Das Steinerne Haus zählt zu den markantesten Profanbauten der Frankfurter Altstadt. Nun gibt es einen Vorschlag, wie das seit Jahren leerstehende Baudenkmal künftig kulturell genutzt werden könnte: als Ort für den künstlerischen Nachlass von Loriot.
Steinernes Haus
© Fotos: Stadtbild Deutschland e.V. – mit KI bearbeitet
Das Steinerne Haus in der Braubachstraße gehört zu den wenigen erhaltenen großbürgerlichen Wohnbauten der Frankfurter Altstadt. Errichtet im 15. Jahrhundert, mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, steht es heute als Zeugnis städtischer Baugeschichte unmittelbar hinter dem Römer. Bekannt ist das Gebäude nicht zuletzt durch seine steinerne Fassade, die es deutlich von der einst vorherrschenden Fachwerkbebauung abhob.
Seit einigen Jahren jedoch steht das denkmalgeschützte Haus leer. Nach einer überwiegend gastronomischen Nutzung bis 2018 blieb eine neue Perspektive bislang aus. Dabei rückt das Gebäude nun erneut in den Fokus stadtgesellschaftlicher Debatten.
Kulturelle Zukunft für das Steinerne Haus: Ein Vorschlag aus der Bürgerschaft
Der Frankfurter Ortsverband von Stadtbild Deutschland e. V. bringt nun das Steinerne Haus als möglichen Standort für eine Dependance des Caricatura Museums ins Gespräch. Hintergrund ist die Dauerleihgabe des künstlerischen Nachlasses von Vicco von Bülow, bekannt als Loriot, an das Frankfurter Museum. Diese werde als besonderer Gewinn für die Stadt betrachtet, erfordere jedoch zusätzliche Ausstellungsflächen, da das Leinwandhaus räumlich begrenzt sei.
Aus Sicht des Vereins eigne sich das Steinerne Haus aufgrund seiner Lage und Struktur besonders für eine solche Nutzung. In unmittelbarer Nähe zu Schirn Kunsthalle, Museum für Moderne Kunst und den Galerien der Fahrgasse könne so ein zusammenhängendes kulturelles Ensemble entstehen.
Leerstand in der Frankfurter Altstadt: Denkmalpflege und Nutzung zusammendenken
Der Vorschlag verweist zugleich auf einen grundsätzlicheren Umgang mit städtischen Liegenschaften. Neben dem Steinernen Haus stehen weitere historische Gebäude in der Altstadt leer oder warten seit Jahren auf eine Sanierung, darunter der Ratskeller im Römer. Der Verein sieht hierin ein strukturelles Problem im Umgang mit ehemals gastronomisch genutzten Immobilien.
Statt dauerhaftem Leerstand plädiert Stadtbild Deutschland dafür, Baudenkmäler aktiv zu pflegen und einer neuen, öffentlichen Nutzung zuzuführen. Für das Steinerne Haus wird mittelfristig auch eine Sanierung der historischen Fassade mit ihren charakteristischen Erkern angeregt.
Loriot-Museum: Ein Ort für Kunst und Öffentlichkeit
Mit einer kulturellen Nutzung könnte das Steinerne Haus erneut zu einem lebendigen Bestandteil der Altstadt werden. Die Präsentation des Loriot-Nachlasses in diesem historischen Rahmen würde nach Einschätzung des Vereins nicht nur dem Werk des Künstlers gerecht, sondern auch dem Gebäude selbst eine angemessene Zukunft eröffnen. Ob und wie die Stadt diesen Vorschlag aufgreift, bleibt abzuwarten.

Neue Ideen für das Steinerne Haus: Der Verein Stadtbild Deutschland e. V. schlägt eine Nutzung vor, die Denkmalschutz und die Präsentation des Loriot-Nachlasses in einen sensiblen räumlichen Zusammenhang bringt. / © Foto: Stadtbild Deutschland e.V. – mit KI bearbeitet
Quellen: Stadtbild Deutschland, Wikipedia
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