Der Bau der Einheitswippe am Humboldt Forum steht weiter still. Die Stahlschale ist zu rund 80 Prozent fertiggestellt und lagert außerhalb Berlins. Doch es gibt einen neuen Zeitplan.

Der Schloßplatz in Berlin-Mitte bleibt durch die Baustelle der Einheitswippe geprägt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Einheitswippe vor dem Humboldt Forum bleibt eine der auffälligsten Baustellen in Berlin-Mitte. Neue Angaben der Bundesregierung zeigen: Die Stahlschale ist noch nicht vollständig fertiggestellt. Doch es gibt einen neuen Zeitplan für das Freiheits- und Einheitsdenkmal.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Schloßplatz 3, 10178 Berlin
- Baubeginn: Mai 2020
- Länge: rund 50 Meter
- Bisherige Kosten: rund 17,8 Millionen Euro
- Stand: Schale zu rund 80 Prozent fertiggestellt
Auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT teilte eine Sprecherin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit, dass die Segmente der beweglichen Schale derzeit zu etwa 80 Prozent fertiggestellt seien.
Einheitswippe Berlin: Stahlschale lagert außerhalb der Hauptstadt
Die Bauteile befinden sich nach Angaben der Bundesregierung weiterhin auf dem Betriebsgelände der Stahlbaufirma, die der frühere Generalübernehmer mit der Fertigung beauftragt hatte. Die Halle befindet sich in Stemwede in Nordrhein-Westfalen.
Seit wann genau die Segmente dort lagern, benennt die Bundesregierung nicht. Klar ist aber: Sie wurden dort gefertigt und befinden sich weiterhin nicht auf der Baustelle vor dem Humboldt Forum. Für Lagerung und Sicherung der Segmente seien bislang keine Kosten entstanden, erklärte die Sprecherin weiter.
Zu möglichen laufenden Kosten für Wartung oder Sicherung der Baustelle am Schloßplatz äußert sie sich nicht. Bekannt ist, dass das Projekt bereits mehrfach teurer wurde und mittlerweile rund 17,8 Millionen Euro kosten soll.

Vor dem Humboldt Forum in Berlin-Mitte stehen Baumaterialien und Absperrungen auf der Baustelle der Einheitswippe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zeitplan für die Einheitswippe hängt am Insolvenzverfahren
Der weitere Bau hängt nun vor allem vom Insolvenzverfahren des bisherigen Generalübernehmers ab. Die Bundesregierung nennt als Voraussetzung einen rechtskräftig bestätigten Insolvenzplan. Erst danach kann sie die nächsten Schritte verbindlich planen. Der aktuelle Zeitplan sieht jedoch vor, die Stahlsegmente voraussichtlich Anfang 2027 nach Berlin zu bringen.
Ein konkreter Termin für die Montage der Stahlschale auf dem Sockel am Humboldt Forum steht derzeit nicht fest. Auch der Weiterbau der Einheitswippe vor Ort soll erst beginnen, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Damit bleibt offen, wann aus dem Sockel vor dem Humboldt Forum tatsächlich das Freiheits- und Einheitsdenkmal wird.
Einheitswippe (Berlin-Mitte)
Quellen: Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, BBR, Berlin.de, DW
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9 Kommentare
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Begas‘ Kaiser-Wilhelm-Denkmal würde wohl heute noch dort stehen, wären die Kommunisten nicht marodierend über die Stadt gekommen. Mal sehen, wie lange es dieses Zeitgeist-Gimmick machen wird…wenn es denn mal irgendwann kommt
Haushaltsdisziplin und Einhaltung geplanter Kosten sind Dinge, von denen unsere Bundesregierung und Landesregierung keine Ahnung haben. Aber unsere Politiker und ihre hochbezahlten Beamten sind ja sehr geübt darin das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen aus dem sprichwörtlichen Fenster zu werfen.
Die Einheitswippe ist ein schreckliches Ding. Kein normaler Mensch vermisst sie bisher. Sie kann auch weg bleiben.
Warum man dieses Projekt nicht schon längst eingestampft hat bleibt mir ein Rätsel. Berlin kennt nur zwei Zustände, entweder völliges versagen oder mit aller Macht durch die Wand.
Man hätte mit der ganzen Kohle den Platz um das Stadtschloss deutlich besser gestalten können. Somit kommt wohl unbedingt diese unsägliche Einheitswippe die wohl in ihrem Betrieb dauerhaft viel Geld kosten wird.
Ganz tolle Stimmung mal wieder hier in den Kommentaren. Alles schlecht und keiner kann was. Typische Sofa Bundestrainer. Das Projektmanagement klingt allerdings tatsächlich ziemlich stümperhaft. An sich finde ich die Einheitswippe aber gut. Zusammen mit der Freitreppe und dem neu gestalteten Marx-Engels-Forum wird der ganze Bereich und die Ufer aufgewertet. Die Touristen werden das alles bestimmt sehr gut annehmen.
Danke, Pawel. Es macht wirklich auf Dauer keinen Spaß, dauernd irgendwelchen Besserwisser dabei zuzuhören, wie sie der Stadt, in der sie wohnen und in der sie sich engagieren könnten, immer völliges Versagen vorwerfen.
Ziemlich albern ist dabei: Wenn man in ähnliche Foren zu anderen Städten schaut und liest, dass die selben Herren auch Köln, München oder Frankfurt ständiges Versagen vorwerfen.
Das Marx-Engels-Forum wird mehr zur weißen Beton-Fläche als zum Park, in etwa wie die Ostseite des Humboldt-Forums: Kahlschlag und weißer Beton, statt natürlicher Grünfläche mit Bäumen und schönen Büschen und nicht endlosen Treppen.
Ich sage das nicht als Architektur-Experte sondern als Bewohner Berlins.
Macht aus dem Metall der Schale Marschflugkörper für die Ukraine. Das bewirkt mehr für Freiheit und Einheit als diese mißlungene Salatschüssel.
Wer braucht das Ding? Kostet ein Haufen Geld und keine würde es vermissen. Früher haben sich Pharaos ihre Denkmäler (Pyramiden) bauen „lassen“ und heute machen es die Politiker mit ihren weltfremden Denken.
Ich finde die Idee von Anfang an genial! Die Entwurfszeichnungen des Einheitsdenkmals gefallen mir ausgesprochen gut – das Ergebnis wird äußerst ästhetisch. Ein solches Denkmal ist absolut einmalig. Wo auf der Welt gibt es schon etwas Vergleichbares? Sobald es fertiggestellt ist, werde ich von Stuttgart nach Berlin reisen, um es selbst zu begehen und zu erleben. Kunst ist für uns Menschen ein fundamentales Grundbedürfnis, das uns überhaupt erst ausmacht. Kunst hinterfragt Systeme und zeigt, dass die Welt nicht starr sein muss. Insbesondere großartige Kunst besitzt die Kraft, Menschen zu verändern und sie zum Handeln zu motivieren.