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Hamburg hat einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem neuen Opernhaus getan. Eine Jury hat den Entwurf der dänischen Bjarke Ingels Group (BIG) zum Sieger des architektonischen Qualifizierungsverfahrens erklärt. Das Projekt will Oper, Stadt und Wasser zu einem offenen Ort für alle verbinden.

Visualisierung Staatsoper Hamburg bei Nacht

Bei Nacht soll das Opernhaus zu einem besonderen Blickfang werden, wenn die weit auskragenden Dachflächen von unten beleuchtet werden und die Silhouette des Gebäudes über der Elbe erscheint. / © Viusalisierung: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

© Viusalisierungen: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

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Nach monatelanger Prüfung und einer langen Sitzung am Mittwochabend hat die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Hamburg, der Kühne-Stiftung und externen Fachleuten einstimmig entschieden: Der Entwurf des Architekturbüros Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen soll die Grundlage für Hamburgs neues Opernhaus am Baakenhöft in der HafenCity bilden. Der Siegerentwurf überzeugte durch seine städtebauliche Einbindung, die Offenheit des Gebäudes und das Konzept einer begehbaren Dachlandschaft.

Das künftige Opernhaus der Hamburgischen Staatsoper ist als rundum zugängliches Bauwerk geplant. Terrassen, Balkone und begrünte Dachflächen sollen den Besucherinnen und Besuchern neue Blickwinkel auf Stadt, Hafen und Elbe eröffnen. Laut Jury handelt es sich um eine gelungene Verbindung aus funktionaler Architektur für den Opernbetrieb und einem markanten Wahrzeichen für die Öffentlichkeit.

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„Landschaft aus Terrassen über dem Wasser“: Architektur zwischen Oper und öffentlichem Raum

Das Gebäude soll sich wie eine spiralförmige Landschaft aus Terrassen über dem Wasser erheben. Von einem zentralen Konzertsaal aus ziehen sich die Flächen nach außen, vergleichbar mit Schallwellen, die sich im Hafen fortsetzen. Die Fassade mit ihren auskragenden Balkonen schafft laut Jury eine „Spirale aus Dachgärten“, die bepflanzt und frei zugänglich sein wird. Besonders bei Nacht soll das Haus durch seine Beleuchtung eine besondere Wirkung entfalten.

Bürgermeister Peter Tschentscher bezeichnete den Entwurf als architektonisch herausragend und betonte, das neue Opernhaus werde die Stadtsilhouette der HafenCity prägen. Kultursenator Carsten Brosda sprach von einem „starken Entwurf“, der Oper und Park zu einer Einheit verbinde und einen offenen Ort für alle entstehen lasse.

Für 500 Mio. Euro: Kühne-Stiftung entscheidet bis Ende 2027 über die Realisierung

Die Grundlage für das Projekt bildet ein Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Kühne-Stiftung, der im Februar 2025 geschlossen wurde. Die Stiftung trägt den Großteil der Baukosten, während die Stadt sich mit einem gedeckelten Beitrag von 147,5 Millionen Euro an standortspezifischen Maßnahmen wie Gründung und Flutschutz beteiligt. Insgesamt werden die Kosten auf rund 500 Millionen Euro geschätzt. Nach der Fertigstellung soll das Gebäude in das Eigentum der Stadt übergehen.

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Bis Ende 2027 soll eine detaillierte Kostenprüfung erfolgen, ehe die Kühne-Stiftung endgültig über die Realisierung entscheidet. Ein Baubeginn wäre ab 2030 denkbar, die Eröffnung Mitte der 2030er-Jahre. Der Standort am Baakenhöft, zwischen Elbphilharmonie und Elbtower, gilt als einer der markantesten Orte der HafenCity.

Opern-Neubau in Hamburgs HafenCity: Diskussionen um Finanzierung und Stiftung

Das Projekt bleibt trotz der Begeisterung nicht ohne Kontroversen. Kritikerinnen und Kritiker äußern Zweifel, ob die Kosten innerhalb der vorgesehenen Grenzen bleiben. Zudem wird auf eine unzureichende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Kühne-Unternehmens hingewiesen. Der Senat betont, dass mögliche finanzielle Risiken allein bei der Stiftung liegen und die Stadt nur für die vereinbarten Anteile verantwortlich ist.

Parallel zu den Planungen soll der Dialog mit der Stadtgesellschaft fortgeführt werden. Die Freiflächen rund um das neue Opernhaus sollen öffentlich zugänglich sein und den Baakenhöft zu einem neuen kulturellen Treffpunkt in der HafenCity machen. Bis Ende November sind alle eingereichten Entwürfe im Kesselhaus am Sandtorkai ausgestellt.

Visualisierung Oper Hamburg von Innen, mit Treppe

© Viusalisierungen: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

Visualisierung Oper in Hamburg von außen, begrünt

© Viusalisierungen: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

Visualisierung, Blick auf die neue Oper in Hamburg, umgeben vom Wasser

© Viusalisierungen: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

Visualisierung: Oper in Hamburg von Innen, Blick von der Tribüne auf die Bühne

© Viusalisierungen: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain.

Quellen: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, NDR, Die Linke Hamburg

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2 Kommentare

  1. Bruno Dumbeck 15. November 2025 at 12:30 - Reply

    Wo kann man die anderen Entwürfe im Netz sehen?

  2. Löwe 27. November 2025 at 10:36 - Reply

    Bin gerade zufällig auf das Vorhaben aufmerksam geworden und diese Ergänzung

    „..nicht geklärt ist, was aus dem denkmalgeschützten Opernbau am Dammtor werden soll. Der muss für fast 100 Millionen Euro saniert werden, damit er bis zur Eröffnung der neuen Oper durchhält.“

    „Klingt fantastisch generös, auch wenn Dealmaker Kühne der Stadt einen Eigenanteil von einer Viertelmilliarde rausgeleiert hat.

    Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Schenkung von einem Steuerflüchtling kommt, der seine Heimat- und angebliche Herzensstadt mit der Verlagerung seines Logistikkonzerns in die Schweiz vermutlich um ein Vielfaches an Abgaben geprellt hat.“https://taz.de/Neue-Oper-fuer-Hamburg/!6132056

    Wegen dem Meeresspiegelanstieg frage ich mich auch ob neue Gebäude in dieser Größenordnung an der Küste noch Sinn machen.

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