaben im Emmauswald in Neukölln hält seit Jahren an. Der Emmauswald umfasst etwa 3,95 Hektar. Davon sollen rund 2,05 Hektar in Bauland umgewandelt werden. Die Bürgerinitiative „Emmauswald bleibt!“ sowie mehrere Naturschutzverbände setzen sich für den vollständigen Erhalt der Fläche ein.

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Sie verweisen darauf, dass das Gelände inzwischen offiziell als Wald eingestuft ist und damit eine besondere Schutzfunktion erfüllt. Aus ihrer Sicht stellt die geplante Bebauung einen erheblichen Eingriff in ein gewachsenes Ökosystem dar. Im Fokus der Kritik stehen vor allem nachgewiesene Vorkommen geschützter Tierarten, darunter verschiedene Vogelarten, Fledermäuse und spezialisierte Insekten.

Auch Teile der Bezirkspolitik äußerten bereits früh Bedenken. Sie verwiesen auf die geplante hohe Bebauungsdichte sowie mögliche zusätzliche Belastungen für Verkehrswege und soziale Infrastruktur.

Der Senat betont, dass nicht alle Bäume gerodet werden. Ziel bleibt der Erhalt prägender und alter Bestände, insbesondere im Bereich des historischen Emmauskirchhofs. Von möglichen Rodungen betroffen sind vor allem Douglasienbestände und Ahorn-Pionierwald. Eine genaue Zahl der zu fällenden Bäume liegt noch nicht vor. Diese hängt von den späteren Bauanträgen ab.

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Der Emmauswald in Neukölln mit einem Fußweg.

Im Emmauswald in Neukölln soll ein neues Wohngebiet entstehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Rixkölln, CC0

Einfluss der A100 und Umweltprüfung auf das umstrittene Projekt im Emmauswald

Ein zentraler Faktor in der Planung ist der Abstand zur Autobahn A100. Gesetzlich gilt ein Mindestabstand von 40 Metern für Hochbauten. Der Senat hat das Konzept überarbeitet, um diesen Vorgaben gerecht zu werden. Künftig soll die Bebauung überwiegend mehr als 100 Meter entfernt liegen.

Ein artenschutzrechtliches Gutachten liegt vor. Der Senat sieht darin keine grundsätzlichen Hindernisse für das Bauvorhaben. Vorgesehen sind Ausgleichsmaßnahmen innerhalb und außerhalb des Gebiets. Diese sollen verbindlich im Vertrag geregelt werden.

Quelle: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage, Drucksache 19 / 25 629

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One Comment

  1. Andreas 21. April 2026 at 18:04 - Reply

    Vor etlichen Jahren wurde dieser Teil des Friedhofs mit dem erklärten Ziel abgetrennt, diesen verwildern zu lassen. Soweit ich mich erinnere, wurden dort auch Kriegsgräberehrenstätten errichtet. Außerdem würde ja schonmal ein Teil des Friedhofs zur Bebauung abgetrennt. Und zwar der hintere, als Kompost genutzte Bereich. Nicht zuletzt sollte die verwikderung als Ausgleich für den nun unterirdisch verlaufenden a100 Tunnel herhalten. In diesem Zusammenhang verweisen ich auch auf geologische Gutachten, die belegen, das es eine Verbindung zwischen diesem Friedhof und anderen Eiszeitlöchern im Bereich des Teltowkanals etwa in Höhe Teilestraße gibt, leider im Moment ausgetrocknet.

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