In Köpenick soll auf dem ehemaligen Güterbahnhof ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Schulen, Gewerbe und Grünflächen entstehen. Der Überblick zeigt, was geplant ist, was bereits läuft und welche Fragen offen bleiben.

Die gelb markierte Fläche zeigt das Entwicklungsgebiet des Quartiers „Ehemaliger Güterbahnhof“ in Köpenick. Auf dem ehemaligen Bahngelände plant das Land Berlin in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, sozialer Infrastruktur und öffentlichen Freiräumen. / © Foto: Dirk Laubner
© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der ehemalige Güterbahnhof in Köpenick zählt zu den größten Stadtentwicklungsprojekten im Berliner Südosten. Auf dem rund 35 Hektar großen Areal zwischen den S-Bahnhöfen Köpenick und Hirschgarten soll das neue Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick“ entstehen.
Geplant sind rund 1800 Wohnungen, zwei Schulstandorte, mehrere Kindertagesstätten, soziale und kulturelle Einrichtungen, Grünflächen sowie Flächen für kleinteiliges Gewerbe. Außerdem soll das Gebiet neue Wege- und Straßenverbindungen erhalten und die trennende Wirkung der Bahntrasse verringern. ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick darüber, was geplant ist und was schon in der Umsetzung.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Lage: Zwischen den S-Bahnhöfen Köpenick und Hirschgarten
- Größe: rund 35 Hektar
- Geplant: etwa 1.800 Wohnungen
- Zusätzlich: zwei Schulen, Kitas, Quartierstreff, Bibliothek, Kiezclub, Gewerbe und Grünflächen
- Besonderheit: rund 850 Wohnungen sollen auf den bislang noch gewidmeten Bahnflächen entstehen
Warum ist das Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“ wichtig für Köpenick?
Das Gelände liegt zentral, trennt aber bisher gewachsene Kieze voneinander. Der Rahmenplan sieht deshalb nicht nur Neubauten vor. Er soll auch Wege, Plätze und Freiräume schaffen, die die Bahntrasse weniger als Barriere wirken lassen.
Der Berliner Senat verfolgt mit dem Projekt das Ziel, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig einen neuen Stadtteil mit kurzen Wegen zu entwickeln. Grundlage bildet der im März 2025 beschlossene städtebauliche und freiraumplanerische Rahmenplan. Er sieht ein weitgehend autoarmes Quartier mit großzügigen Freiflächen, neuen Plätzen und einer besseren Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vor.

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Köpenick soll ein neues Stadtquartier mit rund 1.800 Wohnungen entstehen. Geplant sind außerdem Schulen, Gewerbeflächen, soziale Einrichtungen sowie großzügige Grün- und Freiflächen für die künftigen Bewohner. / © Visualisierung: ADEPT u. Karres en Brands
Was wird im Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“ schon umgesetzt?
Erste konkrete Schritte laufen auf dem ehemaligen Gaswerkstandort. Der Senat hat im Juni 2025 den Bebauungsplan 9-80 für ein rund 3,2 Hektar großes Gebiet zwischen Stellingdamm, Hirtestraße, Janitzkystraße und Wolfsgartenstraße beschlossen. Dort wird im Sommer die neue Grundschule eröffnet.
Südlich davon soll ein Quartierstreffpunkt entstehen. Geplant sind unter anderem kulturelle und soziale Nutzungen, ein Kiezclub und eine Bibliothek. Denkmalgeschützte Gebäude des früheren Gaswerks sollen dafür saniert und öffentlich zugänglich gemacht werden.
Wann kommen die Wohnungen im Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“?
Nach aktuellem Stand gibt es noch keinen verbindlichen Termin für den Baubeginn der Wohnungen. Der im Juni begonnene Neubau von 150 Wohnungen an der Seelenbinderstraße grenzt zwar unmittelbar an das künftige Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“, gehört aber rechtlich nicht dazu. Der Zeitplan hängt vor allem von der Freistellung der bisherigen Bahnflächen durch das Eisenbahn-Bundesamt ab. Erst danach können auf einem großen Teil des Geländes die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.
Welche Hürden bremsen den Baubeginn beim Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“?
Der Wohnungsbau scheitert derzeit nicht an den Planungen, sondern an der Nutzung des Geländes. Rund 11,4 Hektar des ehemaligen Güterbahnhofs gelten rechtlich noch immer als Bahnfläche. Auf genau diesem Areal sollen später etwa 850 der insgesamt rund 1800 Wohnungen entstehen.
Bevor dort gebaut werden kann, muss das Eisenbahn-Bundesamt die Flächen offiziell aus dem Bahnvermögen entlassen. Erst dann dürfen sie für den Wohnungsbau genutzt werden. Das Verfahren zieht sich jedoch seit Jahren hin.
Das Eisenbahn-Bundesamt lehnte den Antrag des Landes Berlin im April 2025 zunächst ab und wies auch den Widerspruch im August desselben Jahres zurück. Wenige Wochen später nahm die Behörde diese Entscheidung jedoch wieder zurück und setzte das Verfahren fort. Nach Angaben von Bausenator Christian Gaebler gegenüber nd-aktuell rechnet der Senat mit einer Entscheidung noch im Sommer 2026.
Warum gibt es Streit um die Bahnflächen?
Nach Auffassung des Eisenbahn-Bundesamtes besteht weiterhin ein langfristiger Bedarf für die Flächen. Die Behörde verweist unter anderem auf die Verkehrsprognose 2040 des Bundes, die von deutlich steigenden Fahrgast- und Güterverkehrszahlen ausgeht.
Aus Sicht des EBA könnten zusätzliche Gleise künftig für Überholungen, Abstellanlagen oder Rangierfahrten benötigt werden. Außerdem nennt die Behörde den wachsenden Schienengüterverkehr Richtung Frankfurt (Oder) und Polen, den zusätzlichen Verkehr durch das Tesla-Werk in Grünheide sowie sicherheits- und verteidigungspolitische Anforderungen. Gleichzeitig laufen Gespräche zwischen dem Land Berlin und der DB InfraGO über den künftigen Flächenbedarf.

An der Bellevuestraße, Ecke Seelenbinderstraße in Köpenick wird die Ostumfahrung Bahnhofstraße in das neue Quartier am ehemaligen Güterbahnhof einbiegen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Welche Verkehrsfrage bleibt für das Quartier „Ehemaliger Güterbahnhof“ zentral?
Die geplante Ostumfahrung Bahnhofstraße gehört zu den wichtigsten und umstrittensten Bausteinen. Sie soll das Zentrum Köpenicks vom Durchgangsverkehr entlasten und zugleich das neue Quartier erschließen. Die Trasse soll vom Brandenburgplatz über das Neubaugebiet bis zum Stellingdamm führen. Für Anwohnende stellt sich damit die Frage, ob die Entlastung der Bahnhofstraße neue Belastungen entlang der künftigen Strecke auslöst.
ehem. Güterbahnhof Köpenick
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin, Bezirksamt Treptow-Köpenick, meinBerlin, nd.aktuell
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4 Kommentare
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Hoffentlich bleibt das EBA standhaft. Statt die engsten Stellen noch enger zu machen, sollte vielleicht die ländliche Gegend wieder an die Zivilisation angeschlossen werden.
Ich wohne seit 10 Jahren dort.
Das Projekt ist m.E. großartig.
Auch dir Ostumfahrung der Bahnhofstraße über Brandenburgplatz eine großartige Idee.
Das würde die Lebensqualität der Menschen in der Damm Oststadt wesentlich erhöhen.
Es ist 2016 erstmalig der Bevölkerung vorgestellt worden. Wir haben jetzt 2026 und es gibt immer egomanische kurzsichtige Quertreiber wie dieses EBA.
Einfach nur noch absurd
Kein Wunder , wenn die Menschen an die Funktionstüchtigkeit des Staates zweifeln.
Liebes Eisenbahnbundesamt.
Wir brauchen keine zusätzlichen Gleise für Panzertransporte Gen Osten.
Wir brauchen Wohnungen und eine qualifizierte Infrastruktur zur Verbesserung der Lebensqualität der arbeitenden Menschen auch in Köpenick Nord .
Ich hoffe das dieses Projekt krachend scheitert. Solch ein Viertel in zwei uralte gewachsene Kieze zu setzen bringt nur Probleme und schlimmeres. Mit dem ruhigen denkmalgeschützten Märchenviertel war es das dann. Die Bahn will sich verbessern und braucht das Gelände Punkt. Das sollte man unterstützen um die Straßen zu entlasten und nicht einige wenige die mit solchen Plänen halb Köpenick beerdigen.
Ich bin für die Bahn und das sie Ihr Gebiet behalten!!! Man muss nicht alles bis auf den letzten cm verdichten.
Vor allem können dann auch die Gewerke bleiben. Wenn es für einige leider auch schon jetzt zu spät ist. :-(