Seit Jahren sorgt das frühere Gebäude der Marktschenke an der Karl-Liebknecht-Straße für Fragen. Das Haus wirkt verlassen, Anwohnende zeigen sich teils besorgt über den Zustand des Areals. Nun gibt es erstmals eine konkrete Perspektive: Der Senat nennt eine mögliche kulturelle Nachnutzung.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Steffen Zahn from Berlin, Germany, CC BY 2.0
Das Gebäude der ehemaligen Marktschenke an der Karl-Liebknecht-Straße 11 in Berlin-Mitte gehört seit längerem zu den auffälligen Leerstellen rund um den Alexanderplatz. Auch wenn es nach außen den Eindruck erweckt, seit Jahren ungenutzt zu sein, steht die Immobilie formal nicht leer. Nach Angaben des Bezirks verstarb der Pächter im Jahr 2021, anschließend konnten sich die Hinterbliebenen nicht auf eine Fortführung des Betriebs einigen. Seitdem blieb das Gebäude geschlossen.
Der Baukörper selbst gehört einer Erbengemeinschaft aus Hamburg. Die Fläche ist öffentliches Straßenland, die Sondernutzung war bis Ende 2025 genehmigt. Eine klassische Nachnutzung, etwa als Gastronomie, ist aktuell nicht vorgesehen.
Museum statt Stillstand: Kulturelle Nachnutzung für die Marktschenke vorgesehen
Erstmals gibt es nun eine neue inhaltliche Perspektive für den Standort. Für die Fläche liegt ein Antrag nach dem Berliner Straßengesetz vor, der die Errichtung eines Museumsbauwerks vorsieht. Damit wäre eine kulturelle Nachnutzung denkbar, die dem Ort eine neue Funktion geben könnte. Konkrete Angaben zu Inhalt, Trägerschaft oder Zeitplan wurden bislang jedoch nicht gemacht.
Ob das bestehende Gebäude erhalten bleibt oder einem Neubau weichen müsste, ist ebenfalls offen. Der Senat verweist lediglich auf den vorliegenden Nutzungsantrag. Eine verbindliche Planung liegt derzeit noch nicht vor.
Im Umfeld des Gebäudes wird immer wieder über mögliche negative Begleiterscheinungen spekuliert. Befürchtungen, dass der Zustand des Areals zu steigender Kriminalität führen könnte, lassen sich laut Senat jedoch nicht belegen.
Hoffnung auf Belebung: Zukunft der Marktschenke bleibt vorerst offen
Unabhängig von der offenen Ausgestaltung verbindet sich mit der Aussicht auf ein Museum die Hoffnung, dass das Areal künftig wieder belebt wird. Gerade an dieser stark frequentierten Stelle zwischen Alexanderplatz und Spree könnte eine neue Nutzung städtebaulich und gesellschaftlich Wirkung entfalten.
Bis konkrete Entscheidungen getroffen werden, bleibt die ehemalige Marktschenke vorerst ein Ort des Wartens. Gleichzeitig besteht die Hoffnung, dass der jahrelange Stillstand bald überwunden wird. Weitere Informationen sind jedoch erst zu erwarten, wenn die Planungen konkreter vorliegen.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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