Die Elsenbrücke in Treptow-Köpenick ist seit März 2026 wieder vierspurig befahrbar. Dennoch bleibt der Stau bestehen, während sich die Situation für Fußgänger verschlechtert. Das Aktionsbündnis A100 äußert Kritik an der aktuellen Verkehrsentwicklung.

Auf der Elsenbrücke in Treptow-Köpenick kommt es immer wieder zu Staus.

Die Elsenbrücke verbrindet die Bezirke Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg. Hier ist Stau an der Tagesordnung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Seit dem 16. März 2026 ist die Elsenbrücke, die  Treptow-Köpenick mit Friedrichshain-Kreuzberg verbindet, wieder mit zwei Fahrstreifen pro Richtung befahrbar. Die Umstellung ist Teil der laufenden Sanierung. Ziel war es, den Verkehr zu entlasten und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Im Alltag zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Trotz der Verdoppelung der Fahrspuren kommt es weiterhin zu Staus und stockendem Verkehr. Besonders im Berufsverkehr bleibt die Strecke stark belastet.

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Auswirkungen der A100: Stau durch mehr Verkehr

Mit der Inbetriebnahme des 16. Bauabschnitts der A100 im Bereich Treptow hat sich das Verkehrsaufkommen rund um die Elsenbrücke spürbar erhöht. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von induziertem Verkehr. Mehr Straßenkapazität zieht zusätzliche Fahrten an, wodurch Engpässe bestehen bleiben.

Nach Einschätzung des „Aktionsbündnis A100 stoppen“ bleibt die Elsenbrücke ein zentraler Flaschenhals. Der Sprecher des Bündnisses erklärte, dass sich die Situation trotz zusätzlicher Spuren nicht verbessert habe, sondern lediglich mehr Fahrzeuge im Stau stünden. Diese Entwicklung sei bereits vor Jahren prognostiziert worden.

Elsenbrücke soll auf drei Fahrstreifen erweitert werden

Die aktuelle Verkehrsführung wurde Mitte März schrittweise umgesetzt. Seitdem verläuft der stadtauswärtige Verkehr über das neue Teilbauwerk, während stadteinwärts die Behelfsbrücke genutzt wird.

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Die Bauarbeiten am nordwestlichen Teil der Brücke sind weit fortgeschritten. Asphalt- und statische Arbeiten wurden weitgehend abgeschlossen. Perspektivisch ist eine Erweiterung auf drei Fahrstreifen pro Richtung vorgesehen. Diese soll nach Abschluss der Bauarbeiten umgesetzt werden.

Die Elsenbrücke wird seit Jahre aufwendig saniert.

Die Elsenbrücke wird seit Jahren aufwendig saniert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Einschränkungen für Fußgänger bei Elsenbrücken-Bau

Parallel zur Anpassung für den Autoverkehr wurde die direkte Fußgängerquerung an der Kreuzung Stralauer Allee, Elsenbrücke und Alt-Stralau gesperrt. Fußgänger müssen nun mehrere Ampelphasen nutzen, um die Straße zu überqueren.

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Nach Darstellung des Aktionsbündnisses führt dies zu längeren Wegen und einer geringeren Übersichtlichkeit. Die Organisation sieht darin eine Benachteiligung des Fußverkehrs. Gleichzeitig bleibt die Belastung für Anwohner hoch. Neben anhaltendem Stau werden auch erhöhte Lärm- und Abgaswerte genannt.

Elsenbrücke (Treptow-Köpenick)

Quellen: Aktionsbündnis A100 stoppen, Senatsverwaltung fürMobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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2 Kommentare

  1. Friedolino 7. April 2026 at 18:07 - Reply

    Ja wirklich wunderbar, es ist ja nicht so, als wäre vor solchen Entwicklungen nicht gewarnt worden, statt noch mehr Spuren für den Autoverkehr sollte man lieber mal eine Straßenbahn über die Brücke nach Alt Treptow und weiter nach Neukölln bauen. Die Busse hängen leider jeden Morgen in dem Stau fest und viele Menschen mit ihnen.

  2. Potsdamer Postkutscher 13. April 2026 at 07:58 - Reply

    CDU doing CDU things, war ja zu erwarten. Ich bin gespannt was passiert, wenn die Brücke sechsspurig wird. Ich prophezeihe einen weiteren Anstieg der lokalen Schadstoffemissionen, mehr verletzte Fußgänger und Radfahrer, denn es wird Stau geben und trotzdem gerast werden, und eine ordentliche Lenkungswirkung für noch mehr Verkehr in diesem Nadelöhr und den anliegenden Kiezen. Denn: ohne eine vernünftige Öffi-Anbindung der östlichen Stadtteile werden weiterhin viele das Auto nutzen (müssen – weil es einfach viel schneller geht), bla autos, induzierter Verkehr, Stadtautobahnen sind schwer zu schlagen, …

    Was uns hier als Erbe der Senatsverwaltung für Mobilitat Verkehr Klimaschutz und Umwelt bleibt ist eine Menge „technical debt“. Viel Geld, das für Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr ausgegeben wurde, langfristig aber nicht zu besserer Mobilitat für ganz Berlin führen wird. Das kann nur ein attraktiverer, schnellerer, leistungsstarker und komfortabler ÖPNV.

    Aber es wird noch viel Wasser unter der Elsenbrücke hindurchgeflossen sein und viele Autos werden sich im Stau über sie gequält haben, bis eine CDU das versteht.

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