Berlin erweitert ab 2028 das Quartiersmanagement um elf neue Gebiete. Damit reagiert der Senat auf soziale Herausforderungen in einzelnen Kiezen und stellt zusätzliche Mittel für bauliche und soziale Maßnahmen bereit. Für die betroffenen Quartiere bedeutet das vor allem mehr Unterstützung vor Ort und neue Entwicklungsperspektiven.

Auch der Askanische Platz in Friedrichshain-Kreuzberg mit dem ehemaligen Anhalter Bahnhof wird ab 2028 in das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen und als Quartiersmanagement-Gebiet festgelegt. / © Stiftung Exilmuseum Berlin, René Arnold
© Titelbild: Wikimedia Commons, ThoKay, CC BY-SA 3.0
Ab 2028 werden elf Berliner Quartiere in das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen und als „Quartiersmanagement-Gebiete“ festgelegt. Betroffen sind der Nauener Platz und der Südpankepark in Mitte, der Askanische Platz in Friedrichshain-Kreuzberg, die Paul-Hertz-Siedlung in Charlottenburg-Wilmersdorf, die Quartiere Neustadt West und Georg-Ramin-Siedlung in Spandau, der Tirschenreuther Ring in Tempelhof-Schöneberg, Britz Nord und Britz Süd in Neukölln, die Böhlener Straße in Marzahn-Hellersdorf sowie der Hausotterplatz in Reinickendorf.
Die Auswahl richtet sich auf Gebiete, in denen soziale Herausforderungen besonders ausgeprägt sind. Für diese Quartiere bedeutet die Aufnahme vor allem eine stärkere Berücksichtigung in der Stadtentwicklung sowie den Zugang zu gezielten Förderinstrumenten.
Auswirkungen auf neue Quartiersmanagement-Gebiete: Mehr finanzielle Mittel und Projekte
Mit der Aufnahme in das Programm erhalten die Quartiere umfassende Mittel für bauliche Maßnahmen und sozio-integrative Projekte. Diese können beispielsweise in die Aufwertung öffentlicher Räume, Bildungsangebote oder in soziale Infrastruktur fließen.
Für die betroffenen Kieze erweitert sich damit der Handlungsspielraum. Projekte können gezielter umgesetzt werden, gleichzeitig entstehen neue Angebote für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Ziel ist es, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.
Strukturen des Programms: Rolle der Quartiersmanagement-Teams in den Berliner Kiezen
Ein zentrales Element des Programms ist der Einsatz von Quartiersmanagement-Teams vor Ort. Diese arbeiten eng mit den Bezirksämtern zusammen und übernehmen Aufgaben wie die Aktivierung der Nachbarschaft, die Organisation von Beteiligungsprozessen sowie den Aufbau lokaler Netzwerke.
Für die Quartiere bedeutet das eine stärkere Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner in Entwicklungsprozesse. Maßnahmen werden nicht ausschließlich verwaltungsseitig gesteuert, sondern gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickelt und umgesetzt.
Veränderungen im Fördergefüge der Stadt: Neue Gebiete durch Auslaufen bestehender Quartiersmanagement-Verfahren
Die Aufnahme der elf neuen Quartiere wird möglich, weil 19 bestehende Quartiersmanagement-Gebiete Ende 2027 aus der Förderung ausscheiden. Hintergrund ist die befristete Vergabe von Städtebaufördermitteln, die regelmäßig neu verteilt werden.
Insgesamt werden damit künftig 24 Quartiere in Berlin gefördert. Seit 1999 sind bereits mehr als 700 Millionen Euro in die Stabilisierung von insgesamt 50 Quartieren geflossen, getragen durch Bund und Land Berlin.
Anschlussförderung in bestehenden Quartieren: Programme für Kontinuität nach dem QM-Ende
Für viele der auslaufenden Gebiete endet die Unterstützung jedoch nicht vollständig. Mit dem Programm „Quartiersmanagement light“ bleibt in mehreren Quartieren eine sogenannte Kümmererstruktur bestehen, die weiterhin vor Ort aktiv ist.
Zusätzlich können Bezirke für einige Gebiete Mittel für eine temporäre personelle Verstärkung beantragen, um den Übergang in die regulären Strukturen zu begleiten. Parallel könnten ausgewählte Großsiedlungen künftig weitere Mittel für sozio-integrative Projekte erhalten, abhängig von den Haushaltsentscheidungen.
Langfristige Perspektiven für die Quartiersentwicklung in Berlin: Stabilisierung, Anpassung und soziale Integration
Für die neu aufgenommenen Quartiere eröffnet sich damit die Möglichkeit einer gezielten Stabilisierung und Weiterentwicklung. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Quartiersförderung in Berlin als dynamischer Prozess organisiert ist, bei dem Gebiete je nach Bedarf neu aufgenommen oder aus der intensiven Förderung entlassen werden.
Für die betroffenen Kieze bedeutet das vor allem mehr Ressourcen, stärkere Beteiligung und die Chance, lokale Strukturen nachhaltig zu festigen.
Neue Quartiersmanagement-Gebiete:
Nauener Platz
Südpankepark
Askanischer Platz
Paul-Hertz-Siedlung
Neustadt West
Georg-Ramin-Siedlung
Tirschenreuther Ring
Britz Nord
Britz Süd
Böhlener Straße
Hausotterplatz
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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