Seit einem Jahr ist der 16. Bauabschnitt der A100 bis zur Anschlussstelle Treptower Park geöffnet. Eine neue Senatsantwort zeigt nun, was sich im Umfeld verändert hat – und bei welchen Fragen weiterhin belastbare Daten fehlen.

Die A100 wurde im August 2025 bis Treptower Park eröffnet. Ein Jahr später zeigt sich: Im Umfeld hat sich der Verkehr spürbar verändert. / © Foto: IMAGO
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Seit dem 27. August 2025 führt die A100 bis zur Anschlussstelle Treptower Park. Ein Jahr später fällt die Bilanz der Verkehrsentwicklung im angrenzenden Kiez allerdings weniger eindeutig aus als die Debatte um die Autobahn. Zwar liegen neue Zahlen zu Verkehr, Unfällen und Polizeieinsätzen vor. Für wichtige Fragen wie Stauentwicklung und Lärmbelastung fehlen dem Senat jedoch weiterhin belastbare Vergleichsdaten.
Die Daten stammen aus einer Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage zur Bilanz des 16. Bauabschnitts. Betrachtet wurde ein größerer Bereich rund um Am Treptower Park, Elsenstraße, Puschkinallee, Elsenbrücke, Stralauer Allee und Markgrafendamm sowie die Kieze Kungerkiez, Laskerkiez und Alt-Stralau.
Mehr Verkehr auf der Elsenbrücke – Vergleich bleibt schwierig
Bei den Verkehrsmengen gibt es bislang nur einen eingeschränkten Vergleich. Großräumige Zählungen nach der Eröffnung konnten wegen umfangreicher verkehrlicher Einschränkungen nicht repräsentativ durchgeführt werden. Für die Elsenbrücke liegen allerdings zwei vergleichbare Stichtagszählungen vor: Im April 2025 wurden dort 22.388 Kraftfahrzeuge und 5.189 Fahrräder innerhalb von zwölf Stunden gezählt. Im April 2026 waren es 32.031 Kfz und 4.777 Fahrräder. Der Fußverkehr wurde nicht erfasst.
Eine Aussage darüber, wie sich die Stauhäufigkeit seit der Eröffnung entwickelt hat, ist derzeit ebenfalls nicht möglich. Nach Angaben des Senats steht die dafür benötigte Analysesoftware wegen eines IKT-Vorfalls im Landesnetz nicht zur Verfügung. Auch für die verkehrsbedingte Lärmbelastung liegen seit August 2024 keine entsprechenden Daten vor.

Stau auf der Elsenbrücke: Seit der Eröffnung der A100-Verlängerung hat der Verkehr auf der wichtigen Verbindung zugenommen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nachbarschaft beschwert sich über Ausweichverkehr und Busse
Deutlicher ist das Bild bei den Rückmeldungen aus der Nachbarschaft. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg berichtet von einem starken Anstieg der Beschwerden nach der Freigabe des Autobahnabschnitts. Genannt werden unter anderem mehr Kfz-Verkehr auf dem Hauptstraßennetz, zunehmender Ausweichverkehr in Nebenstraßen sowie Verspätungen und Ausfälle bei BVG-Bussen. Auch blockierte Kreuzungen und Querungen für den Fußverkehr wurden dem Bezirk zufolge häufiger bemängelt.
Für den Nahbereich der A100-Ausfahrt Treptower Park registrierte die Polizei 2025 insgesamt 99 Beschwerden von Anwohnenden. Bis zum 25. August 2026 kamen elf weitere hinzu. Die Zahlen bilden allerdings nur diesen räumlich begrenzten Bereich ab und sind deshalb nicht mit dem gesamten Umfeld der neuen A100 vergleichbar.
A100: Entlastung soll erst mit dem 17. Bauabschnitt kommen
Der Senat verweist zugleich darauf, dass der 16. Bauabschnitt nur Teil der geplanten Verlängerung der A100 ist. Die gewünschte Bündelung des Verkehrs und eine Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes könnten demnach erst mit dem 17. Bauabschnitt vollständig erreicht werden.
Damit bleibt die Bilanz nach dem ersten Jahr vor allem eines: ein Zwischenstand. Einige Entwicklungen lassen sich anhand der vorliegenden Zahlen nachvollziehen, für andere fehlen weiterhin belastbare Vergleichswerte.
Quellen: Aktionsbündnis A100 stoppen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Autobahn GmbH des Bundes, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 910, Schriftliche Anfrage
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11 Kommentare
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Die aktuelle Planungen des 17 und 18 Bauabschnitts finde ich vollkommen FALSCH! Mein Vorschlag wäre…Brücke über die Spree, Anschluß Stralauer Allee – Untertunellung der S Bahn nach Nordosten zwischen Schulze Boysen Str. und Harnackstr., aus dem Tunnel komment Höhe Knie Coppistr.! Anschlussstelle über die Frankfurter Alle östlich der Rusche Str./Vulkans. Anschluss über die Josef Orlopp Str.(Verlegung des H.Zoschke Stadion zum Stadion Bornitzstr.) Weiter Anschluss Lansberger Allee als Tunnel Südlicher Anschluss Vulkanstr. Höhe Elli Voigt Str./ Nördlicher Anschluss in den Tunnel Einmündend südlich des Straßenbahndamms/Höhe Mittelstr.! – Weiter als Tunnel unter der Kreuzung Weißensee Weg/Hohenschönhausen Str. aus dem Tunnel kommend hinter den Tennisplätze SV Berliner Brauereien! – Anschlussstelle als Brücke Kniprodestr. westlich der Michelangelostr.! – Anschlussstelle Greifswalder Str. Als Tunnel mit einer Halben An- und Abfahrt zur Greifswalder Str.! Weiter als Tunnel bis zur Hosemannstr. aufsteigend als Brückenkonstrucktion oberhalb der Ostseestr. bis zur Prenzlauer Alle! ENDE!!! Autobahnanschluß Seestr./Ostseestr.! Schließung des Autobahnrings A100!!!
Nicht schlecht 👍🏼👌🏽
Ist das Satire?
Gute Frage, aber ein paar Gedanken wurden sich schon gemacht, bin hin- und hergerissen ob ich es genial oder wahnsinnig finde xD
Der Vorschlag ist eher wahnsinnig statt sinnvoll :D gerade der Kiez Schulze-Boysen – Harnack – Coppi ist mit Schulen und Kindern übersät, gut umfahren und braucht mMn keinen Anschluss. Es dürfte reichen den Verkehr auf Möllendorff und Frankfurter Alle zu leiten und die Kieze in Ruhe zu lassen ;) Der Aufstand wäre auch größer als der Nutzen und ggü den Plänen und Mehrkosten berechtigt.
Durch die spätere Verlängerung wird zukünftig weniger Verkehr in der Innenstadt sein. Diese Vision kommt doch den autofreien Befürwortern entgegen.
Auf der Straße Am Treptower Park und im Bereich um die Defregerstraße ist eindeutig weniger Verkehr als vor der Eröffnung der A 100.
Und es wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zeigen, dass der Autoverkehr in der Stadt zunehmen (wenn der Kraftstoff nicht bald bei 4€/L liegt) und die Kapazitätsgrenze des neuen Abschnitts in den nächsten Jahren überschritten wird und der gesellschaftliche Nutzen sinkt. Und das viele viele Geld wäre im ÖPNV nachhaltiger angelegt gewesen.
Die größte Dummheit war es, die Fußgängerunterführung zum S-Bahnhof Treptower Park einfach zu schließen! Anstatt funktionierende Wege für die Fußgänger zu lassen, hat man das Chaos perfekt gemacht. Egal ob künftig Brücke oder Tunnel für die A100: Öffnet endlich wieder eine vernünftige Querung für die Menschen im Kiez – das wird auch den Verkehrsfluss spürbar verbessern!
Das problem ist doch gar nicht die brücke. Die leute wollen weiter nach norden, lichtenberg, marzahn, und fahren durch die kynaststraße. Ostkreuz. Und die ist seit eröffung der a100 da dauer dicht. Alle kur mal auf der Halbinsel Stralau.
Die Brücke am ostkreuz leidet unter dem dauerstau und vibriert ständig. Die nerven liegen da jeden tag blank, schauts euch mal an.
Der Autoverkehr wird weiterhin die Innenstadt terrorisieren, egal wie viele Autobahnen und Autobahnverlängerungen noch gebaut werden.
Die große Mehrheit der hier in Berlin lebenden Menschen nutzt den Öffentlichen Nahverkehr, eine Minderheit Autos und diese Minderheit nervt den Rest der Berliner und es geht ausdrücklich nicht um Pendler und Lieferverkehr. Eine Verminderung des Autoverkehrs ist nur über die Spritpreise möglich. Pendler und Lieferverkehr finanziell entlasten und der Rest soll gefälligst dafür kräftig zahlen, wenn die Leute meinen nicht auf das Auto verzichten zu können, dann brauchen wir auch keine Autobahnverlängerungen mehr.