Mitten im dichten Verkehr von Barmbek Nord wächst unter der Oberfläche eine der komplexesten Baustellen der Hamburger U5. Der Bau der künftigen Haltestelle schreitet voran, weitgehend unsichtbar für die täglich zehntausenden Verkehrsteilnehmer an der Kreuzung Fuhlsbüttlerstraße und Nordheimstraße.
© Foto Titelbild: HOCHBAHN
Seit dem Frühjahr 2024 wird an der künftigen U5-Haltestelle Barmbek Nord gebaut. Inzwischen ist im Untergrund eine Baugrube entstanden, die bereits elf Meter tief und an ihrer breitesten Stelle rund 40 Meter misst. Die Schlitzwände, die als seitliche Sicherung dienen, sind vollständig hergestellt, der Erdaushub läuft kontinuierlich weiter.
Besonders ist die Lage der Baustelle. Sie befindet sich mitten in einem stark frequentierten Kreuzungsbereich, den täglich rund 40.000 Fahrzeuge passieren. Um den Verkehr nicht zu unterbrechen, wird hier in halbseitiger Bauweise gearbeitet. Der Straßenraum bleibt damit jederzeit in alle Richtungen nutzbar, während parallel darunter gebaut wird.
Deckelbauweise statt offener Baugrube: So läuft der Ausbau der U5 in Barmbek Nord
Das Vorgehen folgt einem klaren Ablauf. Zunächst wird jeweils eine Straßenseite bis auf etwa drei Meter Tiefe ausgehoben, um dort eine erste Aussteifung einzubauen. Anschließend wird dieser Bereich mit Betonplatten überdeckt. Erst danach wechselt der Verkehr auf diese Seite, während die Arbeiten auf der gegenüberliegenden Hälfte beginnen.
Im Unterschied zu anderen U5-Baustellen, etwa in der City Nord, bleibt die Baugrube in Barmbek Nord größtenteils überdeckelt. Nur an einzelnen Stellen werden Öffnungen freigehalten, über die der Aushub nach oben transportiert wird. Unter den Betonplatten arbeiten kleinere Bagger, die die Erde aus den schwer zugänglichen Bereichen zu diesen Öffnungen bewegen. Auf diese Weise kann tief gebaut werden, ohne die Oberfläche großflächig zu öffnen.
„Sinnbildlich eine Kathedrale“: Baugrube mit unsichtbaren Dimensionen
Was von oben kaum wahrnehmbar ist, hat im Untergrund bereits erhebliche Ausmaße. Die Baugrube nimmt zunehmend Gestalt an und erreicht Dimensionen, die im Projektteam intern mit großen Sakralbauten verglichen werden. Die Projektleitung bei der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH betonte ihre Begeisterung darüber, dass hier etwas sichtbar werde, das zuvor nur auf Plänen existiert habe.
Diese Bauweise gilt als anspruchsvoll und erfordert eine enge Abstimmung aller Beteiligten. Gleichzeitig werden Erfahrungen gesammelt, die für den weiteren Verlauf der U5 Richtung Innenstadt von Bedeutung sind.
Nächste Schritte im U5-Ausbau: Erster Fahrgastbetrieb zwischen City Nord und Sengelmannstraße ab 2029
Langfristig wird die Baugrube unter der Nordheimstraße rund 27 Meter tief, etwa 175 Meter lang und bis zu 40 Meter breit sein. Hinzu kommen weitere Baugruben in der Fuhlsbüttlerstraße für die späteren Zugänge. Ab Herbst 2027 soll auf dem Abschnitt Richtung Bramfeld eine Tunnelbohrmaschine eingesetzt werden. Die Haltestelle Barmbek Nord wird dabei bereits fertig ausgehoben sein, wenn der Tunnelvortrieb sie durchquert.
Auch auf den übrigen Abschnitten des ersten, rund sechs Kilometer langen Bauabschnitts gehen die Arbeiten voran. In Steilshoop werden derzeit die Schlitzwände hergestellt, in Bramfeld entsteht die Baugrube ebenfalls in Deckelbauweise. Der erste Fahrgastbetrieb zwischen City Nord und Sengelmannstraße ist für 2029 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Haltestellen Barmbek Nord, Steilshoop und Bramfeld soll 2033 folgen.
U5 Haltestelle Barmbek Nord
Quellen: HOCHBAHN
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