Zwei gleichrangige erste Preise markieren einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des Berliner Dienstsitzes des Verteidigungsministeriums. Der Wettbewerb zeigt, wie unterschiedlich auf die hohen städtebaulichen, sicherheitsrelevanten und nachhaltigen Anforderungen am historischen Ort reagiert werden kann.

Bendlerblocks Ein 1. Preis

Ein 1. Preis stammt von sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH. / © Visualisierung: sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft vonLandschaftsarchitekten mbH

© Visualisierung Titelbild: Henn GmbH mit SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

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Im Berliner Tiergarten plant die Bundesregierung in den kommenden Jahren die Umsetzung eines Bauvorhabens mit bemerkenswerten Dimensionen. Das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) möchte den bestehenden Verwaltungskomplex am historischen Bendlerblock mit einem Kostenrahmen von 412 Millionen Euro weiterentwickeln. Geplant ist eine neue Bebauung auf der Liegenschaft am Reichpietschufer und an der Hildebrandstraße in Berlin Tiergarten. Mit einer Bruttogrundfläche von rund 78.000 Quadratmetern zählt es zu den größten aktuellen Bundesbauprojekten in der Hauptstadt.

Im Wettbewerb für die Weiterentwicklung wurden nun zwei erste Preise vergeben. Gleichrangig ausgezeichnet wurden die Entwürfe von Sauerbruch Hutton mit ST raum a Landschaftsarchitekten sowie von Henn mit SINAI Landschaftsarchitekten. Beide Konzepte überzeugten das Preisgericht durch eigenständige Antworten auf die komplexen qualitativen und quantitativen Anforderungen der Aufgabe.

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Wettbewerb zur Weiterentwicklung des historischen Bendlerblocks: Anspruch an Nachhaltigkeit und Sicherheit

Die Auslobung formulierte hohe Anforderungen an ressourcenschonendes, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen. Hinzu kommen besondere Sicherheitsauflagen, die sich aus der Nutzung des Areals ergeben und die bereits das Bewerberverfahren stark eingegrenzt hatten.

Das Preisgericht tagte am 9. Dezember 2025 unter dem Vorsitz von Dörte Gatermann im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Berlin. Es entschied einstimmig über die Vergabe von zwei ersten Preisen, eines dritten Preises sowie einer Anerkennung. Vertreten waren neben Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichtern auch das Ministerium selbst, weitere Bundesressorts sowie die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Neue städtebauliche Ordnung: Das sehen die beiden Siegerentwürfe für Verwaltungskomplex am Bendlerblock vor

Der Entwurf von Sauerbruch Hutton ordnet die städtebauliche Situation neu, indem der Paradeplatz zentral zur Staatsgästetreppe und zum Ehrenmal der Bundeswehr positioniert wird. Zwei konkave Baukörper im Norden und Süden greifen diese Setzung auf und entwickeln sie mit identischen architektonischen und konstruktiven Elementen weiter. Gestaltprägend ist ein Kreiselement, das sich in unterschiedlichen Hofvarianten im Grundriss widerspiegelt.

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Henn hingegen versteht den Bendlerblock als offenen und räumlich durchlässigen Campus. Zwei objekthafte Baukörper definieren den Paradeplatz klar und ermöglichen durch ihre U-Form eine gute Belichtung aller Büroräume. Zusammen mit einem Kantinenpavillon entsteht eine Abfolge von Platz, Wald, Gartenhöfen und Ehrenmal, die den Ort als zusammenhängende Landschaft lesbar machen soll.

Wegen hoher Sicherheitsanforderungen: Beide Erstplatzierte überarbeiten Entwürfe

Um den hohen Sicherheitsanforderungen und der Anbindung an den Bestand gerecht zu werden, empfahl das Preisgericht, beide Erstplatzierten mit einer Überarbeitung ihrer Entwürfe zu beauftragen. Im anschließenden Verhandlungsverfahren soll entschieden werden, welcher Beitrag realisiert wird.

Der dritte Preis ging an Kleihues + Kleihues mit WES LandschaftsArchitektur. Eine Anerkennung erhielt der Entwurf von Ingenhoven Associates mit Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchitekten. Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 22. Januar bis 6. Februar 2026 im Ernst-Reuter-Haus gezeigt. Die Ausstellung ist werktags geöffnet und bietet einen seltenen Einblick in die Zukunft eines der geschichtsträchtigsten Orte der Berliner Bau- und Verwaltungsgeschichte.

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Visualisierung Bendlerblocks 3. Preis

Der dritte Preis ging an Kleihues + Kleihues mit WES LandschaftsArchitektur. / © Visualisierung: Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH mit WES LandschaftsArchitektur Berlin

Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesministerium für Verteidigung, Berliner Morgenpost, Wikipedia

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12 Kommentare

  1. Manuel 17. Dezember 2025 at 17:22 - Reply

    Was soll diese Nicht-Architektur? Was waren die Vorgaben? Dass es auf keinen Fall ansprechend aussehen darf? Dass es auf jeden Fall einen Kontrast bilden muss?
    Kleihues hatte ja immerhin die Architektur des Bendler-Blocks aufgenommen. Schade drum.

    Auch das ist mal wieder eine Beleidigung für den historischen Nachbarn….

  2. Yannick 18. Dezember 2025 at 09:53 - Reply

    Ich bin schockiert! Wie kann man diese Entwürfe zu Siegern küren? Ist unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit jegliche groteske Architektur erlaubt?

  3. Andreas Göx 18. Dezember 2025 at 10:27 - Reply

    Hauptsache häßlich. Monotoner Kasten mit Flachdach. Stilprägend für das moderne Berlin.

  4. a.t. 18. Dezember 2025 at 12:20 - Reply

    Mein Gott, wieder so ein Unfall an exponierter Stelle! Als ob Berlin einen Pakt mit dunklen Mächten eingegangen ist, um sich seit Jahren im Monatstakt mit solchen Krücken „zu beschenken“. Unfassbar…

  5. Philipp 18. Dezember 2025 at 12:31 - Reply

    Ich denke mal der Gewinner der Herzen ist definitiv der dritte Platz. Das Komittee, dass diesen Preis vergeben hat, sollte Konsequenzen zu spüren bekommen. Klares Versagen!

  6. Sabrina 18. Dezember 2025 at 12:57 - Reply

    Wie kann eine Jury so versagen?! HENN hat ungeachtet der Aufgabe offenbar einen alten Laborbau aus der Schublade gezogen und SauerbruchHutton einen Grundschulbau der späten 70er-Jahre. Dem Bestandsbau und der Bedeutung des Ministeriums gerecht werden kann eigentlich nur der dritte Platz von Kleihues. Warum eine sogenannte „Fachjury“, wenn am Ende so ein unglaublichr Quark dabei herauskommt?!

  7. Stefan 18. Dezember 2025 at 16:58 - Reply

    Es ist zum Heulen!
    Zwei erste Plätze und man weiß gar nicht, welcher schlimmer ist!
    Flachdach und kein Bezug zur Nachbarbebauung!

    Entweder bleibt die Brandwand erhalten oder man erhält diesen bunten Flachbau, der aussieht als wäre er eine Grundschule in Kleinkleckersdorf

    Konnten Henn und Sauerbruch Hutten nicht irgendwann mal was?

    Was hat sich das Preigericht dabei bloß gedacht!?
    Der einzige Entwurf, der sich in das bestehende Ensemble einzufügen vermag, ist der von Kleihues. Unfassbar!

  8. M.Hillen 18. Dezember 2025 at 16:58 - Reply

    Und wieder ein architektonischer Leckerbissen.. Berlin, du bist so wunderbar!

  9. M.Hillen 18. Dezember 2025 at 17:54 - Reply

    Entschuldigung, das war natürlich Ironie…anders kann man diesen architektonischen Schrott, der da auf Platz1 und 2 gekommen ist, kaum ertragen! Obigen Kommentatoren stimme ich jedenfalls voll und ganz zu:
    Der hässlich-banale, quadratische Flachdachkasten stellt den größtmöglichen Kontrast zum schönen Altbau mit ordentlicher Bedachung dar (in der Tat eine Beleidigung für den historischen Nachbarn!). Kontrast als dummer Selbstzweck da, wo Einfügung und Respekt vor dem Altbaubestand angebracht wäre… ein häufig begangener Fehler, erkennbar für jeden Idioten, nur für viele Idioten der Architektenzunft und des Preisgerichts offensichtlich ein unbekanntes Fettnäppchen..
    Allein deshalb hätte Kleihues Entwurf den ersten Platz verdient gehabt! Ein Entwurf, der architektonisch tausendmal überzeugender ist als die Nicht-Architektur von Henn und Sauerbruch Hutton.
    Was wird an den ArchitekturUnis heutzutage eigentlich gelehrt? Flach und quadratisch zu denken und zu furzen? Was auch immer… Schönheit wird da jedenfalls nicht gelehrt!
    Und welche Vorraussetzungen braucht es heutzutage, um JuryMitglied sein zu dürfen? Kenntnisse in Fragen der Ästhetik sind offensichtlich nicht vonnöten!
    Hässlichkeit siegt, wo Hässlichkeit entscheiden darf…!

  10. Böhme 20. Dezember 2025 at 14:52 - Reply

    Gut, das Grauen haben ja schon die Vorposter beschrieben. Und ich bin erstaunt, dass ich nochmal mit dem Architektbüro Kleihues & Kleihues d’accord gehe. Deren Bau ist zwar kleihuesspezfisch im wahrsten Sinne grau, er fügt sich aber perfekt an das Bestandgebäude an – und hinterlässt keine offene Brandmauer am Bestandsgebäude. Bei den Siegerentwürfen kommt noch hinzu: Wie kommt man eigentlich vom einen in das andere Gebäude???

    Mit dem Siegerentwurf als moderner Architektur könnte ich ohne Weiteres leben, der Entwurf ist gut! Aber nicht an dieser Stelle!

  11. Dirk Thiele Galizia 20. Dezember 2025 at 18:51 - Reply

    Oje ach du grüne Neune ,hässlich wie die Guellescheune

  12. Ernst Schüßling 20. Dezember 2025 at 19:47 - Reply

    Dies wird der Bundeswehr nicht gerecht. Warten wir ab ob Veröffentlichungen zu möglichen Schmiergeldern an die Jury kommen.

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