Zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken soll sich die bislang stark versiegelte Hafenkante auf St. Pauli grundlegend verändern. Ein Siegerentwurf zeigt, wie aus der heutigen Betonfläche ein grüner, öffentlich nutzbarer Freiraum entstehen könnte. Grundlage des Konzepts sind hunderte Ideen aus der Nachbarschaft.

Hafenkante Lageplan

© Rabe Landschaften / White Arkitekter

© Titelbild: Rabe Landschaften / White Arkitekter

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Zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken könnte sich in den kommenden Jahren eines der markantesten Elbuferstücke Hamburgs grundlegend verändern. Für die rund 600 Meter lange Hafenkante auf St. Pauli liegt seit Mitte Februar ein Siegerentwurf vor. Ein interdisziplinär besetztes Gremium hatte sich für das Konzept des Hamburger Büros Rabe Landschaften entschieden, das gemeinsam mit dem schwedischen Architekturbüro White Arkitekter entwickelt wurde.

Der Entwurf trägt den Arbeitstitel „Grünes Ding“ und sieht vor, die bislang überwiegend von Beton geprägte Fläche zu einer offenen Uferlandschaft umzubauen. Mehr Bäume, neue Aufenthaltsorte und zusätzliche Wege sollen den Zugang zur Elbe verbessern und den Ort stärker als öffentlichen Freiraum erlebbar machen.

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Hafenkante St. Pauli: Parklandschaft mit Sport- und Aufenthaltsflächen bis 2030

Zentrales Element des Konzepts ist eine abwechslungsreiche Freiraumgestaltung mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. Vorgesehen sind unter anderem Bereiche für Skate-Elemente, ein Basketballfeld sowie offene Flächen, die für Fußball oder andere Bewegungsangebote genutzt werden können. Ergänzt werden diese durch neue Sitzgelegenheiten und schattenspendende Baumgruppen.

Ananas, Visualisierung für Hafenkante

© Rabe Landschaften / White Arkitekter

Auch kleinere architektonische Elemente sind geplant. Ein Tee-Pavillon, dessen Form an eine Ananas erinnert, soll als offener Treffpunkt dienen. Für Kinder ist zudem ein auf Stelzen errichtetes Spielhaus vorgesehen. Insgesamt setzt der Entwurf auf eine Mischung aus Freizeitangeboten, Grünflächen und informellen Aufenthaltsorten.

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Wünsche aus dem Stadtteil als Grundlage: Ideen für Hafenkante über mehrere Jahre hinweg gesammelt

Besonderheit des Projekts ist der umfangreiche Beteiligungsprozess, der dem Wettbewerb vorausging. Über mehrere Jahre hinweg hatten Initiativen, Behörden und Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam Ideen für die Zukunft der Hafenkante gesammelt. Mehr als 700 Vorschläge aus dieser sogenannten „Wunschproduktion“ flossen in die Aufgabenstellung für die Planungsteams ein.

Spielinseln und Sportflächen, Hafenkante

© Rabe Landschaften / White Arkitekter

Die Initiatoren sehen darin eine wichtige Grundlage für die Gestaltung des neuen Freiraums. Neben Angeboten für Sport und Bewegung spielen dabei auch ökologische Aspekte sowie Orte des sozialen Austauschs eine Rolle. Ziel ist es, einen öffentlichen Raum zu schaffen, der sowohl für den Alltag im Viertel als auch für Besucherinnen und Besucher funktioniert.

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Elbufer auf St. Pauli: Hochwasserschutz und Veranstaltungen bleiben Teil der Planung

Mit der Entscheidung für den Entwurf beginnt nun die vertiefte Ausarbeitung. Dabei müssen insbesondere Fragen des Hochwasserschutzes weiter konkretisiert werden. Die Schutzmaßnahmen sollen integraler Bestandteil der Gestaltung sein.

Gleichzeitig soll die Fläche weiterhin für große Veranstaltungen nutzbar bleiben. Traditionelle Ereignisse wie der Fischmarkt oder der Hafengeburtstag gehören weiterhin zum Nutzungskonzept. Für die Umgestaltung werden derzeit Kosten von rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Eine Fertigstellung der neuen Hafenkante wird nach aktuellen Planungen frühestens gegen Ende des Jahrzehnts erwartet.

Visualisierung Hafenkante, Hamburg

Für Kinder ist ein auf Stelzen errichtetes Spielhaus vorgesehen. / © Rabe Landschaften / White Arkitekter

Visualisierung Hafenkante Hamburg

© Rabe Landschaften / White Arkitekter

Quellen: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) Hamburg, NDR

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